wenn sie nach derselben Richtung fließen, sie stoßen einander ab, wenn sie nach entgegen⸗
gesetzten Richtungen fließen. 2) Zwei sich kreuzende Ströme ziehen einander an, wenn
deide nach dem Kreuzungspunkte hinfließen oder beide von demselben fortfließen, sie stoßen
einander ab, wenn der eine Strom nach dem Kreuzungspunkte hin, der andere aber von
emselben fortfließt.
Alle Wirkungen des elektrischen Stromes äußern sich stets in einer bestimmten
Richtung z. B. wird die Magnetnadel stets nach einer bestimmten Seite hin abgelenkt,
das Metall einer Lösung wird stets an ein und derselben Elektrode niedergeschlagen u. s. w.
Bertauscht man die Stromzuführungsdrähte, so treten dieselben Wirkungen in umgekehrter
Richtung auf. Wenn also die Wirkungen des elektrischen Stromes eine bestimmte Richtung
zeigen, so muß anch deren Ursache, der elektrische Strom selbst, eine bestimmte Richtung
»esitzen. Da man nun bei einem elektrischen Strome die Bewegung nicht sehen kann wie
zei einem Flüssigkeitsstrome, so hat man auf Grund der chemischen Wirkung folgende Ver—
inbarung getroffen: Als Richtung des Stromes gilt diejenige, in welcher bei der Zer—
etzung einer Metalllösung sich das Metall bewegt.
Die zwei Stellen, von denen der Strom ausgeht und wohin er zurückkehrt, nennt
nan Pole, und zwar bezeichnet man den Ausgängspunkt als den positiven, den andern
ils negativen Pol. Der Strom fließt also vom positiven zum negativen Pol oder von
er Stelle „höheren Potentials“ zur Stelle „niederen Potentials“.
Bei den eben besprochenen Wirkungen des elektrischen Stromes war als Elektrizitäts⸗
zuelle ein galvanisches Element angenommen. Verbindet man mehrere solcher Elemente
derart miteinander, daß sich ihre elektromotorischen Kräfte, also auch die von ihnen erzeugten
Ströme addiren, so treten dieselben Wirkungen in verstärktem Grade auf. Dies führt
iuf den Begriff der Stromstärke. Als Stromstärke bezeichnet man diejenige Eigenschaft
des elektrischen Stromes, durch welche der Grad seiner Wirkungen bestimmt wird. Um
iun die Stromstärke messen und verschiedene Ströme in Bezug auf ihre Stärke miteinander
ergleichen zu können, hat man als Maßeinheit die Stromstärke eingeführt, welche in
Sekunde 0,328 mg Kupfer aus einer Lösung niederschlägt. Diese Maßeinheit der
Stromstärke nennt man 1 Ampère.
Da der Strom durch den Ausgleich einer vorhandenen Potentialdifferenz zustande
kommt, so muß die Stromstärke um so größer sein, je größer die Potentialdifferenz oder
ruch je größer die die Potentialdifferenz erzeugende elektromotorische Kraft ist: Die
Stromstärke ist der elektromotorischen Kraft direkt proportianal.
Ein und dieselbe elektromotorische Kraft bringt aber nicht immer eine gleiche Strom—
tärke hervor, sondern die Stromstärke hängt auch von der Beschaffenheit des Stromkreises
ib. Alle Körper setzen dem Durchgange des elektrischen Stromes einen gewissen Wider—
tand entgegen, der je nach der Natur des Körpers verschieden ist. Je größer der Wider.
tand des Leiters, um so geringer ist die entstehende Stromstärke: Die Stromstärke ist
dem Widerstande des Stromkreises umgekehrt proportional.
Die beiden letzten Gesetze zusammen bilden das wichtigste Gesetz der Elektrotechnitk,
auf das sich alle Stromverzweigungen, Leitungsberechnungen u. s. w. gründen, das sog.
Ohm'sche Gesetz: Die Stromstärke ist der elektromotorischen Kraft direkt und
dem Widerstande umgekehrt proportional.
Bezeichnet man also die Stromstärke mit J, die elektromotorische Kraft mit E und
»en Widerstand mit MW, so ist
J
sa