Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

VI. Abschnitt.

Förderung.

Außer der Ausbildung der fortschaffenden Mechanik sind besonders dem Steinkohlen—
zergbau die großen Fortschritte in der Grubenförderung zu danken, der die dringendste Ver—
inlassung hierzu hatte, da das größte Haufwerk bei geringstem Werte fortzubewegen ist.
Als allgemeine Regeln sind festzuhalten, daß nicht mehr Masse zu Tage gebracht wird,
ils unbedingt notwendig ist; bei Erzen sind die verschiedenen Sorten möglichst schon in der
Grube bei der Förderung getrennt zu halten; unnötiges Umfüllen hat man zu vermeiden,
da es Geld kostet und bei Kohlen den Gries vermehrt. Man hat die kürzesten Förder—
wege zu wählen und diesen die richtige Neigung zu geben, um die vorhandenen Kräfte bei
der Bewegung der leeren und beladenen Fördergefäße möglichst gleichmäßig in Anspruch zu
iehmen, Veränderungen von Richtungslinien in tonnlägigen Schächten zu vermeiden, ins—
desondere abgesetzte Schächte, desgleichen auf- und absteigende Wege. Es hat die beste Ver—
vendung der vorhandenen Kräfte einzutreten, wobei zu erwägen ist, daß Tiere und Menschen
das Maximum bei einer gewissen mittleren Geschwindigkeit leisten.
Es ist zu unterscheiden: Grubenförderung und Tageförderung, und als Ver—
»indung beider Schachtförderung, bei der Grubenförderung ferner Streckenförderung
uuf söhligen oder mäßig geneigten Wegen, Bremsbergförderung unter Einwirkung der
Schwere abwärts, durch Maschinen auf geneigten Wegen aufwärts.

A. Stretkenförderung.

Hierbei kommt zunächst das Zusammensäubern der Massen und das Einfüllen
in die Fördergeräte durch Wegfüllarbeit in Betracht. Bei hartem und schwerem
Zaufwerk bedient man sich hierzu des Bergtrogs oder des Korbes und der Bergkratze;
ꝛei Steinkohlen und ähnlichen Massen wird die Schaufel zum Einfüllen angewendet, auch
der Kräl zum Heranholen der Stücke. Zur Erleichterung des Einfüllens in die Förder—
gefäße dienen Rollen. Wenn ein Umladen aus einem Fördergefäße in ein anderes statt—
indet, muß man für die Anwendung von Sturzbühnen sorgen.
Im allgemeinen läßt sich bei den Fördereinrichtungen eine fortlaufende Vervollkomm—
aung verfolgen. Die naturgemäßeste und älteste, aber unvollkommenste Förderung war das
Tragen geringer und das Schleifen großer Lasten. Mit Einführung der Karren nahm
nan dem Arbeiter einen Teil der Last ab und verwandelte gleichzeitig durch das Anbringen
ines Rades die gleitende Reibung in die geringere rollende.
Bei den vierräderigen Fördergefäßen, den Hunten oder Wagen, hatte man dem
            
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