Begengewichtswagen verlagertz dieser bewegt sich auf einem um 150 gegen den Horizont
geneigten Schienengeleise. Das Förderseil aus Stahldraht ist 16 mm stark. Als Mit—
nehmer werden excentrische Gabeln G (Bl. 24) verwendet, die an der vorderen Kopfseite
der Förderwagen eingesteckt werden. Die Fördergeschwindigkeit beträgt 0,75 m, der Wagen⸗
abstand 30 m, sodaß in der Stunde 90 Wagen gefördert werden können. Der Elektro⸗
notor entwickelt unter den gegebenen Verhältnissen eine Leistung von 10 Pferdestärken.
Zur Bedienung der Anlage sind im ganzen 3 Mann erforderlich, und zwar ein
Maschinenwärter am Elektromotor und je ein Anschläger in der J. und II. Teilungsstrecke.
Der Maschinenwärter am Elektromotor stellt zugleich die leeren Wagen ein, während die
aselbst ankommenden beladenen Wagen selbstthätig das Seil verlassen und dem Förder—
chachte zulaufen. Die Kurven werden nach dem oben unter 11 (Kurvenrollen) beschriebenen
System Forster durchfahren. Das Herabfallen des Seiles von der Kurvenscheibe wird
zurch Pendelbarrieren P (Bl. 24) verhindert.
Elektrisch betriebene Seilförderung auf dem Kaliwerke der Gewerk—
chaft Wilhemshall (Bl. 25 u. 26). — Auf der 2500 m langen Strecke werden bei
Um Fördergeschwindigkeit rund 2000 t Nutzlast in 18 Stunden gefördert. Die horizontale
Strecke enthält mehrere starke und schwache Kurven. Um ein Durchfahren derselben ohne
Lösung der Wagen vom Seil zu ermöglichen, sind als Mitnehmer kleine Ketten von 2,550 m
Länge, 456 mm Stärke und 26—28 mum Gliedlänge gewählt, die mit einem Haken unten
am Wagen befestigt sind, während das andere Ende um das Seil geschlungen und eingehakt
wird. Diese elastische Verbindung gestattet ein Durchfahren der Kurven sowie das Hoch—
ühren des Seiles beim Anschlagen der Wagen aus Nebenstrecken ohne Lösung des Wagens
»om Seil.
Die Träger für die horizontalen Seilscheiben in den Kurven wurden bei dieser Anlage
in vorher eingemauerte Trägerenden angeschraubt, um den Betrieb beim Einbau nur möglichst
urze Zeit zu stören.
Der Antrieb der Seilförderung erfolgt durch einen 65-pferdigen Gleichstrommotor mit
Nebenschlußschaltung, der mittelst dreifacher Zahnradübertragung à, b und c (Bl. 25) die
»eiden Seiltrommelunt von je 2000 mm Durchmesser gleichzeitig antreibt. Zum schnellen
Anhalten der Förderung ist auf der ersten Vorgelegewelle eine Bremsscheibe d vorgesehen.
Am ferner den Motor bei Entgleisungen in der Förderstrecke vor Überlastung zu schützen,
ist in das schnelllaufende Rad eine Reibungskuppelung eingeschaltet. Das Anlassen des
Motors erfolgt mittelst Anlaßwiderstandes, der mit der Bremse derart in Verbindung steht,
aß durch einen einzigen Hebel h zunächst die Bremse gelöst und erst dann der Motor
illmählich eingeschaltet wird.
Elektrisch betriebene Seilförderungen der Zeche Ewald bei Herten in
Westfalen (Bl. 27). — Hier sind seit 1895 zwei Seilförderungen in der 500 m-Sohle,
ine von 2400 m Länge im Hauptquerschlag nach Norden und eine von 900 m Länge im
Richtquerschlag nach Osten im Betriebe. In der oberirdischen Primärstation wird durch
eine Dampfmaschine mittelst Seiltrieb zunächst eine Vorgelegewelle und von dieser aus durch
stiemen eine Verbund-Gleichstromdynamo betrieben, die bei einem Kraftbedarf von 110 P8.
14 Kilowatt bei 300 bis 350 Volt Spannung leistet. Zur Reserve ist eine zweite Dynamo
zleicher Leistung vorhanden, die durch eine de Leval'sche Dampfturbine mittelst Räder—
ibersetzung angetrieben wird.
Die Fernleitung von 183 qwm Kupferquerschnitt ist bis zum Schachte als blanke
Fernleitung und von da aus als eisenbandarmirtes Bleikabel mit Paragummi-Isolation
ausgeführt. Im Schachte wird das Kabel von Holzklammern gefaßt, die in Abständen