Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

rine derartige Konstruktion. Das Holzfutter nutzt nicht leicht ab und kann allenfalls ohne
Schwierigkeit erneuert werden. Der Reibungskoeffizient wird etwa O, 19 bis 0,20 betragen.
Alle mehrrilligen Scheiben haben den Fehler, daß diejenige Rille, die das Seil ein—
jolt, sich am meisten abnutzt und vertieft, während die Abnutzung der folgenden Rillen eine
vortschreitend geringere ist. Der Unterschied, welcher sich daraus für den Umfang der ver—
chiedenen Rillen ergiebt, wirkt sehr ungünstig auf das Seil ein. Ist z. B. die Auflauf⸗
rille nur 5 mmm tiefer eingelaufen als die Ablaufrille, so ist der Umfang der ersten Rille
5.2. — 31,4 mm kleiner als der Umfang der Ablaufrille und es muß sich das Seil
demzufolge auf der Antriebscheibe auf diese Länge strecken oder um ein entsprechendes
Stück gleiten.
Dieser Üübelstand bei den mehrrilligen Scheiben führte zur Konstruktion der Walker'—
schen, sowie solcher Antriebscheiben, bei welchen eine halbe Umschlingung genügt, um ein
Bleiten zu verhindern. Die Walker'sche Scheibe ist in Fig. 17, Bl. 13 skizzirt und wird
owohl zur Antrieb- als auch zur vorgelegten Scheibe benutzt. Auf dem Kranze 4 der
Scheibe sind mit Seilrillen versehene schmiedeeiserne oder stählerne Ringe b angebracht.
Diese Ringe können sich unabhängig von einander drehen und werden nur durch die Reibung
am Scheibenumfange mitgenommen. Der Flanscheg bildet mit der Scheibe ein Ganzes,
wvährend sich der Flansch e behufs Aufbringen der Ringe b abnehmen läßt und durch
Schrauben d befestigt wird. Es gleiten also alle Ringe unabhängig von einander, weshalb
ein Strecken des Seiles nicht eintreten kann.
Vorzugsweise bei einrilligen Antriebscheiben kommen die Klemmbacken- oder Greifer⸗
Scheiben zur Verwendung. Auf dem Kranze dieser Scheiben sind Klemmbacken oder Greifer
ingebracht, die das Seil so fest ergreifen, daß es weder gleiten, noch seine Form verändern
ann. Die Backen klemmen um so fester, je größer der Seilzug ist, während die Backen sich
»eim Ablaufen des Seiles öffnen und dieses freilassen. Für ein gutes Funktioniren dieser
Scheiben ist Bedingung, daß für bestimmte Seildurchmesser entsprechende Klemmbacken ge⸗
vählt werden.
Fig. 18, Bl. 13 zeigt eine Konstruktion, bei welcher die Klemmbacken a, die sich um
die Bolzen b drehen, mittelst der Lappen e und der Schraube d außen an den Kranz e
»er Scheibe befestigt sind. Hierbei ist jedoch ein Lockern der Backen bei stärkerer Bean—
pruchung nicht ausgeschlossen.
Bei der Konstruktion Fig. 19, Bl. 13 ist dieser Fehler ausgeschlossen. Der Scheiben—
ranz a ist einteilig und so geformt, daß die Zapfen b der Klemmbacken c von oben ein⸗
zelegt werden können. Dieselben sind in ihrer Lage drehbar durch die Hakenschrauben d
festgehalten. Letztere werden durch die entsprechenden Aussparungen der Backen gesteckt; die
Zapfen liegen zwischen den Versteifungsrippen e. Den Zapfendruck, der durch das Zwischen⸗
eilen des Seiles hentsteht, nehmen die Widerlager i des Scheibenkranzes a auf. Es können
jierbei die einzelnen Backen ausgewechselt werden, ohne daß der ganze Kranz ausdinander—
zenommen zu werden braucht. Ferner kann jedes Backenpaar für sich zusammengepreßt
verden, wodurch ein gleichmäßiges Klemmen erzielt werden kann.
Die sämmtlichen Seilscheiben sollen einen möglichst großen Durchmesser erhalten,
»amit die Biegungsbeanspruchung des Seiles möglichst gering wird.
In Fig. 1, Bl. 14 ist ein gut konstruirter, in vielen Fällen anwendbarer Antrieb
kizzirt. Die Maschinenkammer A liegt mit dem Querschlage B parallel und ist von diesem
zurch eine Mauer C getrennt. In der Maschinenkammer liegt die Betriebsmaschine à mit
dem Vorgelege b. Die Maschine arbeitet mit selbstthätig variabler, von einem gemeinschaft⸗
lichen Regulator c beherrschten Füllung. Mittelst des Zahnrades b wird die Kraft auf
            
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