Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

zeschaltet und die Wickelung in sich kurz geschlossen, so daß sich im normalen Betriebe der
Motor mit Schleifringen genau wie ein solcher ohne Schleifringe verhält.
Die Motoren ohne Schleifringe brauchen zum Anfahren unter Belastung etwa das
Dreifache der normalen Betriebsstromstärke und eignen sich daher, abgesehen von kleinen
Motoren, weniger zur Stromentnahme aus gleichzeitig für Beleuchtungsbetrieb dienenden
Leitungsnetzen. Sie bieten aber den Vorteil, daß die schleifenden Kontakte vollständig fehlen.
Da die Umdrehungszahl der Drehstrommotoren von der Wechselzahl der Primär—
naschine und ihrer eigenen Polzahl abhängt, letztere aber nur eine ganz bestimmte, nämlich
zwei, vier, sechs acht u. s. w. sein kann, so sind bei gegebener Wechselzahl nur ganz bestimmte
Amdrehungszahlen möglich, z. B. bei 100 Polwechsel pro Sekunde 3000, 1500, 1000, 750
u. s. w. Umdrehungen in der Minute. Diese theoretische Umdrehungszahl erreicht jedoch der
Drehstrommotor nur bei seinem Leerlauf, bei Belastung bleibt er um einen gewissen Betrag,
die sog. Schlüpfung in der Tourenzahl zurück und zwar wechselt die Schlüpfung mit der
Belastung. Unter Schlüpfung versteht man den Unterschied zwischen der Winkelgeschwindig—
eit des magnetischen Feldes und derjenigen des sich drehenden Ankers. Der Anker sucht
eine Geschwindigkeit bis zum Synchronismus zu steigern, erreicht ihn aber niemals: denn
»hne Schlüpfung würden keine Ströme induzirt werden. Bei Motoren ohne Schleifringe
»eträgt die Schlüpfung bei Vollbelastung je nach der Größe derselben 5 bis 60/,, bei
HMotoren mit Schleifringen 2,5 bis 50/4.
Eine Regulirung der Umdrehungszahl erfolgt bei Drehstrommotoren entweder
)zurch Einschalten von Widerstand in die Wickelung des rotirenden Ankers, was jedoch einen
Energieverlust bedingt, oder durch ünderung der Primärwechselzahl. Eine Regnlirung in
eliebigen Abstufungen hingegen ist nicht möglich.
Die Umsteuerung der Drehstrommotoren geschieht durch Umwechseln zweier
Zuleitungen mit Hilfe eines Umschalters. Der Umschalter soll nur während des Still—
tandes des Motors bedient werden.
Kleine Drehstrommotoren bis zu etwa / PSs, gleichgültig ob mit Schleifringen oder
ohne solche, können mittels Ausschalters in und außer Betrieb gesetzt werden, größere Motoren
rfordern Anlaßwiderstände.
Die Tourenzahl der Elektromotoren ist meist höher als die der anzutreibenden Arbeits—
maschinen, insbesondere pflegt dies bei kleinen Motoren der Fall zu sein. Es ist dann eine
Übersetzung erforderlich, für die man am häufigsten Riemen, Zahnräder und in beson—
deren Fällen Schneckenbetrieb benutzt. Bei schnelllaufenden Vorgelegen empfiehlt es sich
ehr, auf Material und Anfertigung große Sorgfalt zu verwenden, um die Arbeitsverluste
und das Geräusch möglichst zu verringern. Die Räder sollten ungeachtet der höheren
Anschaffungskosten stets gefrüst und das kleine Trieb aus Rohhaut hergestellt werden.
Wenn die Tourenzahl des Elektromotors gleich der der Arbeitsmaschine ist, so setzt
man den Anker des Motors entweder unmittelbar auf die verlängerte Welle der Arbeits—
maschine oder man verbindet letztere mit der Achse des Motors durch eine Kuppelung.
Hinsichtlich der Wahl des für elektrische Kraftübertragung am besten geeigneten Strom—
ystemes ist zu bemerken, daß Wechselstrom gegenüber Gleichstrom den Vorteil bietet, daß
HNaschinen und Apparate, ohne die Sicherheit des Betriebes zu gefährden, bei Wechselstrom
für höhere Spannungen eingerichtet werden können, als bei Gleichstrom, ein Vorteil, der
namentlich bei großen Entfernungen sehr in's Gewicht fällt, da die Leitungen um so schwächer
zenommen werden können, je höher die Spannung ist.
Ein weiterer Vorzug des Wechselstromes besteht darin, daß seine Spannung durch
iußerst einfache, vollständig bewegungslose und daher keiner Wartung bedürfende Trans—
            
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