Feld, ein sogenanntes Drehfeld, worauf die namentlich für Dreiphasenstrom übliche Bezeich—
nung Drehstrom zurückzuführen ist. Ein in einem solchen Drehfeld befindlicher Kurz—
chlußanker wird der Drehung des Feldes folgen und zwar um so schneller, je schneller das
Feld rotirt. In Fig. 3, Bl. 19. ist das Drehfeld eines Zweiphasenmotors vollständig
dargestellt.
Der Verlauf des dreiphasigen Wechselstromes ist aus Fig. 5, Bl. 17 zu ersehen. Teilt
man die Periode des Stromes J in 3600, so beginnt die Periode des Stromes Il um 1200
päter als diejenige von Strom J und diejenige von Strom III wieder um 1200 nach Strom II.
Betrachtet man die Kurven genauer, so sieht man, daß die Summe aller drei Ströme in
edem Augenblicke gleich Null ist. Es findet also in jedem Augenblicke der Strom, der durch den
einen Draht von der Maschine wegfließt, gemeinsam durch die beiden anderen Drähte oder
‚eitweilig auch nur durch einen Draht seinen Rückweg. Der Strom fließt also in rythmischer
Nufeinanderfolge durch einen der drei Drähte fort und durch die beiden anderen zurück.
Die drei um 1200 verschobenen Ströme erzeugen nun im Motor drei um 1200
Jegeneinander versetzte und gemäß der erregenden Ströme pulsirende magnetische Felder,
velche sich zu einem konstanten rotirenden Feld zusammensetzen. Ein in diesem Drehfeld
zefindlicher Kurzschlußanker wird also von der Rotation des Feldes mitgenommen und vermag
nechanische Arbeit zu leisten.
Der Anker jeder Drehstromdynamo enthält nach Vorstehendem also drei Wickelungs—
ꝛbteilungen, die entweder dreieckförmig (Bl. 20, Fig. 6) oder sternförmig (Bl. 20, Fig. 7)
zeschaltet sind. Bei beiden Schaltungen herrscht zwischen je zwei Leitungen gleiche Spannung.
Die Drehstrom-Generatoren sind meist als multipolare Innenpolmaschinen mit rotirendem
Magnetsystem und feststehendem Anker gebaut (Bl. 20, Fig. 3).
Aus Fig. 5, Bl. 17, ersieht man, daß zur Zeit t die Summe der Ströme J und 1I
— 2. sin 300. imax und Strom III — imas ist und da sin 300 — O,5 ist, so ist
IIAIII — 2 0,5. imax -imax — 2 imax.
Zur Zeit t hingegen ist III — Null, II — sin 1200. imax — sin 600. imax;
[— sin 600. imax, somit die Summe der absoluten Beträge der drei Ströme IIIA III
— 2.sin 600. imax - O0 — 2 0,866. imax — 1,732 . imax.
Die Summe der absoluten Beträge der drei Ströme schwankt also zwischen 2i und
,732i, d. h. um 140/6.
Infolge der zur Ermöglichung der Fernleitung des Drehstromes in drei Leitungen
notwendigen, oben erwähnten Schaltung, der sogenannten Verkettung, wird die resultirende
mittlere Spannung nur 1,732 e statt 2e. Führt also der verkettete Drehstrom in allen
drei Leitungen eine Stromstärke J mit der Spamung e, so ist die übertragene Energie
— 1,732 . J · e Watt.
Dies gilt jedoch nur dann, wenn Stromstärke und Spannung in der Phafe nicht gegen⸗
einander verschoben sind, d. h. wenn Beginn und Ende ihrer Perioden zusammenfallen, wie
dies durch Fig. 4, Bl. 20 dargestellt ist, in welcher B die Kurve der Spannung, J diejenige
der Stromstärke darstellt. Da jedoch Wechselströme nicht nur durch den Widerstand des
Stromkreises, sondern auch von einer magnetischen Gegenwirkung, der sog. Induktanz,
deeinflußt werden und letztere hindernd auf den Wechselstrom wirkt, so bleibt der Strom
hinter der Spannung zurück, er ist gegen die Spannung in der Phase verzögert, wie dies
Fig. 5, Bl. 20 darstellt, in —E000— J dieijenige der
Stromstärke ist.
Den Winkel ꝙ, um welchen der Strom hinter der Spannung zurückbleibt, nennt man
Phasenverzögerungswinkel. Arbeitet die Dynamomaschine auf induktionsfreie Wider—