abhängig von der Fördermenge und dem Wagenabstande. Da die Fördermenge bei einer
Anlage stets bekannt ist, so kann noch einer der beiden anderen Faktoren gewählt werden
und der dritte ergiebt sich alsdann durch Rechnung.
Es sei z. B. die stündliche Leistung 180 Wagen, der Wagenabstand 20 m, so ist die
Kettengeschwindigkeit y — — 1 mmin der Sekunde; sind dagegen stündliche
Förderung und Kettengeschwindigkeit gegeben, so ist der Wagenabstand x — o 80 J
— 20 mm und ist endlich die Kettengeschwindigkeit und die Wagenentfernung gegeben, so
60 60 1
beträgt die stündliche Leistung n — — 232*8 — 180 Wagen.
Zwischen Wagenabstand und Kettengeschwindigkeit ergiebt sich daher die Beziehung, daß
je größer die Geschwindigkeit, desto größer auch der Wagenabstand wird und umgekehrt,
. h. bei gleicher Leistung. Wählt man nun die Geschwindigkeit groß, so erhält man auch
zrößere Wagenentfernungen, also leichtere Ketten; hierbei ist jedoch zu bedenken, daß je
geringer die Kettengeschwindigkeit ist, desto größer die Betriebssicherheit wird.
44 Kurven.
Sind Kurven in der Strecke vorhanden, so können diese, falls die Radien hinreichend
zroß find, mit aufliegender Kette durchfahren werden. Die Größe dieser Radien ist abhängig
on der Kettenspannung, dem Ablenkungswinkel der Kurve, der Wagenhöhe und dem Wagen⸗—
jewicht, und es muß, weun die Kurve mit Sicherheit durchfahren werden soll, das Stabilitätsnoment
bedeutend größer als das Kippmoment des Wagens sein. Wird in einer Kurve die
innere Schiene höher gelegt als die äußere, so wird die Sicherheit gegen das Umkippen der
Wagen erhöht.
Läßt sich eine Kurve nicht mehr mit hinreichender Sicherheit mit auf dem Wagen
siegender Kette durchfahren, so ist die Kette so zu führen, daß sie sich am Anfang der Kurve
von dem Wagen hebt und am Ende derselben wieder auf den Wagen, welcher auf der in
der Bewegungsrichtung der Wagen mit Gefälle gelegten Schienenbahn die Kurve selbstthätig
urchläuft, aufliegt. Die Versuche, das Durchfahren von Kurven, die sich nicht mit auf⸗
liegender Kette überwinden lassen, ohne die Verbindung zwischen Wagen und Kette zu lösen,
nach Art der Seilförderung auszuführen, haben zu keinem günstigen Resultat geführt, da
zierbei der Kettenverschleiß zu groß wurde.
5) Regelung der Wagenabstände und Förderung von Zwischenanschlag—
punkten.
Behufs Erzielung eines ungestörten Betriebes ist es erforderlich, die Wagen in möglichst
gleichen Zwischenräumen unter die Kette zu schieben. Am einfachsten macht man den gewöhn—
lichen Wagenabstand durch eine aufgehängte Lampe ersichtlich. Sicherer ist jedoch, einen
zesonderen Signalapparat anzubringen. Einen einfachen Apparat stellt Fig. 6, Bl. 31 dar.
In einer dem gewöhnlichen Abstande der Wagen entsprechenden Enfernung ist über dem
Geleise ein Hebel a gelagert, der mittelst des Drahtes b mit der Glocke o verbunden ist.
Ein anderer Signalapparat wird unten bei Besprechung der Kettenbremsbergförderung auf
der Grube Kohlwald beschrieben.
Kleine Unregelmäßigkeiten in der Förderung können durch entsprechende Regelungen der
Wagenabstände ausgeglichen werden; sind jedoch zeitweise nicht hinreichend beladene Wagen
borhanden, so muß entweder die Förderung ruhen oder es müssen statt der beladenen leere