Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

Jälfte anliegt und bei etwas ausgefahrener Büchse die Schmiere an der unteren Seite stets
uingehindert austreten kann. 3) Die hohle Achse bietet einen großen Fassungsraum für das
Schmiermittel, so daß der Wagen lange Zeit geschmiert bleibt und das Schmieren seltener
erforderlich wird. 4) Durch die Weißmetallfütterung im Rade und die Verringerung des
pezifischen Druckes mittelst der großen Laufflächen wird die Reibung des Rades auf der
Achse vermindert, also ein leichterer Gang erzielt. 5) Die Weißmetallfütterung kann bei
einem ausgefahrenen Rade stets wieder erneuert werden, was die Dauer der Benutzung des
Radsatzes verlängert. Die Kosten des Radsatzes betragen 29 Mark, während die gewöhnlich
zebräuchlichen 23 Mark und die nach Patent Halmay 32 Mark kosten.
In den Patenträdern (Bl. 9, Fig. 456) hat man eine besondere Konstruktion
beweglicher Räder mit geschlossener Nabe, zu deren Schmierkammer ein Kanal von außen
ührt. Die Achse ist quadratisch und nur am Zapfenende cylindrisch. Die Konstruktion ist
euer und schwer, auch haben die Räder noch den Nachteil, daß die Schmiere an der dem
Wagenkasten zugekehrten offenen Seite der Nabe ausfließen kann.
In Bezug auf die Beweglichkeit der Achsen hat man verschiedene Abänderungen ver—
ucht. Man hat vier drehbare Achsen, für jedes Rad eine besondere, angebracht, was
in sich vorteilhaft, aber kostspielig is. Man hat die Achsen drehbar und zugleich
»ie Räder auf ihnen beweglich gemacht, wodurch eine leichtere Handhabung bei
Lrümmungen und Hindernissen in der Bahn erzielt wird; ferner hat man an drehbaren
Achsen zwei übers Kreuz stehende Räder fest und zwei beweglich angebracht, indem
nan bei zwei Rädern den Splint in die Nabe eingreifen, bei den beiden anderen glatt
davor sitzen läßt. Diese Anordnung ist vorteilhaft und nicht komplizirt.
Ueber die verschiedenen Wagenkonstruktionen ist zu bemerken:
Deutsche Wagen haben geringeren mechanischen Effekt und weniger stabilen Gang
als englische; dagegen ist deutsches Gestänge leichter zu legen als englisches, auch
ind die Ausbiegungen bequemer herzustellen. Für große Fördermengen, sowie
ei der Fortbewegung durch Pferde und Maschinen wendet man nur englische
Wagen an.
Drehbare Räder gestatten leichter das Umfahren starker Krümmungen, die
Zapfen derselben nutzen sich aber leichter ab, als die überdies nachziehbaren
Lager bei beweglichen Achsen. Demnach benutzt man feste Räder an drehbaren
Achsen in geraden Strecken, bei großer Geschwindigkeit und bei Anwendung von
Kferden und Maschinen, allenfalls mit übers Kreuz beweglichen Rädern, wenn
tarke Krümungen nicht zu vermeiden sind.
Große Spurweite erhöht die Stabilität, erschwert aber das Umfahren von
tarken Krümmungen.
Hohe Räder begünstigen den Effekt, vermindern aber die Stabilität.
Je näher die Achsen aneinanderliegen, desto leichter ist das Passiren der
drümmungen, desto eher aber auch ein Entgleisen infolge von Kippen nach
»orne oder hinten möglich, was bei der Handhabung durch Menschen auch seine
Vorteile hat. Bei Pferde- und Maschinen-Förderung müssen die Achsen ange—
nessen von einander entfernt stehen.
Lange und dabei schmale Wagen sind in Hinsicht auf ruhigen Gang umso vor—⸗
eilhafter, je kleiner die Spurweite, je höher die Räder und ie näher die Achsen
aneinander sind.
Das Hemmen oder Bremsen der Wagen geschieht auf Diagonalen durch Einführen
eines Holzstückes in die Speichen, bezw. in die Oeffnungen der Räder; in anderen Fällen

3)
            
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