Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

Seil muß vielmehr stets geschlossen bleiben und wwi sind Gestellwagen, die je 2 Förder—
wagen aufzunehmen vermögen. Zum Aufschieben der letzteren sind besondere Vorkehrungen
in der Strecke getroffen. Es kann mit großer Geschwindigkeit gefördert werden. Für
größere Längen erscheint sie aber trotzdem nicht leistungsfähig.

IV. Förderung mit Seil ohne Ende.

Zur Erzielung einer nennenswerten Leistung müssen bei den vorhergehenden Methoden
der Seilförderungen die Züge und Geschwindigkeiten groß gewählt werden; es bedingt dies
einen großen Wagenpark und schweres, tadellos verlegtes Geleise. Ferner müssen die
Adurvenradien sehr groß sein, auch ist große Spurweite und vorzügliche Achsenlagerung
erforderlich. Sodann gestatten diese Fördermethoden vorteilhaft nur die Förderung von
einem bezw. von bestimmten Endpunkten. Eine allgemein auszuführende Fördermethode
iber muß folgende Bedingungen erfüllen:
1) Große Betriebssicherheit; 2) trotz der durch gegebene Verhältnisse bedingten geringen
Fördergeschwindigkeit von O,8 bis O, 75 m pro Sekunde große Leistungsfähigkeit; 3) Kurven
vit Radien von 7,5 m und weniger müssen ohne Seilauslösen störungsfrei durchfahren
werden; 4) es müssen ohne Schwierigkeiten beliebig viele Anschlagepunkte eingerichtet werden
tönnen; 5) die Förderung muß ohne Beachtung der Wagenabstände stattfinden können;
3) die Förderkästen müssen möglichst niedrig sein; 7) der Einbau und die Inbetriebsetzung
nuß ohne Störung des vorhandenen Betriebes erfolgen.
Diese Bedingungen werden nur bei Förderungen mit Seil ohne Ende, namentlich mit
zberliegendem Seil, erfüllt, und daher dürfte dieser Methode auch die Zukunft gehören.

I. Förderung mit unterliegendem Seil ohne Ende.
Diese Fördermethode wird noch vielfach in England und Schottland angewandt.
Das Geleise kann in drei verschiedenen Weisen angeordnet sein:
1) Auf der ganzen Förderlänge liegt Doppelgeleis. Ein Geleis dient für
aie beladenen Wagen, das andere für die leeren. Es kann hierbei sowohl mit einzelnen
Wagen, als in Zügen gefördert werden.
2) Die Förderstrecke erhält in ihrer ganzen Länge drei Schienen und
nur an der Begegnungsstelle der Züge und an den Enden der Strecke Doppel—
Jeleis. Die beiden Seile werden an der Ausweichstelle durch Rollen seitlich gebogen und
nn die Mitte jedes Geleises gelegt. Die beiden Züge müssen auf genau gleiche Entfernung
oon dem Ausweichplatze am Seile befestigt werden, damit ein Begegnen der Züge nur in
dem Doppelgeleise stattfindet; anderenfalls würden große Störungen unvermeidlich sein.
Es kann also nur in Zügen gefördert werden. Ausgeführt ist diese Methode auf Hart on—
Brube bei Newcastle.
3 Es ist nur ein Geleise vorhanden:

à. Das Seil läuft immer in demselben Sinne um:
Die beiden Seile sind ungefähr 0,20 m voneinander zwischen den Geleisen geführt,
und für die sich begegnenden Züge sind Ausweichstellen geschaffen. Die Führung des Seiles
mn diesen erfolgt durch Kurvenrollen. Da die Räder jedes Zuges bei den Weichen über
das Seil hinweg müssen, sind Zungen angebracht, die über das Seil geschoben werden.
Diese Arbeit besorgt ein Junge, und zwar muß sowohl beim Einlaufen des Zuges in die
Weiche, wie beim Ausfahren aus derselben je eine Zunge umgestellt werden.
            
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