hiesigen Gruben leistet ein Pferd das sechs- bis neunfache eines Schleppers, und die Kosten
hetragen im allgemeinen 18 bis 20 Pfennig für 1 tkm.
e. Maschinelle Krüfte.
A. Allgemeines.
Die mit zunehmender Tiefe immer schwieriger werdenden Betriebsbedingungen und
teigenden Selbstkosten des Grubenbetriebes veranlaßten vor allem den Steinkohlenbergbau,
dei dem große, geringwertige Massen auf meist bedeutende Längen zu bewegen sind, auf
Verbesserung der Fördereinrichtungen und damit auf Verminderung der Förderkosten hinzu—
arbeiten. Als man die Transportkosten durch Verbesserung der Geleise, sorgfältige Konstruktion
und Instandhaltung der Wagen nicht weiter vermindern konnte, ging man von der Pferde—
örderung zur mechanischen Förderung über. Die anfangs noch unvollkommenen Methoden
ind nach und nach mehr ausgebildet worden, so daß sich nunmehr durch deren Anwendung
gegenüber der Pferdeförderung bedeutende Ersparnisse erzielen lassen.
Außer diesen direkten Betriebsersparnissen ergeben sich aber noch folgende Vorteile
der mechanischen Streckenförderungen: regelmäßigere Förderung und bessere Ausnutzung
des rollenden Materials, bessere Uebereinstimmung der Streckenförderung mit den Betriebs—
»erhältnissen der Schächte und damit Vermeidung von Betriebsstockungen infolge Anhäufens
von Wagen, Ersparnisse in der Wetterführung durch den Fortfall der Pferde, deren
Stallungen und Ausdünstungen.
Obgleich die Betriebsresultate einer mechanischen Streckenförderung sich umso günstiger
gestalten werden, je größer die Förderlänge ist, so muß doch der vielfach vertretenen Ansicht,
daß eine solche erst bei einer Minimalförderlänge von 1500 mmvorteilhaft anzuwenden sei,
die Thatsache gegenüber gestellt werden, daß heute Anlagen von 500 bis 600 m Förder—
länge ausgeführt sind, die sehr vorteilhaft arbeiten. Im allgemeinen kann angenommen
wverden, daß bei sonst günstigen Verhältnissen eine mechanische Streckenförderung überall dort
im Platze ist, wo für den Transport 6 bis J Pferde erforderlich sind.
Man unterscheidet als Methoden der mechanischen Streckenförderung die Seil—
körderung, die Kettenförderung und die Förderung mit Lokomotiven.
B. Geschichtliches.
Die ersten mechanischen Streckenförderungen mit Seil wurden in England eingerichtet.
In Deutschland kam 1859 die erste mechanische Scilförderung zum Transport über Tage
auuf Grube Heinitz bei Saarbrücken in Berrieb. Im Jahre 1862 wurde eine Förderung
nit Seil und Gegenseil in dem 1770 m langen Von der Heydt-Stollen eingerichtet.
Die Ersparnisse bei dieser Anlage betrugen gegenüber den früheren Kosten der Pferde—
örderung im ersten Betriebsjahr 400,,, im zweiten 480/4, und in dem folgenden Jahre
ogar 60 0/0. Schon nach 23/,-jährigem Betriebe war das Anlagekapital von 65000 Mark
mit Zinsen durch diese Ersparnisse getilgt. 1866 kam eine gleiche Förderung in dem
3770 m langen Lampennest-Stollen und 1866 in dem 1760 melangen Burbach-Stollen
der Grube Von der Heydt in Betrieb. Eine Förderung mit Vorder- und Hinterseil
wurde 1870 in dem 2930 m langen Veltheimstollen der Grube Gerhard, eine Förderung
mit Seil ohne Ende 1881 zwischen dem flachen Heinrichschacht und dem Veltheimstollen
derselben Grube eingerichtet. Die meisten dieser Seilförderungen wurden später durch Förderung
mit schwebender Kette ersetzt und zwar 1874 diejenige im Burbachstollen, 1886 die im