Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

groß sind. Alle leiden jedoch daran, daß die klemmenden Teile verschleißen und nicht mehr
sunktioniren, sodann müssen auch die Seile durch das fortwährende Klemmen und durch die
bis zum Augenblick des Klemmens erzeugte Reibung leiden. Wie schon oben erwähnt, ist
zür die gute Erhaltung der Seile ein sorgfältiges Schmieren derselben unerläßlich. Gleich
nach dem Schmieren dürften jedoch die wenigsten derartigen Apparate klemmen. Ferner ist
das Lösen der Wagen bei den meisten Mitnehmern nicht leicht und erfordert besondere Vor—
eichtungen. Gelingt es am Füllort nicht, den Wagen rechtzeitig auszukuppeln, so werden
die Apparate durch die Antriebscheibe gezogen und es können erhebliche Betriebsstörungen
berursacht werden. Endlich besteht bei sehr vielen dieser Apparate noch ein sehr erheblicher
Übelstand darin, daß schärfere Kurven nicht ohne Seilauslösen durchfahren werden können.

9) Mitnehmerhalter.

Die Mitnehmer sind nicht fest mit dem Wagen verbunden, sondern werden durchweg
erst beim Gebrauch in die am Förderwagen befindlichen Mitnehmerhalter gesleckt. Früher
wvurden letztere an die Kopfwände der Wagen befestigt. Weil die Wagen infolge des schiefen
Zuges in den Kurven und durch Anheben beim Anziehen leicht entgleisen, bringt man in
neuerer Zeit die Mitnehmerhalter in der Mitte des Wagens an.

10) Kurvenrollen.

Sind in den Strecken Kurven vorhanden, so muß das Seil um Rollen geführt werden,
die derart konstruirt sind, daß der Mitnehmer an ihnen vorbeistreicht, ohne das Seil los—
zulassen. Wie bereits erwähnt, ist dies bei Benutzung klemmender Mitnehmer nicht leicht
ind erfordert komplizirte Einrichtungen.
Von Maschinenwerkmeister Forster auf Grube Altenwald ist eine neue Art des
durvendurchfahrens eingeführt worden; sie hat den großen Vorteil, daß jede auch noch so
charfe Kurve mit nur einer Rolle ohne Seilauslösung mit größter Betriebssicherheit durch—
'ahren werden kann. Die Einrichtung besteht darin, daß in der Kurve an Stelle des
Bestänges eine glatte Bühne tritt. Die Führung des Wagens durch die Kurven übernimmt
das Zugseil, welches über eine Kurvenscheibe von O,50 m Radius geführt ist. Diese Scheiben
ind senkrecht an der Firste verlagert und so hoch angebracht, daß die Offnung der Mit—
rehmergabel des durchfahrenden Wagens in gleicher Höhe mit dem Scheibenmantel steht und
deren Lage zu dem unterbrochenen Gestänge eine solche ist, daß die Verlängerung der Mittel—
inie des Gestänges die Tangente an die Projektion der Scheibe auf die Sohle bilden würde.
HDierdurch ist der seitliche Zug des Seiles auf die Scheibe übertragen und der Wagen durch—
ährt ohne Störung den Weg, welcher dem Seile durch die Scheibe vorgeschrieben ist.

11) Tragerollen.
Zum Tragen des Seiles in der geraden Strecke dienen Tragerollen, die in Entfer—
nungen von 30 bis 50 m, sowie an den Anschlagpunkten eingebaut werden. Die Trage—
rollen halten das Seil so hoch, daß der Wagen ohne Mitnehmer untergeschoben werden
kann, ohne mit dem Seil in Berührung zu kommen.

12) Förderung aus Nebenstrecken.
Die Förderung aus Nebenstrecken wird vielfach in der Weise betrieben, daß das Zug—
eil der Hauptstrecke um eine horizontal gelagerte Scheibe geführt wird, auf deren Achse eine
weite Horizontalscheibe aufgekeilt ist, die als Treibscheibe für die Nebenstrecke dient. Hierbei
            
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