Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

bald Rillen in das Holzfutter ein, sodaß die Kette nicht mehr nachrutscht. Von Zeit zu
Zeit muß daher das Holzfutter nachgedreht und wenn es hierdurch zu sehr geschwächt ist,
durch neues ersetzt werden. Nach hiesigen Erfahrungen halten die Holazkränze 13/, bis
2 Jahre und werden alle 3 bis 4 Monate nachgedreht.
Es stehen auch gußeiserne Scheiben mit Holzfutter und eingedrehten Kettenrillen im
Bebrauch, vor welchen eine zweite gußeiserne Gegenscheibe mit Kettennuten gelagert ist. Die
Kette geht aus der Strecke in die erste Rille der Kettenscheibe, von dort in die erste rRille
zer vorgelegten Scheibe, kehrt zurück zur Antriebscheibe und so fort. Auch hier geht die
dette so oft hin und her, bis dieselbe beim Anziehen auf der Antriebscheibe nicht mehr gleitet.
In Fig. 2, Bl. 31 ist eine von Briart konstruirte Antriebscheibe abgebildet. In dem
zußeisernen Kranze dieser Scheiben werden stählerne Klauen Keingeschraubt, die die Kette
nitnehmen und hierdurch ein Gleiten derselben verhüten. Die Länge der Kette muß genau
ibgemessen sein; da dieselbe sich jedoch beim Betriebe stets längt, ist bei diesen Scheiben die
Möglichkeit gegeben, durch Herausschrauben der Klauen das Längen auszugleichen. Um das
Einstellen der Klauen genau ausführen zu können, muß der Schaft derselben ein feines
Bewinde erhalten. Damit die Klauen beim Betriebe sich nicht zufällig drehen, ist eine Blech⸗
»latte r angeordnet. Das genaue radiale und sorgfältige Einstellen der Klauen ist für ein
toßfreies Arbeiten von Bedeutung. Den Durchmesser dieser Scheiben nimmt man zwischen
„OO m und 1,25 m, so daß sich dieselben namentlich dort eignen, wo keine großen Scheiben
enutzt werden können.
Fig. 3, Bl. 31 stellt eine in England und Belgien vielfach in Gebrauch befindliche
Zettenscheilbe dar. Sie ist ebenfalls aus Gußeisen hergestellt und mit schrägem Holzkranz
versehen; es sind mehrfache Kettenumschlingungen möglich. Zur Bewegung der Kette wirken
uußer der Reibung zwischen Kette und Trommel noch die am Umfange der letzteren ange—
hrachten Stege als Mitnehmer für die Kette. Die aus Stahl gefertigten Stege sind mittelst
ꝛersenkter Schrauben mit der Trommel verbunden, können also nach erfolgter Abnutzung leicht
zurch neue ersetzt werden.
2) Mitnehmer.
Die Kette liegt, wie erwähnt, über den Wagen und wird entweder von diesen direkt
»der von besonderen Mitnehmern getragen. Im allgemeinen ist es zweckmäßig, die Kette
nicht direkt von den Wagen tragen zu lassen, weil sonst die Kohlen zu sehr verstreut und zer⸗
leinert werden, auch ein Überladen der Wagen nicht gut angängig ist. Bei dieser Methode
nuß die Kette so schwer gewählt werden, daß sie die Wagen vermöge ihrer Adhäsion mit—
ummt, Es ist klar, daß dieses nutzlose Kettenmehrgewicht die Anlagekosten bei langen Förder—
ttrecken wesentlich erhöht. Ein Vorteil besteht allerdings darin, daß in geraden Strecken an
den Wagen keinerlei Vorrichtung angebracht zu werden braucht und der Betrieb sehr einfach
ist. Die gewöhnlichste Form der Mitnehmer ist die in Fig. 4, Bl. 31 abgebildete Gabel; sie
wird aus Flacheisen hergestellt und ist an die Kopfwand der Wagen angenietet. Wenn diese
mit dem Wagen fest verbundene Gabel nicht angewandt werden kann, hat man die Mit—
iehmer abnehmbar eingerichtet. Die Wagen werden in diesem Falle sämmtlich mit Mit—
iehmerhalter ausgerüstet, die zur Aufnahme der Mitnehmer eine Offnung haben. Der
zumeist im Gebrauch befindliche Mitnehmer ist in Fig. 5, Bl. 31 abgebildet. Der Schaft
sat in der Regel ovalen Querschnitt, der Zapfen meist rechtwinkeligen.

3) Kettengeschwindigkeit.
Die Kettengeschwindigkeit schwankt zwischen O,6 und 2,0 m in der Sekunde, in den
weitaus meisten Fällen wählt man dieselbe jedoch zwischen Oo,75 und 1,50 w. Dieselbe ist
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.