Neben dem Kabel für einen Stromleiter werden auch solche gefertigt, die zugleich
Hin- und Rückleitung oder bei Dreiphasenstrom alle drei Leitungen enthalten, sogenannte
onzentrische Doppel- oder Dreileiter-Kabel.
Zum Schutze der Leitungen gegen eine zu hohe Stromstärke werden an allen Abzweig—
tellen sowie vor jeder Dynamo oder jedem Motor Bleisicherungen angebracht, welche infolge
»es größeren Leitungswiderstandes sich erwärmen und durchschmelzen, bevor die Leitung
gefährdet wird.
Bei den Berechnungen der Leitungen nach den oben mitgeteilten Formeln hat man
stets noch zu prüfen, ob die Stromdichte, d. h. die Stromstärke in Ampère pro qmm nicht
zu hoch ist. Die zulässige Stromdichte beträgt bei Leitungen bis 5 qmm Querschnitt 5 A.
oro qmm, bis 10 qum — 4 A. pro qmm, bis 50 amm — 3 A. pro qmm und darüber
zinaus — 2 A. pro qmm Querschnitt.
Antrieb der Dynamomaschine. Zum Antrieb der Dynamomaschine (Strom—
erzeuger) wendet man meist Dampfmaschinen liegender und stehender Bauart, außerdem
Dampfturbinen, Wasserturbinen und Gasmotoren an, während andere Motoren Petroleum⸗,
Benzin- und Heisluft-Motoren) bislang wenig benutzt werden. Die ausgedehnteste Anwen—
»ung finden Dampfmaschinen; dieselben sind für Dynamobetrieb im allgemeinen schnell—
saufend mit schweren Schwungrädern und rasch und sicher wirkendem Regulator, also für
nöglichst gleichmäßige Umlaufsgeschwindigkeit gebaut, weil davon die Erzeugung einer kon—
tanten Stromspannung in der Dynamo in erster Linie abhängt.
Zur Verbindung der Betriebsmaschine mit der Dynamo wendet man Riemen- und
Seilbetrieb an; große Dynamos hingegen kuppelt man direkt mit der Dampfmaschine, eine
Anordnung, die durch den Fortfall der Zwischenglieder weniger Arbeitsverluste und größere
Betriebssicherheit ergiebt. Dynamos, die direkt mit der Dampfmaschine gekuppelt sind,
tennt man kurz Dampfdynamos.
1. Seilförderung.
Die Seilförderung besitzt gegenüber der Kettenförderung den Vorteil der erheblich
zrößeren Betriebssicherheit. Das Seil ist weit weniger der Gefahr des plötzlichen Reißens
zusgesetzt als die Kette; bei letzterer bildet jedes Glied eine gefährliche Stelle und reißt
olötzlich, ohne daß trotz sorgsamster Wartung vorher irgend ein Schaden wahrzunehmen
gewesen wäre. Dies geschieht beim Seil fast nie, es reißen vorab einzelne Drähte und
Litzen, und nach beendeter Schicht kann der Schaden durch Zwischenspleisen eines kürzeren
Seilstückes leicht beseitigt werden. Bei der Kettenförderung sind plötzliche Brüche nicht zu
permeiden, und während des Zusammenschweißens oder der Wiedervereinigung durch besondere
dettenverbindungsglieder ruht die ganze Förderung. Sodann hat die Kette ein bedeutend
jöheres Eigengewicht als das Seil. Da das Mehrgewicht nutzlos mitgeschleppt werden
nuß, bedeutet dies eine Kraftvergeudung und erfordert auch schwerere und somit teurere
Maschinen und Antriebe. Bei gleicher Bruchfestigkeit ist die Kette sechs- bis siebenmal so
chwer als das Seil. Bei auf den Wagen direkt aufliegender Kette können die Wagen nur
trichvoll beladen werden, weil die Kohlen sonst leicht in der Strecke zerstreut werden,
während bei dem Seile, das mit dem Wagen durch aufgesteckte Gabeln verbunden ist, die
Wagen hoch beladen werden können. Mittelst Seil können ferner Kurven leichter als mit
der Kette durchfahren werden. Weil bei der Kettenförderung Tragerollen sich nicht besonders
eignen, müssen die Wagen in beiden Geleisen sich regelmäßig folgen oder leere Wagen im
oollen Geleise laufen.
Weiter ist beim Vorhandensein mehrerer Anschlagepunkte das Ein- und Auswechseln