Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

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strome nicht auf die absolute Höhe des Druckes, sondern auf die Druckdifferenz und bei
einem Wärmestrome nicht auf die absolute Höhe der Temperatur, sondern auf die Temperatur—
differenz ankommt, so sind auch bei einem vom elektrischen Strome durchflossenen Leiter
aicht die elektrischen Zustände seiner Endpunkte an und für sich, sondern ihre Differenz
naßgebend. Man sagt: die verschiedenen Punkte eines stromdurchflossenen Leiters müssen
ein verschiedenes Potential besitzen und das Vorhandensein dieser Potentialdifferenz
ft Bedingung für das Zustandekommen des Stromes. Dabei ist das Wort „Potential“
in dem Sinne vom elektrischen Zustande gebraucht, was nicht mit der mathematischen Be—
»eutung des Wortes Potential als Arbeit zu verwechseln ist.
Soll also durch einen Körper, etwa einen Draht, ein elektrischer Strom fließen, so
nuß zwischen den Enden desselben eine Potentialdifferenz vorhanden sein, die sich auszu—
Jleichen strebt. Wie nun das Wasser in einer Röhre nur dann dauernd fließen kann, wenn
eine Kraft etwa ein Pumpwerk, vorhanden ist, welche die Druckdifferenz fortwährend er—
neuert, so ist auch für das Zustandekommen eines dauernden elektrischen Stromes eine
Kraft notwendig, welche die Potentialdifferenz immer wieder erneuert. Diese Kraft nennt
man elektromotorische Kraft. Eine solche elektromotorische Kraft besitzen wir beispiels—
weise in den galvanischen Elementen. Taucht man eine Kupfer- und eine Zinkplatte in
yerdünnte Schwefelsäure, so zeigen beide Metalle einen Unterschied in ihrem Verhalten zu
der Schwefelsäure, welcher sich in dem Auftreten einer elektromotorischen Kraft äußert, die
s'ortdauernd an der einen Platte ein höheres Potential als an der anderen schafft. Ver—
hindet man beide Platten außerhalb der Flüssigkeit durch einen Metalldraht, so gleichen
sich die Potentiale aus, es fließt ein elektrischer Strom durch den Draht, und zwar ist der
Ausgleich nicht ein einmaliger von kurzer Dauer, sondern ein ununterbrochener, da die
lektromotorische Kraft die Potentialdifferenz immer wieder erneuert.
Um die weiteren elektrotechnischen Begriffe kennen zu lernen, müssen wir noch die
vichtigsten Wirkungen des elektrischen Stromes, auf denen dieselben basirt sind, betrachten.
Die Wirkungen des elektrischen Stromes lassen sich kurz folgendermaßen einteilen:
i. Im Stromkreise selbst werden erzeugt: 1) Wärmewirkungen, 2) chemische Wirkungen;
(I. Außerhalb des Stromkreises: magnetische und elektrische Induktionswirkungen.
Die Wärmewirkungen des elektrischen Stromes bestehen darin, daß er den stro m
zurchflossenen Leiter erwärmt. Die Ursache dieser Erscheinung ist der Widerstand, den
eder Körper dem Durchgange der Elcktrizität entgegensetzt. Die Erwärmung ist um so
tärker, je größer der Widerstand des Leiters und je kräftiger der Strom ist. Von den
Wärmewirkungen des elektrischen Stromes macht man Anwendung bei der elektrischen Be—
euchtung, beim elektrischen Schweißen und Schmelzen sowie bei der Entzündung von Spreng⸗
ttoffen.
die chemischen Wirkungen des elektrischen Stromes äußern sich dadurch, daß er
zusammengesetzte Flüssigkeiten, wie angesäuertes Wasser, verdünnte Säuren, Metalloxyde
aund Salzlösungen in ihre Bestandteile zerlegt. Diesen Vorgang der Zerlegung oder Zer—
etzung nennt man Elektrolyse, die zersetzbaren Flüssigkeiten Elektrolyte, die beiden
Metalldrähte, durch die der Strom in die Flüssigkeit ein- und austritt, Elektroden und
die durch die Zersetzung erhaltenen Bestandteile der Flüssigkeit Jonen.
Die magnetischen Wirkungen des elektrischen Stromes zeigen sich darin, daß er
ein unmagnetisches Eisenstück in einen Magneten verwandelt, sowie eine Magnetnadel aus
hrer südnördlichen Richtung ablenkt.
Die elektrischen Wirkungen endlich zeigen sich in der gegenseitigen Anziehung und
Abstoßung benachbarter elektrischer Ströme: 1) Zwei parallele Ströme ziehen einander an,
            
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