Spannung erzcugt. Ein Durchgehen des Nebenschlußmotors bei Entlastung findet im Gegen—
atz zum Hauptstrommotor nicht statt.
Nebenschlußmotoren sind für Kraftverteilungsanlagen, wo also mehrere Motoren gleich—
‚eitig von einer Dynamomaschine aus betrieben werden, sowie bei solchen Anlagen, in welchen
nit Motorenbetrieb auch elektrische Beleuchtung verbunden ist, am zweckmäßigsten.
Wird einem in Ruhe befindlichen Nebenschlußmotor Strom zugeführt, so fließt fast
der gesammte Strom durch den Anker und nur ein kleiner Teil durch den Nebenschluß;
infolge dessen entsteht nur geringer Magnetismus und fast kein Drehungsmoment. Der
Nebenschlußmotor läuft deshalb nicht ohne weiteres unter Last an; ist aber einmal das
Anlaufen erfolgt, so verursacht die elektromotorische Gegenkraft das Abfallen des Ankerstromes,
vährend der Strom im Nebenschluß und damit das Drehungsmoment steigt. Wird ein
Nebenschlußmotor stärker belastet, so vermindert sich seine Umlaufsgeschwindigkeit und damit
eine gegenelektromotorische Kraft, er wird also mehr Strom beziehen und bei einer gewissen
VBerminderung der Umlaufsgeschwindigkeit mit seinem Bezuge von Stromenergie und seiner
mechanischen Leistung in's Gleichgewicht kommen. Diese Änderung zwischen den Grenzen
des unbelasteten und vollbelasteten Zustandes beträgt bei guten Nebenschlußmotoren etwa
50/0 der Umlaufsgeschwindigkeit beim Leerlauf.
Wo eine noch größere Gleichmäßigkeit des Umlaufes gefordert wird, legt man auf die
Magnete außer der Nebenschlußwickelung noch eine Hauptstromwickelung, die aber nicht wie
zei der Verbunddynamo die Magnete in gleichem Sinne wie die Nebenschlußwickelung, son—
dern im entgegengesetzten erregt. Wird nun der Motor stärker belastet und sinkt er nur
venig in seiner Umlaufsgeschwindigkeit, so wird die gegenelektromotorische Kraft nicht nur
durch die verminderte Umlaufszahl, sondern auch durch die nunmehr erzielte größere Strom—
tärke in den Hauptstromwindungen verringert.
Die Umdrehungsgeschwindigkeit der Nebenschlußmotoren läßt sich auf zweierlei Weise
ibändern: einmal beliebig weit durch Einschalten von Widerstand in den Ankerstromkreis,
vodurch eine Spannungsverminderung des Ankerstromes erreicht wird. Hiermit ist jedoch
tets eine Abnahme der Arbeitsleistung des Motors verbunden. Zu dieser Verminderung
er Arbeitsleistung tritt ferner noch ein entsprechender Kraftverbrauch in den vorgeschalteten
Widerständen, so daß mit der Umdrehungszahl auch der Wirkungsgrad des Motors schnell
ibnimmt. Ferner läßt sich die Geschwindigkeit eines Nebenschlußmotors durch Verminderung
des Magnetisirungsstromes der Schenkel, also durch Einschalten von Widerständen in den
Nebenschluß um etwa 150/0 ändern, wobei jedoch die maximale Arbeitsleistung des Motors
nicht überstiegen werden darf.
Die Ingangsetzung der Nebenschlußmotoren erfolgt mit Hilfe von Anlaßwiderständen
derart, daß zunächst durch Einschalten der Elektromagnetwickelungen das magnetische Feld
erregt und dann erst der Ankerstromkreis langsam eingeschaltet wird.
Umsteuerung der Gleichstrommotoren. Sie erfolgt durch Umkehrung der Strom—
richtung in den Magnetwickelungen oder im Anker. Man verwendet hierzu Umkehr-Anlaß—
widerstände, die je nach Einstellung der Schaltkurbel das Anlassen des Motors in der
einen oder anderen Drehrichtung bewirken.
Kraftübertragung mittelst Wechselstrom.
Da der Gleichstrom zur Kraftübertragung auf große Entfernungen nicht geeignet ist,
weil man mit Gleichstrommaschinen wegen der Schwierigkeit der Isolation der einzelnen
ZTommutatorsegmente voneinander und wegen der bei hoher Spannung eintretenden starken
Funkenbildung an den Bürsten leine beliebig hohe Spannung erzeugen kann, hat man ver—