Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

142m — 15000 Kg. Der Reibungscoeffizient ist bei nicht vorhandenem Gestäuge auf
8,3 anzunehmen. Ein Mensch hat 17kg Zugkraft bei rund 0,7 mm Geschwindigkeit in der
Sekunde; ein Pferd hat 60 kg Zugkraft bei rund 1,0 m Geschwindigkeit. Früher hat
nan sogenannte Rollschlitten angewendet; dieselben hatten an der einen Seite 2 kleine
Rollen, an der anderen Handhaben; bei zu schwerer Bewegung ließ der Schlepper die
stollen aufsitzen, bei zu schneller Bewegung setzte er den Trog auf die Kufen. — Bei dem
chwebenden Pfeilerbau auf dem Wahlschieder Flötze der Grube Schwalbach steht mechänische
Schlittenförderung als Ersatz der Hand-Schlittenförderung in Anwendung. Bei letzterer mußte,
im die nötige Höhe der Förderbahn zu errecichen, ein Bergemittel hereingeschossen werden,
vas bei dem nachfolgenden Abbau häufig Unfälle durch Steinfall und Verunreinigung der
Kohlen zur Folge hatte, wie auch die reine Gewinuung der Oberbank außerordentlich er—
chwerte. Die Förderbahn ist zweitrümmig, die Schlitten laufen mit vier kleinen Rollen auf
Laufbrettern und führen sich an je einer in der Mitte der Förderbahnen befestigten T-Schiene,
die von den vier an dem Schlittenboden angebrachten Winkeleisen klauenartig umfaßt wird.
Das Entleeren der Schlitten in die Förderwagen, deren zwei für die beiden Trümmer an
der Sturzbühne aufgestellt werden, geschieht selbstthätig, indem an den beiden Längsseiten
des Schlittens Zapfen derartig angebracht sind, daß der Schwerpunkt des beladenen Schlittens
iberhalb der Zapfen liegt; diesen entsprechend sind an der Sturzbühne Haken befestigt.
Helangt der Schlitten an die Sturzbühne, so ragt der untere Teil desselben über diese
sinaus, er kippt um und entleert sich. Nach dem Entleeren verlegt sich der Schwerpunkt
des Schlittens nach oben, sodaß er wieder auf die Förderbahn zurücksinkt.

III. Rollende Förderung.

a. Karrenförderung (Bl. J, Fig. 2)

Diese Förderung steht in der Mitte zwischen tragender und rollender Förderung, da
»er Mann einen Teil der Last trägt, während der andere Teil auf das Rad drückt und
RKeibung erzeugt. Die Verwendung der Karren beschränkt sich bei dem hiesigen Bergbau
uuf den Anhieb einfallender Strecken auf flachgeneigten Flötzen. Der kubische Inhalt richtet
ich nach dem spezifischen Gewichte der zu fördernden Massen; in hiesige Karren werden rund
D, 15 ebm Kohlen geladen; der Raddurchmesser ist 0,42 m, das Verhältnis zwischen der
Entfernung vom Radnagel, dem Unterstützungspunkte, einerseits bis zum Schwerpunkt des
gefüllten Karrens andererseits bis zum Angriffspunkte an den Handhaben ist 0,9 und 1,6m,
also wie 1: 1,7. Die Karren laufen entweder auf natürlicher fester Sohle oder auf Lauf—
»rettern. Die Handhabung des Karrens erfolgt je nach der Höhe der Baue entweder in
gebückter Stellung vorn über, indem der Schlepper das Sielzeug über den Hüften trägt,
der aufrecht, indem dieses über den Schultern liegt. Die Karrenförderung ist anwendbar bei
mregelmäßigen und engen Strecken, bei geringen Fördermassen und geringen Längen. Die
oraktisch erreichten Leistungen pro Arbeitstag liegen zwischen 300 000 und 450 000 kem.

b. Hunte- und Wangen-Törderung.

Hunt (von dem slovakischen Worte Hyntow — Wagen herstammend) ist die ältere, Wagen
der Förderwagen die spätere Benennung für vierräderige Förderstreckengefäße, die auf
ꝛinem Gestänge laufen. Daher hat man auch in älteren Bergwerksrevieren allgemein die
Bezeichnung „Hunt“ für die neuesten Wagenkonstruktionen beibehalten, während man in
den jüngeren Steinkohlenrevieren durchweg die Bezeichnung Wagen oder Förderwagen an—
            
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