tände, z. B. auf Glühlampen oder synchrone Motoren, so findet keine Phasenverschiebung
wischen Spannung und Strom statt; sind dagegen Apparate mit bedeutenderer Selbstinduktion
als Bogenlampen oder ganz besonders asynchrone Motoren mit Strom zu versehen, so
fritt stets eine Phasenverschiebung ein. Alsdann ist die Leistung der Maschine nicht
mehr 1,732. J. E, sondern 1,732. J. E cos . Den Faktor cos ꝙ nennt man den
Leistungsfaktor; er schwankt je nach der Größe des Phasenverschiebungswinkels zwischen
60 bis 0,85.
Außer der Phasenverzögerung bringt die magnetische Induktanz auch noch Rückwirkungen
auf die elektromotorische Kraft hervor und drückt infolgedessen den Strom nieder.
Bei den Messungen von Wechselströmen hat man daher stets zu berücksichtigen, ob
wischen Strom und Spannung eine Phasendifferenz besteht oder nicht. Im letzteren Falle
tann die Messung direkt mit Strom- und Spannungsmessern bewirkt werden; ist hingegen
eine Phasendifferenz vorhanden, so muß ein passender Leitungsmesser, Wattmeter benutzt
werden, d. i. ein Elektrodynamometer, das so gebaut ist, daß der große Widerstand desselben
elbstinduktionslos ist.
Die Drehstromdynamos erfordern zur Erregung der Magnetschenkel Gleichstrom, da
Wechselstrom für diesen Zweck ungeeignet ist. Dieser Gleichstrom wird durch eine besondere
kleine Erregerdynamo (Bl. 20, Fig. 1) erzeugt, die entweder mit der Drehstrommaschine
direkt gekuppelt ist oder auch besonders angetrieben wird. Man kann aber auch einen Teil
des erzeugten Wechselstromes, den man von einigen besonderen Spulen des Ankers entnimmt,
kommutiren und dann um die Magnetschenkel führen. Solche Maschinen heißen selbst—
erregende Wechselstrommaschinen. Der zur Erregung erforderliche Kraftbedarf beträgt
aur wenige Prozent desjenigen der Drehstromdynamo selbst, bei größeren Maschinen unter
10/0, bei kleineren bis zu 40/.
Um die Spannung einer Drehstromdynamo genau einzustellen und bei den verschie⸗
densten Belastungen konstant erhalten zu können, schaltet man in den Erregerstromkreis einen
peränderlichen Widerstand ein, der in gleicher Weise wie der Nebenschlußrequlator einer
Bleichstromdynamo wirkt.
Nach ihrer Bauart zerfallen die Drehstrommaschinen in drei Arten:
. Maschinen mit feststehendem Feldmagnet und umlaufendem Anker,
4. Maschinen mit umlaufendem Feldmagnet und feststehendem Anker Bl. 20, Fig. 3),
3. Maschinen, in welchen beide Teile feststehen und die Induktion durch den Umlauf
geeigneter Eisenstücke (Induktoren) hervorgerufen wird.
Ferner werden die Drehstrommaschinen sowohl mit Schleifringen (Bl. 20, Fig. 1),
als auch ohne solche ausgeführt. Bei letzterer Anordnung wird nicht jeder Pol durch eine
»esondere Spule für sich allein erregt, sondern eine einzige, allen Polen gemeinsame Spule
»ewirkt die ganze Erregung. Diese Anordnung hat es ermöglicht, die Magneterregungsspule
est anzuordnen, so daß sich in der ganzen Maschine nur der Magnetkern mit seinen Polen
)reht, demnach für den sich bewegenden Teil keine Stromzuführung mehr erforderlich ist.
Die elektrische Leitung bei Drehstrom wird folgendermaßen berecchnet:
Ist W— Watt in der Primärstation,
E — Spannung zwischen zwei Leitungen in Volt,
J — Stromstärke jeder Leitung in Ampoͤre,
1 — Länge einer Leitung in m,
g Energieverlust von den in der Primärstation entwickelten Watt in
Prozenten,