Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

Arbeiter das Tragen gänzlich erspart, und es kam nun noch darauf an, durch weitere Aus—
bildung der Räder und Bahnen das Spurhalten zu erleichtern, also zu bewirken, daß die
Fördergefäße auch ohne Geschicklichkeit des Arbeiters nicht die Förderbahn verlassen konnten.
Bei den ältesten Fördergefäßen dieser Art, den ungarischen Hunten, muß der Arbeiter noch
benso, wie bei den Karren durch Geschicklichkeit die Spur halten. Durch das Anbringen
ines Spurnagels am Boden des Huntes, der sich in einem Schlitze der Förderbahn be—
vegte, machte man den ersten, wenn auch nicht glücklichen Versuch, auch diese Mühe dem
Arbeiter abzunehmen und so seine Leistungsfähigkeit zu vergrößern. Später brachte man
auf den Förderbahnen Spurlatten an, behielt aber die glatten Räder bei — deutsche Wagen
und Gestänge — bis endlich im Jahre 1773 auf dem Harz die Räder mit Spurkränzen
versehen wurden. Die Hunte mit Spurkränzen liefen auf hölzernem Gestänge ohne und
nit Eisenbelag, welche später durch schmiedeeiserne und stählerne Förderschienen ersetzt wurden
— englische Wagen und Gestänge. Unter örtlich günstigen Verhältnissen kommt auch die
Förderung zu Wasser zur Anwendung.
Hiernach sind als Fördermethoden zu unterscheiden:
1) Tragen, 2) Schleifen, 3) rollende und 4) schwimmende Förderung.

J. Tragen.

Die Methode ist nur möglich bei reichen Erzen, überhaupt bloß zu entschuldigen in
niedrigen und engen Räumen und ganz unregelmäßiger Sohle, wo künstliche Vorrichtungen
nicht anzubringen sind. Die Massen werden, in Körben oder Säcken verpackt, auf dem
Rücken oder über der Schulter getragen; werden Tiere zum Tragen verwendet, so wird die
Last auf beiden Seiten derselben in Körben angebracht. Die mittlere Leistung eines
Arbeiters ist 259 kg mit O,5 mn Geschwindigkeit pro Sekunde, wogegen ein Pferd etwa
— 0
dergauf leistet es nicht mehr als drei Menschen.

II. Schleifen.

Als Fördergeräte beim Schleifen dienen der Schlepptrog und der Schlitten.
Während beim Schlepptroge die Schlittenkufen an die Langseiten des Tragekastens ange—
racht sind, stehen beim Schlitten die Kasten auf besonderen Kufen. Im hiesigen Reviere
verden die Schlepptröge auch Schlitten genannt; sie stehen nur noch vereinzelt in An—
vendung; ihr Kasten besteht aus Eichen- oder Kiefernbrettern, ist im Lichten 1,25 meolang,
),63 mubreit und 0,26 m hoch, und die Langseiten treten in der Mitte O,Im unter dem
Boden hervor, bogenförmige, eisenbeschlagene Kufen bildend (Bl. 1, Fig. 1). Der Inhalt
ist o,22 cebm; durch Aufsatzbretter erhöht man denselben wohl bis zu O,5 cbm, um mit
einer Schlittenladung einen Wagen von gleichem Inhalte, bezw. mit ca. 500 kg Kohlen
füllen zu können. Man hat Gestänge für die Schlitten angebracht, das aus 16 em starken
Schwarten mit 5 em-Spurlatten besteht. In den 8 bis 100 fallenden diagonalen Abbau—
strecken geht der Schlepper abwärts rückwärts; an den beiden kurzen Seiten des Schlittens
befindet sich ein eiserner Haken, an dem das Sielzeug zum Fortziehen des Schlittens be—
estigt wird; auch wird der entleerte Schlitten auf dem Kopfe von dem Schlepper aufwärts
zetragen. In der Förderstrecke ist beim Ausgang der geneigten Abbaustrecke eine Sturz—
dühne angebracht. Auf 94 m Förderlänge wird ein Schlitten mit 500 Kg Ladungsfähig—
teit 25 mal, im ganzen also 12 500 Kg in der achtstündigen Schicht herabgefördert, auf
            
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