Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

erleidet das Hauptseil eine bedeutende Zug- und Biegungsbeanspruchung und muß daher
azußergewöhnlich stark gewählt werden. Diese Anordnung ist daher im allgemeinen nicht
porteilhaft.
Wenn die gesammte Seillänge nicht groß ist und keine Kurven vorhanden sind, können
zie Seile direkt in die Nebenstrecken geführt werden in der Weise, daß vor den Nebenstrecken
wweirillige und am Ende derselben einrillige Scheiben verlagert werden. Auch diese Methode
st nicht sehr empfehlenswert.
Sind mehrere Nebenstrecken vorhanden, so ist es zweckmäßig, für jede derselben einen
esonderen Antrieb zu wählen. Die Betriebssicherheit ist hierbei am größten, da alle Strecken
mabhängig von einander betrieben werden können, auch genügen leichtere, billigere Seile;
da der Seilverschleiß geringer ist, machen sich die größeren Anlagekosten schnell bezahlt.
diegen die Nebenstrecken, wie dies meist der Fall ist, weit vom Schachte, so dürfte Elek
rizität das geeignetste Triebmittel sein.

13) Ausgeführte Anlagen.
Elektrisch betriebene Seilförderung auf Grube Altenwald. — Das Flötz2
sst auf der III. Tiefbausohle in der Nähe der Eisenbahnschächte mit einem Einfallen von 80
ingefahren worden. Infolge des geringen Einfallens, das sich nach Norden hin bald bis
zu 20 verflacht, setzt das Flötz nicht bis zur IV. Tiefbausohle nieder. Die Aufschließung
des Flötzes hat daher in dem fraglichen Feldesteil von den Eisenbahnschächten aus in der
III. Tiefbausohle durch eine einfallende Strecke stattgefunden. Die Förderung in dieser
S0 m langen einfallenden Strecke wird durch eine mittelst elektrischer Kraftübertragung
etriebene Seilförderung bewirkt (Bl. 21).
Anfänglich wurden die in der III. Tiefbausohle zusetzenden Wasser zu einer in der
[V. Tiefbausohle aufgestellten 24-pferdigen, von innen beaufschlagten Radial-Partial-Turbine
nit horizontaler Achse geführt, die mit einer Nebenschlußdynamo direkt gekuppelt war (Bl. 22).
Die Dynamo leistete bei 480 Minutenumdrehungen 13 Kilo-Watt unter 440 Volt Spannung.
Der erzeugte elektrische Strom wurde mit Bleikabel durch den Gegenortschacht nach der
II. Tiefbausohle und in dieser durch den Hauptquerschlag nach dem etwa 600 m entfernten,
n unmittelbarer Nähe des Eisenbahnschachtes gelegenen 12-pferdigen Elektromotor geführt,
der mit doppelter Stirnradübersetzung die Antriebscheibe in Bewegung setzte (Bl. 23). Jetzt
teht die Primär-Maschine, eine durch eine Dampfmaschine angetriebene Gleichstrom-Neben—
chluß⸗Dynamo für eine Spannung von 330 Volt und eine Stromstärke von 90 Ampore,
in der Hängebank der Eisenbahnschächte. Der von dieser Maschine erzeugte Strom versorgt
iußer der Seilförderung noch einen Abteufhaspel, mehrere elektrische Stoßbohrmaschinen und
Bogenlampen. Der zum Betrieb der Seilförderung erforderliche elektrische Strom wird
nittelst eines sorgfältig isolirten, 3,6 mm starken Kupferkabels durch den Eisenbahnschacht II
nach der III. Tiefbausohle geleitet und setzt hier einen 16-pferdigen Motor in Bewegung,
er seinerseits die Bewegung durch Treibriemen und Zahnradübersetzungen auf die Seil—
mntriebscheibe überträgt. Um die mit weichem Hanfseil ausgefütterte Antriebscheibe, die einen
Durchmesser im Seillauf von 1,10 m hat, ist das Förderseil einmal herumgeschlungen, so
daß es ungefähr 8/, des Umfanges der Scheibe berührt; dasselbe wird dann über zwei
sorizontale Führungsrollen RR Bl. 21) in die Förderstrecke geführt. Der erste horizontale
Teil der Förderstrecke ist 1360 m lang. Die 450 m lange einfallende Strecke hat oben ein
Befälle von 80, das sich nach unten bis auf 20 verflacht. In die Teilungsstrecke J ist das
Zeil noch 240 mm weit hineingezogen. Die Gesammtlänge der Förderstrecke beträgt 840 m.
Unterhalb der Teilungsstrecke II ist die Spannscheibe 8 (Bl. 21) auf einem 800 kKg schweren
            
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