Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

Charakteristisch ist, daß die Unbrauchbarkeit der Drahtseile sich nicht gleich in plötz—
lichem Brechen des Seiles äußert, sondern daß zuerst eine unverhältnismäßig große Aus—
»ehnung derselben (ein Strecken) eintritt; man findet dann, daß das Seil, welches bereits
»ine große Anzahl Bruchstellen einzelner Drähte aufweist, bald nur noch aus kurzen Draht⸗
tücken besteht.
Sodann sei noch besonders darauf hingewiesen, daß das Seil behufs Erzielung einer
angen Haltbarkeit gut behandelt werden muß. Heftige Stöße u. s. w. sind möglichst zu
oermeiden, auch muß das Seil regelmäßig in kurzen Zwischenräumen geschmiert werden.
Als Schmiermaterial stehen verschiedene Gemische in Anwendung, z. B. rohes Leinöl wird
mit Holzteer (zur Hälfte) gemischt. Dem Seile einen vollständigen Schmierüberzug zu
geben hat den Nachteil, daß das neue Fett nicht eindringen kann und die Seile innen stark
rosten. Wie groß der Einfluß des Schmierens ist, beweist die gemachte Erfahrung, daß
regelmäßig geschmierte Seile gegenüber den nicht geschmierten Seilen unter denselben Ver⸗
sältnissen, derselben Seilkonstruktion und gleichem Drahtmaterial die doppelte Haltbarkeit
»esaßen. Unter solchen Umständen ist also jede Knoten- und Mitnehmer-Konstruktion, die
ein reichliches Seilschmieren nicht zuläßt, entschieden zu verwerfen.
Um nun betreffs des regelmäßigen Schmierens nicht von der Zuverlässigkeit der
Arbeiter abhängig zu sein, sind verschiedene selbstthätige Seilschmierapparate eingeführt
vorden, wovon sich der in Fig. 12, Bl. 14 dargestellte sehr gut bewährt hat. Er besteht
aus einem schmiedeeisernen Untersatz àa, einem beweglichen Armes b, der Rolle e und einem
Schmierbehälter d mit dem Tropfhahn e. Aus dem Schmierbehälter tropft das Ol auf
die mit Filz bandagirte Rolle c, die mit ihrem Gewicht auf dem Seiles ruht und die
Schmiere auf dieses überträgt. Wird nicht geschmiert, so kann die Rolle hochgehangen werden.
Die Seilgeschwindigkeit schwankt bei der Förderung mit überliegendem Seil ohne
Ende zwischen 0,5 bis 1,0 m pro Sekunde, während man bei den älteren Seilförderungs—
ystemen genötigt war, behufs Erzielung größerer Fördermengen die Seilgeschwindigkeit bis
zu 4 und 6 mm in der Sekunde zu wählen. Über 1mm in der Sekunde wird kaum gewählt,
neist wohl O,75 mm, man ist sogar verschiedentlich bis zu O,33 m pro Sekunde herabgegangen.
Bei einer Seilgeschwindigkeit von O,5 mm pro Sekunde lassen sich bei 10 m Wagenabstand
in der 8⸗-stündigen Schicht — —* — 1440 Wagen fördern. Falls mit einem
Mitnehmer zwei Wagen bewegt werden oder der Wagenabstand auf 5 m verringert wird,
»erdoppelt sich die Leistung. Wird die Seilgeschwindigkeit niedriger genommen, so befinden
ich bei Erzielung derselben Fördermenge weit mehr Wagen unter dem Seil. Wenn nun
nuch die zu verrichtende Arbeit in beiden Fällen gleich ist, so ist doch die Zugbeanspruchung
des Seiles in diesem Falle eine größere. Dies bedingt stärkere, also schwerere und teuerere
Seile, eine Vergrößerung der Zapfenreibung bei den Kurvenrollen u. s. w. Sodann müssen
entweder langsamer laufende Maschinen gewählt werden, oder man erhält ein großes Üüber—
etzungsverhältnis in den Zahnrädern. Beides verteuert die Anlagen unnötigerweise. Ferner
nuß bei geringerer Geschwindigkeit der Wagenpark größer sein.

6. Seilknoten.
Um einfache Mitnehmer anwenden zu können, hat man auf eine ältere, bei den Luft—
eilbahnen schon seit vielen Jahren in Gebrauch befindliche Seilkonstruktion mit Seilver—
zickungen, Seilknoten, zurückgegriffen, welche in gewissen von der Fördermenge und Seil—
Jeschwindigkeit abhängigen Abständen angebracht werden. Ein guter Seilknoten muß drei
Bedinqungen eriũllen:
            
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