Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

Von der Heydt-Stollen (neue Förderlänge 2150 w) und 1890 die im Veltheimstollen (neue
Förderlänge 4000 m). Als Neuanlagen wurden ausgeführt: 1887 die Kettenförderung von
Schacht III nach Querschlag V West (1340 m) und von Schacht IV nach Querschlag III
West (1500 m) in der III. Tiefbausohle der Grube Heinitz, wovon erstere später durch
eine Scilförderung ersetzt und letztere durch eine einfallende Strecke nach der IV. Tiefbau—
ohle fortgeführt wurde; 1888 die Kettenförderung auf der III. Tiefbausohle Schacht II der
Grube Friedrichsthal (450 m); 1892 zwischen Schacht II und der Verladebühne daselbst
1200 w); 1891 Kettenförderung zwischen dem Ensdorfer- und dem Eisenbahn-Schachte
der Grube Schwalbach (1060 m) und andere mehr.
In neuerer Zeit wird die Kettenförderung mehr und mehr durch die Seilförderung
verdrängt.

O. Triebmittel der mechanischen Streckenförderungen.

Dem Bestreben, die Pferdeförderung soviel als möglich durch mechanische Förderung
zu ersetzen, stand bei den bisher üblichen und allein möglichen Methoden der Arbeitsüber—
tragung durch Dampf, komprimirte Luft und Druckwasser oft die schwierige Herbeischaffung
dieser Betriebskräfte im Wege. Denn bis zu welchem Grade der Vollkommenheit diese
Methoden im Laufe der Zeit sich auch entwickelt haben, so haften ihnen doch noch viele
Nachteile und Mängel an, insbesondere die der Kostspieligkeit und des geringen Nutzeffektes.
Erst durch die neueren Fortschritte der Elektrotechnik und die dadurch ermöglichte Ein—
führung elektrischer Energie in die Grubenbaue wurden auch diese Hindernisse beseitigt, so
daß mechanische Streckenförderungen, deren Vorteile man heute allgemein erkennt, eine rasch
zunehmende Anwendung erfahren dürften.

1) Dampf.
Das einfachste Triebmittel ist unstreitig der Dampf. Wird dieser ohnehin zum
Betriebe unterirdischer Wasserhaltungsmaschinen gebraucht und befinden sich die Antriebe
der Streckenförderungen in der Nähe der Füllörter, so ist und bleibt der Dampf das vor—
eilhafteste Betriebsmittel. In neuerer Zeit wird jedoch selbst bei unterirdischen Wasser—
jaltungen vielfach mit bestem Erfolg elektrische Kraftübertragung angewandt, weil man
orinzipiell den Dampf aus dem unterirdischen Grubenbetriebe fernhalten will. Den Vor—
eilen des Dampfbetriebes slehen nämlich für den unterirdischen Grubenbetrieb auch manche
ichwerwiegende Nachteile gegenüber. Theoretisch beträgt bei Teufen bis zu 500 m der
Besammtverlust bei großen Maschinen nur 12 bis 130/,, vorausgesetzt, daß Rohrweite und
Dampfgeschwindigkeit richtig gewählt sind. Nach den von Prof. Gutermuth an den unter—
rdischen Wasserhaltungsmaschinen zu Louisenthal ausgeführten Versuchen betrug der Ver—
ust bei einer 100-pferdigen Maschine und 500 m Rohrlänge rund 200/,. Dies sind aber
auch die überhaupt möglichen günstigsten Verhältnisse, während die Verluste oft weit größer
'ind und nicht selten 30 bis 400/, betragen. Zu diesen direkten Verlusten treten aber auch
noch andere mit einer unterirdischen Dampfleitung verbundene Nachteile als: Erhöhung der
Temperatur im Schachte und in den Strecken, störender Einfluß auf die Wetterführung,
Verderben der Grubenzimmerung, Undichtwerden der Leitung und dadurch veranlaßte Be—
riebsstörungen.

—AR
Die Druckluft ist ein sehr beliebtes und vielfach benutztes Triebmittel für unter—⸗
irdische Streckenförderungen, zumal die verbrauchte Luft zur Sonderventilation weiter benutzt
werden kann. Der Nutzeffekt der Druckluftmaschinen ist jedoch gering, bei älteren Maschinen
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.