Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

Es werden gegenwärtig in der Stunde-60 Wagen bei 30 m Abstand und O m Seil—-geschwindigkeit
 gefördert. Durch Verminderung des Wagenabstandes und Erhöhung der
Fördergeschwindigkeit kann diese Leistung annähernd verdreifacht werden. In der jetzigen
Strecke befinden sich drei Kurven, die mit Hülfe von Kurvenrollen durchfahren werden
Bl. 30). Das glatte Förderseil von 22 wm Durchmesser legt sich einfach in die Einschnitte
»er Seilgabel. Der Antrieb der Seilförderung erfolgt durch einen 50-pferdigen Gleichstrom—
notor, von welchem aus die Bewegung mittels Riemens und zwei Paar Stirnräder auf
die Antriebscheibe a (Bl. 29) übertragen wird. Die der Antriebscheibe vorgelagerte Leit—
cheibe b ist dem Rillenabstande der ersteren entsprechend gegen die Vertikale geneigt. Die
Rillen der Antriebscheibe sind mit Seilfaden ausgefüttert, was sich gut bewährt hat. Das
aus der Förderstrecke kommende beladene Seil geht mit 3-Umschlingung um die Antrieb—
cheibe, dann auf die Gegenscheibe, dann wieder 1,, mal um die Antriebscheibe und schließlich
iber die selbstthätige Spannvorrichtung zurück in die Strecke. Die am Streckenende liegende
Rückkehrscheibe ist zum Spannen mit Schraube eingerichtet.
Die Primäranlage enthält eine liegende Dampfmaschine (D — 400, H — 700,
a — 100, PS. — 90), welche mittels Riemens eine Gleichstromdynamo betreibt, die bei
700 Minutenumdrehungen 45000 Watt (500 Volt, 90 Ampoͤre) leistet.
Die Fernleitung ist bis zum Schachte als blanke Kupferleitung, im Schachte selbst
als Patent-Okonitkabel von 50 qmm Kupferquerschnitt ausgeführt.

2. Kettenförderung.

Bei der Kettenförderung unterscheidet man zwei Methoden:
1) mit überliegender oder Oberkette,
2) mit unterliegender oder Unterkette.

A. Förderung mit überliegender Kette.
Hierbei sind zwei Geleise erforderlich, eins für die beladenen und eins für die leeren
Wagen. Der Zwischenraum zwischen den Geleisen wird so gewählt, daß die Wagen nicht
in Gefahr geraten, aneinander zu stoßen. Die Kette liegt über dem Wagen, geht von dem
Antriebe durch das eine Geleise zum Streckenende und kehrt durch das andere Geleise zum
Antrieb zurück. In der Nähe des Schachtes bezw. der Verladestelle befindet sich die Betriebs—
maschine mit der Antriebsscheibe und der Spannvorrichtung, an dem Streckenende die Umkehr⸗
station. Bezüglich der Betriebsmaschine, Spannvorrichtung und Umkehrstation wird auf die
oben behandelten gleichartigen Abschnitte der Seilförderung verwiesen.

1) Antriebscheiben.
Diese sind verschieden konstruirt. Meist wird die in Fig. 1, Bl. 31 abgebildete guß⸗
eiserne Scheibe mit abgeschrägtem und abgedrehtem Holzkranz benutzt. Die Scheiben erhalten
15 bis 2mn Durchmesser. Der Holzkranz, dessen Befestigung aus der Zeichnung ersichtlich
st, besteht aus Weißbuchen-, Akazien- oder Eichenholz. Die Kette wird so oft um die
Antriebscheibe geschlungen, bis erstere beim Anziehen auf der Antriebscheibe nicht mehr gleitet.
Die Umschlingungen schwanken zwischen 12/, und 31/, und sind abhängig von der Förderlänge
ind Fördermenge bezw. der aus diesen Faktoren und dem Eigengewicht resultirenden Span—
nung der Kette. Die Kette läuft stets an dem größeren Durchmesser auf; die Abschrägung
muß so gewählt werden, daß beim Ablaufen der Kette diese stets nach dem kleineren Durch⸗
messer selbstthätig nachrutscht. Die Kette läuft stets an derselben Stelle auf und schneidet
            
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