Maschine bei plötzlicher teilweiser Entlastung verhindert. Es empfiehlt sich, das Schwung—
rad mit einer soliden Verzahnung zu versehen und ein Schaltwerk einzubauen, damit die
Maschine beim Anfahren über den toten Punkt gebracht werden kann.
Die Betriebsmaschine kann entweder über oder unter Tage aufgestellt werden. Falls
die Maschine über Tage aufgestellt wird, ist eine zweifache Anordnung möglich. Entweder
wird die Kraft mittelst Seiltransmission durch den Schacht nach unten geleitet, oder aber
der ganze Antrieb steht über Tage und die Seile aus der Strecke gehen durch den Schacht
nach oben; erstere Anordnung ist entschieden vorzuziehen.
Bedingung für die Aufstellung der Betriebsmaschine über Tage ist, daß ein besonderes
Schachttrumm für die Seile zur Verfügung steht und daß der Schacht nicht zu tief ist.
Bei gleichzeitiger Benutzung eines anderen Trummes, z. B. des Pumpentrummes, sind bei
inem eintretenden Seilbruch größere Beschädigungen an den Pumpen zu gewärtigen. Das
Seil hat in der Nähe der Antriebscheiben, also oben im Schachte, die größte Spannung,
ind daher dürfte mit ziemlicher Sicherheit ein allenfalsiger Bruch an dieser Stelle eintreten.
Das aus einer Höhe von mehreren hundert Metern herabstürzende Seil kann ganz bedeutenden
Schaden anrichten. Ferner ist in nassen Schächten der Seilverschleiß ein erheblich größerer,
ils wenn Maschine und Antrieb unter Tage stehen, er wird noch vergrößert durch die vielen,
neist rechtwinkeligen Biegungen, die das Seil erleidet.
3. Antrieb und Antriebscheiben.
Die sorgfältige und sachgemäße Konstruktion des Antriebes ist ein wesentliches Er—
ordernis für eine lange Seildauer bezw. für die Rentabilität einer jeden Anlage; jede
unnötige Biegung des Seiles ist zu vermeiden, weil diese sehr schädlich sind, vielfach auch
tärkere Seile erforderlich machen, um eine Überanstrengung derselben zu verhüten. Konische
Zahnräder sind möglichst zu vermeiden und thunlichst vertikale Antriebscheiben zu wählen.
Im ablaufenden Seiltrumm ist die Spannvorrichtung anzuordnen.
Da es nicht wie bei den Kettenförderungen thunlich ist, das Seil mehrfach um die
Antriebscheibe zu schlingen, muß derselben eine zweite Scheibe vorgelagert werden. Während
die Antriebscheibe verschieden konstruirt sein kann, ist die vorgelegte Scheibe fast ausnahmslos
eine gußeiserne Rillenscheibe. Auf der Antriebwelle können auch Kuppelungen angebracht
verden, damit mehrere Antriebscheiben für Förderungen aus verschiedenen Strecken in Betrieb
Jesetzt werden können. Bei der Wahl der Konstruktion der Antriebscheiben ist die Seil—
pannung zu berücksichtigen. Es muß, damit kein Gleiten des Seiles stattfindet, die Seil—
reibung auf der Antriebscheibe größer sein als die gesammten Widerstände der Strecke.
Mehrrillige gußeiserne Scheiben sind einfach und werden bei kleineren Seilspannungen viel—
ach benutzt. Wegen des geringen Reibungskoeffizienten, etwa O, 18, erhält man bei großen
Seilspannungen zu viele Umschlingungen, welhalb in solchen Fällen eine andere Konstruktion
jewählt werden muß. Die Zahl der erforderlichen Umschlingungen läßt sich berechnen.
Um den Reibungskoeffizienten zu erhöhen, werden die Rillen der Antriebsscheiben mit
Hanfseilen oder Leder ausgefüttert. Die Ausfütterung mit Hanfseilen ist einfach und dort
anzuwenden, wo eine halbe Umschlingung, also eine Rille genügt. Für mehrere Rillen ist
die Ausfütterung mit Lederabschnitten zu empfehlen. Der Reibungskoeffizient bei diesen
Scheiben beträgt etwa 0,24. Findet infolge von Wageüentgleisungen ein zeitweises Gleiten
des Seiles statt, leidet die Ausfütterung sehr; os werden deshalb ———
dei denen mit Entgleisungen gerechnet werden muß, besser gußeiserne Scheiben mit Holz—
ranz benutzt, in welch' letzterem die Seilrinnen eingedreht werden. Fig. 16, Bl. 13 zeigt