Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

zu seiner Handhabung einen Anlaßwiderstand und eine Schalttafel mit den nötigen Meß—
Pparaten.
Auch der Antrieb ist genau wie der für die Nordstrecke konstruirt; das Seil geht aus
»em Maschinenraum über die beiden Seile der Nordstrecke weg in die Richtstrecke nach
Osten. Letztere hat zwei Kurven, deren eine fast 900 Ablenkung hat. Am Ende der Strecke
liegt ein blinder Schacht, der die Gesammtförderung liefert. Die Endscheibe ist als Spann⸗
scheibe mit Schraubenspindel ausgebildet.
Zur Verständigung zwischen der Primäranlage und den beiden Sekundärstationen dient
eine elektrische Signalvorrichtung und ein Telephon. In der ganzen Länge der beiden Förder—⸗
trecken befinden sich in je 50 m Entfernung Zugkontakte, durch welche ein in dem Maschinen—
raum befindlicher Klingelapparat bethätigt wird. Man kann also von jedem Punkt der
Strecke Signale geben. Üübrigens merkt aber auch schon der Motorwärter an den Meß—
ipparaten jede Störung in der Strecke und kann dann, ohne daß ihm besonderes Signal
zegeben wird, eine Revision der Strecke veranlassen.
Die Förderkosten wurden bei dieser Anlage zu 6,5 Pfg. pro tkm ermittelt.
Elektrisch betriebene Seilförderung auf Zeche Friedrich der Große bei
derne in Westfalen (Bl. 28). — Die Anfang Januar 1896 in Betrieb gesetzte Seil⸗—
örderung hat eine Länge von 1750 m und leistet maximal 240 Wagen pro Stunde.
Die Primäranlage enthält eine liegende Zwillingsmaschine (D— 400, H — 600,
a — 100; 100 PS). Das gleichzeitig als Riemenscheibe dienende Schwungrad der Maschine
jat 41m Durchmesser. Die als Hauptstrommaschine gebaute Dynamo leistet 75000 Watt
5300 Ampoͤre, 150 Volt). Als Fernleitung dient ein Patent-Okonitkabel von 86 qmm
upferquerschnitt. Die bei 420 m Teufe liegende Sekundärstation enthält einen Haupt—
trommotor, der in der Minute 600 Umdrehungen macht. Vom Motor wird die Kraft
mittelst Riemen und doppelter Stirnradübertragung auf die Antriebscheibe übertragen.
Letztere ist mit Holzkranz versehen und besitzt drei Rillen. Die ihr vorgelegten Scheiben
sind besonders gelagert und drehen sich unabhängig von einander, durch welche Anordnung
der schädliche Einfluß des schnelleren Verschleißes der ersten Rille der Antriebscheibe auf—
jehoben ist. Der Seildurchmesser beträgt 26 mm, die Seilgeschwindigkeit O,7 m pro Sekunde.
Die Strecke enthält eine flache Kurve, in der das Seil durch Kurvenrollen geführt wird.
Zur Verständigung zwischen Primär- und Sekundäranlage dient ein Telephon, das
nuf letzterer Station wegen des störenden Geräusches der arbeitenden Zahnräder in einem
»esonderen Raume untergebracht ist. Als Signale dienen elektrische Signalvorrichtungen.
Mit der Kraftübertragung ist eine Beleuchtung durch Glühlampen verbunden. Es werden
nicht nur die Schachtfüllörter und der Maschinenraum, sondern auch die ganze 1750 m
ange Strecke elektrisch beleuchtet. In Abständen von je 40 mm sind die zu je vier Stück
sintereinander geschalteten 24-kerzigen Glühlampen angebracht.
Die Förderkosten dieser Anlage, die seit dem Tage der Inbetriebsetzung tadellos
unktionirt, haben sich zu 3 Pf. pro tkm ergeben.
Elektrisch betriebene Seilförderung der Grube Hostenbach (Bl. 29 u. 30).
Die Streckenförderung befindet sich im Querschlage der 260 m-Sohle und hat gegenwärtig
eine Länge von 920 m; nach vollständigem Ausbau wird sie eine Länge von 1600 mmer—
halten. Ursprünglich war die Anlage bis zum Ende der Grundstrecke im Flötz Karl aus—
zeführt; wegen der vielen Kurven der Grundstrecke funktionirte die Einrichtung jedoch nicht
zuverlässig und verursachte viele Störungen, weshalb man sich entschloß, die Seilförderung
in der Grundstrecke abzuwerfen und sie nur im Querschlag beizubehalten, bis die punktirte
Strecke im Flötz Heinrich fertiggestellt ist (Bl. 29).
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.