Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

dem äußeren Widerstand Weauch für den Strom J. Trägt man nun den Weg des
Leiters, d. i. den Umfang des Bewegungskreises als Abscissen und die zu jeder Lage ge—
jörigen Ströme als Ordinaten in ein rechtwinkeliges Koordinatensystem (Bl. 16, Fig. 8),
so ergibt sich die Sinuskurve als graphische Darstellung des im Leiter und daher auch im
iußeren Stromkreise fließenden Stromes. Der Strom steigt von der Stellung D be—
zinnend an, erreicht in der Lage A seinen positiven Maximalwert, fällt dann wieder ab
bis Null im Punkte B, wird dann negativ, d. h. er kehrt seine Richtung um, erreicht in
»er Lage O seinen negativen Maximalwert und ist schließlich bei 3600, also nach einer
vollen Umdrehung, wieder Null. Bei weiterer Drehung wiederholt sich dieser Vorgang,
und wir haben dann im äußeren Leiter einen Strom, der fortwährend, aber regelmäßig
eine Richtung wechselt, einen sogenannten Wechselstrom.
Bei jedem zweiten Durchgange des Stromes durch den Wert Null hat derselbe eine
volle Periode erreicht, gemäß einer Drehung des Leiters von 3600. Die Zeit, die der
Strom gebraucht, um nur einmal von Null durch ein positives oder negatives Maximum
gehend wieder auf Null zurückzukehren, heißt ein Wechsel. Eine Periode ist also gleich
zwei Wechseln. Die Zahl der in der Sekunde vollendeten Wechsel heißt Frequenz oder
Wechselgeschwindigkeit des Stromes.
Die Anzahl der Perioden und Wechsel ist abhängig von der Polzahl und der Um—
drehungszahl der betreffenden Maschine.
Ist z2 — Wechselzahl in der Sekunde,
p — Polzahl der Maschine,
a — Umbdrehungszahl in der Minute, so ist
n
——
Ist z. B. p — 8, n — 750, so ist
2 — ——— — 100 Wechsel in der Sekunde.
Die in der Praxis meist angewandte Wechselzahl beträgt 100. Für Glühlampen—
beleuchtung soll die Polwechselzahl mindestens 80, für Bogenlampen am besten 100 in der
Sekunde betragen. Auch asynchrone (nicht gleichzeitige) Motoren *) lassen sich nicht gut bei
vesentlich geringerer Polwechselzahl als 80 in der Sekunde betreiben, ohne daß deren
Wirkungsgrad merklich beeinträchtigt wird; dagegen ist geringe Polwechselzahl sehr geeignet
zum Betriebe synchroner (gleichzeitiger) Motoren.
Mit Rücksicht darauf, daß bei Wechselstrom so viele Wechsel in der Sekunde erfor—
derlich sind und da mechanische Verhältnisse sehr große Geschwindigkeiten ausschließen, stellt
nan solche Maschinen mit vielen Polen her.

Kraftübertragung mittelst Gleichstrom.
Gleichstromdynamos.
Um aus einer nach vorstehendem Prinzip gebauten Maschine Gleichstrom, d. h. einen
mm äußeren Stromkreis stets in derselben Richtung fließenden Strom zu erhalten, muß man
die Bürsten B und B, in dem Momente, wo der Leiter LL, die neutrale Achse passirt,
niteinander vertauschen, d. h. man muß B, mit L und B mit Li in leitende Verbindung
hringen. Es geschieht dies in sehr einfacher Weise durch den Stromwender oder Kom—
nutator. In Fig. 9, Bl. 16, ist A, eine beliebige Lage des Leiters RL, L sei mit
dem Segmente 8, Li, mit 8, leitend verbunden. In der gezeichneten Lage fließt der Strom
*) Siehe unten bei Kraftübertragung mit Wechselstrom.
            
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