besondere Regelung die Spannung fast genau konstant erhalten. Jedoch ist auch hier schon
wegen der Inbetriebsetzung ein regulirender Widerstand im Nebenschluß nicht durchaus
entbehrlich. Die Verbundmaschine eignet sich für alle Zwecke, bei denen es auf die selbst—
chätige Erhaltung der beiden Haupterfordernisse vieler regelrechter Betriebe, nämlich einer
zleichmäßigen Spannung und eines konstanten Stromes besonders ankommt.
Aus vorstehend angeführten Gründen werden die Gleichstromdynamos fast nur als
Nebenschlußmaschinen und als Verbundmaschinen ausgeführt.
Gleichstrommotoren. Jeder Gleichstromdynamo läßt sich auch als Triebmaschine
Elektrmotor) benutzen.
Für die Thätigkeit des Elektromotoren sind zwei Umstände von Bedeutung: 1. der
umtreibende Zug, 2. die elektromotorische Gegenkraft des Ankers. Die thatsächlich treibende
Kraft, die den Anker in Umlauf bringt, ist der Zug, den das magnetische Feld auf die
Strom führenden Ankerleiter ausübt. Durch den umlaufenden Anker wird aber auch eine
elektromotorische Gegenkraft erzeugt, weil die bewegten Ankerleiter magnetische Kraftlinien
chneiden. Von dem Vorhandensein und der Größe dieser elektromotorischen Gegenkraft hängt
er Grad ab, bis zu welchem man die einem Elektromotor zugeführte elektrische Energie
nutzbar machen kann. Da die elektromotorische Gegenkraft mit der Umlaufsgeschwindigkeit
des Ankers steigt und kleinere Motoren größere Tourenzahl haben als größere, so erklärt
ich hieraus der bessere Wirkungsgrad größerer Motoren.
Vergleicht man den Elektromotor mit der Dynamomaschine, so ergeben sich in ihrer
Wirkungsweise noch folgende Unterschiede: In der Dynamomaschine wirkt der durch das
nagnetische Feld auf die Ankerleiter ausgeführte Zug der Umlaufsrichtung, also der Trieb—
rraft entgegen, im Elektromotor hingegen, bildet dieser Zug die Triebkraft und bringt die
Rotation des Ankers hervor. Während die in der Dynamomaschine erzeugte elektromotorische
Lraft dieselbe Richtung wie der erzeugte Strom hat, ist die im Elektromotor entstehende
Begenkraft der Richtung des zugeführten Stromes entgegengesetzt, wodurch der Strom an
Fnergie verliert.
Die Gleichstrommotoren können als Hauptstrommotoren, als Nebenschluß—
notoren und als Motoren mit gemischter Wickelung ausgeführt werden. Die letzteren
verden aber fast gar nicht gebaut; die meiste Anwendung finden Nebenschlußmotoren.
Hauptstrommotoren eignen sich besonders zum Betriebe solcher Arbeitsmaschinen,
die beim Anlaufe während einiger Sekunden eine weit größere Kraft, als während des
ormalen Betriebes erfordern, wie dies z. B. bei Lokomotiven, den meisten Förderhaspeln
ind sonstigen Hebemaschinen der Fall ist.
Auch für Einzelbetriebe sind Hauptstrommaschinen geeignet. Verbindet man z. B. zwei
zleichgebaute Hauptstrommaschinen, die eine als Stromerzeuger, die andere als Triebmaschine,
d arbeitet die Anlage fast vollkommen selbstregelnd. Die Geschwindigkeit der Triebmaschine
vird fast gleichbleibend, wenn dies beim Stromerzeuger der Fall ist. Jede Belastungs⸗
»ermehrung der Triebmaschine sucht die Geschwindigkeit zu hemmen und verursacht deshalb
in Anwachsen des Stromes. Auf den Stromerzeuger entfällt deshalb eine verhältnismäßig
söhere Leistung, welche wiederum von der Dampfmaschine entnommen wird..
Wo große Belastungsschwankungen vorkommen und trotzdem annähernd gleichmäßige
Geschwindigkeit verlangt wird, ist der Hauptstrommotor nicht geeignet, da hier seine Umdreh—
ungszahl zu sehr wechselt.
Ein Nebenschlußmotor, dem Strom von gleichbleibender Spannung zugeführt wird,
hält seine Umdrehungszahl für alle Belastungen nahezu auf gleicher Höhe, ähnlich wie die
mit gleichbleibender Geschwindigkeit betriebene Nebenschlußdynamo Strom von fast gleicher