die aufgewendete mechanische Arbeit in elektrische, im zweiten Falle die zugeführte elektrische
Arbeit in mechanische umgewandelt. In ihrer Verwendung als Stromerzeuger nennt man
die dynamoelektrische Maschine kurz „Dynamomaschine“, in ihrer Verwendung als Trieb—
naschine „Elektromotor“.
In jeder elektrischen Kraftübertragungsanlage hat man somit drei Hauptteile zu
interscheiden:
) die Primärstation, in welcher durch Dynamomaschinen die von irgend einer
Kraftmaschine gelieferte mechanische Energie in elektrischen Strom umgewandelt
wird,
2) die den Strom nach der Verbrauchsstelle führende Leitung,
) die Sekundärstaätion, in welcher der zugeführte Strom durch Elektromotoren
in mechanische Energie zurückverwandelt wird.
Wird der von einer Dynamomaschine erzeugte Strom nur zu einem Elektromotor
zeführt, so nennt man dies eine Einzelübertragung; werden jedoch mehrere Motoren
von ein und derselben Dynamomaschine mit Strom versorgt, so hat man eine Kraft—
berteilungsanlage. Dient der Strom außer zum Betriebe von Motoren auch noch zur
Beleuchtung, so nennt man dies eine Kraftlichtanlage.
Elektrische Grundbegriffe und Maßeinheiten.
Obgleich das Wesen der Elcktrizität noch nicht vollständig erforscht ist, so hat doch
in neuerer Zeit die von Maxwell und anderen Physikern aufgestellte Theorie, daß die
Elektrizität in gleicher Weise wie das Licht eine Wellenbewegung des Aethers sei, durch die
Versuche des Bonner Professors Hertz ihre Bestätigung erhalten. Hertz hat die Erzeugung
uind Fortpflanzung elektrischer Wellen experimentell nachgewiesen; die Fortpflanzungs—
geschwindigkeit der Elektrizität in der Luft wurde gleich der des Lichtes zu 40 000 Meilen
gro Sekunde ermittelt; die elektrischen Wellen unterliegen denselben Gesetzen der Reflexion,
Brechung, Interferenz und Polarisation wie die Lichtwellen. Der elektrische Strom
ist eine im Leiter fortschreitende wellenartige Schwingung des Aethers, wobei jedoch die
Fortleitung der elektrischen Energie nicht auch von einer fortschreitenden Bewegung des
Aethers selbst begleitet ist, ähnlich wie die Wasser- und Schallwellen Energie übertragen,
»hne daß dabei das Medium fortschreitet.
Von den verschiedenen Methoden zur Erzeugung des elektrischen Stromes findet
diejenige durch galvanische Elemente, also durch Umwandlung chemischer Energie, nur in
der Schwachstromtechnik: dem Telegraphen-, Telephon- und Signalwesen Anwendung,
während eine neuere Form der Elemente, die sog. Sekundärelemente oder Akkumulatoren
„war von Tag zu Tag in der Starkstromtechnik eine erhöhte Bedeutung gewinnen, aber
aicht als Elektrizitätserzeuger, sondern nur als Aufspeicherungsmittel elektrischer Kraft dienen.
Die wichtigste Methode der Stromerzeugung ist diejenige durch Induktion, wie wir sie
zei den dynamoelektrischen Maschinen kennen lernen werden.
Man pflegt den elektrischen Strom mit anderen in der Natur vorkommenden Strömen,
twa mit einem Wasserstrome oder mit einem Wärmestrome zu vergleichen. Wie eine Flüf⸗
iigkeit nur dann durch eine Röhre strömen kann, wenn an ihren Enden verschiedener Druck
jerrscht, oder wie ein Wärmestrom nur dann zustande kommen kann, wenn die beiden Enden
des betreffenden Körpers verschiedene Temperaturen befitzen, so kann auch durch einen Körper,
etwa einen Metalldraht, nur dann ein elektrischer Strom fließen, wenn beide Enden des—
elben sich in verschiedenem elektrischen Zustande befinden. Wie es nun bei einem Flüssigkeits⸗