Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

hnen gehoben worden ist, beliebig nach jedem der genannten vier Punkte geleitet werden,
denen sie mit Hülfe des Gefälles von selbst zulaufen.
Die von den drei Schächten kommenden Geleise sind mit einem Gefälle von 1: 150
nach dem Hauptgeleise geführt. Unter Berücksichtigung der geeigneten Gefälleverhältnisse
der Geleise für die leeren und derjenigen für die beladenen Wagen ist die Anordnung so
zetroffen, daß die vom Krugschacht II und die vom Krugschacht J kommenden beladenen
Wagen unter der Leerbahn hindurchgehen, also Zusammenstöße der sich kreuzenden Wagen
vollständig vermieden werden. Bei y werden die beladenen Wagen angesammelt und bei
inter Beobachtung des durch eine Lampe, die über dem Geleise hängt, bezeichneten Wagen—
ibstandes unter die Kette geschoben.
Die Kettenförderungsanlage am Rhein-Nahebahn-Schacht der Grube
Tohlwald. — Sie vermittelt den Transport der aus den Kettenbremsbergen ebenfalls
nittels Kette ohne Ende herabgeförderten Wagen durch eine in 87mm Teufe teils als Quer—
schlag zwischen genanntem Schachte und dem westlich des Kohlwaldsprunges ausgerichteten
Kohlwaldfelde, teils als Grund- und Richtstrecke aufgefahrene Förderstrecke. Zum Betriebe
dient eine unterirdisch in der östlichen Verlängerung des Querschlages aufgestellte, von Tage
her mit Dampf gespeiste Zwillingsfördermaschine. 30 m westlich des Rhein-Nahebahn—
Schachtes mündet der Umbruchsquerschlag um denselben in den Hauptquerschlag ein; dieser
enthält das Geleise für die beladenen Wagen. Damit nun diese nach dem Verlassen der
Kette nach dem Füllorte des Schachtes von selbst hinlaufen, hat die Gestängebahn ein all—
nähliges Steigen erhalten, so daß der Punkt, wo die Wagen die Kette verlassen, 54 em
hjöher als das Schachtterrain liegt, ein genügender Unterschied, um eine ziemlich rasche
Selbstbewegung der Wagen zum Schachte hin zu erzeugen. Die leeren Wagen laufen durch
den Umbruchsquerschlag, der eine entsprechende Neigung hat, wieder zur Kette.
Die Kettenförderungsanlage bei dem Gegenortschachte der Grube Kohl—
wald. — Der Gegenortschacht ist etwa 2600 m westlich vom Rhein-Nahebahn-Schacht
zelegen. Derselbe erreicht mit 133 m Saigerteufe die vom letzteren Schacht aus getriebene
Hauptkettenförderungsstrecke, während die Stollensohle im Gegenortschachte bei ca. 34 m Teufe
inter der Hängebank angesetzt ist. Die auf dieser Sohle gewonnenen Kohlen werden hinunter
zur Hauptkettenförderungsstrecke gebremst, wo die Wagen mittelst Kette auf eine Entfernung
oon ca. 1300 m der älteren, eben beschriebenen, vom Rhein-Nahebahn-Schacht aus betriebenen
Kettenförderung zugebracht werden. Auf beiden Sohlen im Gegenortschachte sind die Haupt—
vrderstrecken für Kettenförderung eingerichtet, die von einer Maschine betrieben werden. Zu
diesem Zwecke ist diese über Tage aufgestellt und mit zwei Kettentrommeln versehen — eine
für die Stollensohle, die andere für die Hauptförderstrecke (133 m-Sohle). Auf jedem
Anschlagorte ist eine horizontale Antriebwelle verlagert, die von der bezüglichen Ketten—
—E—
Finrückung der Antriebscheiben für die verschiedenen Kettenförderstrecken auf den Trans—
missionswellen erfolgt durch das am Schachte beschäftigte Dienstpersonal mittelst Friktions—
tuppelungen, so daß die Maschine stets in Bewegung bleiben kann. Die in 25 m Ent—
fernung vom Schachte aufgestellte Zwillingsfördermaschine hat 0,300 m Cylinderdurchmesser
und O,500 m Hub. Das Übersetzungsverhältnis des Zahnradvorgeleges beträgt 1:4, der
Durchmesser der Kettentrommeln im Mittel 2 wm. Damit die Transmissionsketten den
Verkehr auf dem Platze zwischen Schacht und Maschine nicht hindern, wurden die Ketten⸗
trommeln so tief verlagert, daß die Ketten durch einen Kanal zum Schachte geführt werden
önnen, wo dieselben durch die Abschnitte zu beiden Seiten des Bremstrummes hinabgeführt
werden.
            
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