im jenem den Stand der Dampfkolben bezw. den nötigen Wechsel anzuzeigen, sind an den
Plungerkolben des hydraulischen Balancirers zwei sogenannte Trompeten angebracht, welche
- über zwei eiserne Stangen gleitend — das Spiel der Fahrkunst vor Augen stellen.
An den eisernen Stangen sind weiße Marken angebracht und bezeichnet die Annäherung
eder Trompete an die Marke den Zeitpunkt, wann der Maschinist den Dampf für den
Auf- oder Niedergang der Kolben absperrt bezw. wechselweise öffnet. Einmal in Folge
dieser Handhabung des Schließens und Offnens, zum anderen in Folge des Trägheits—
nomentes, welches das umgekehrte Spiel der Kolben u. s. w. bedingt, entsteht zwischen den
einzelnen Hüben eine Minimalpause von 12 Sekunden, welche der Maschinist jedoch nach
Belieben verlängern kann. Der hydraulische Balancirer besteht aus zwei Cylindern c von
3,95 m Höhe und 0,55 m lichtem Durchmesser, in welchen sich Plungerkolben von 0,347 m
Durchmesser bewegen, ähnlich dem Satze einer Druckpumpe. Diese Cylinder stehen auf
einem Untersatze d von 0,80 m Höhe, worin eine Drosselklappe angebracht ist, deren Welle
nittelst eines Handrades, einer 55 mmn starken Schraube und eines Krummzapfens um
900 drehbar ist. Je nachdem diese Klappe von der horizontalen Lage entfernt einer senk—
rechten Stellung nahe gebracht wird, verengt sie dem durch das Auf⸗- und Niedergehen des
olbens hin- und herströmenden Wasser den Weg. Der hydraulische Balancirer hat den
Zweck, zunächst die beiden Schachtgestänge in entgegengesetzte Bewegung zu bringen und
dient das Wasser, welches unter dem Druckkolben hin- und herbewegt wird, dazu, diese
Wechselbewegung zu vermitteln. Sobald die Drosselklappe im Untersatze horizontal gestellt
ist, hat die Dampfmaschine bei gleicher Belastung der beiderseitigen Gestänge nur die Rei—
»ung der Kolben und des übrigen Apparates zu überwinden, um den Gang der Kunst zu
»ewerkstelligen. Beim Ausfahren der Belegschaft wird die Drosselklappe horizontal gestellt
oleiben, da in diesem Falle die Dampfkraft für die Reibungen sowie allmählich für die
Last der zu Tage fahrenden Mannschaften allein aufzukommen hat. Da indessen die Fahr—
kunst beim Einfahren der Belegschaft häufig mit starken Gewichtsüberschüssen auf der einen
»ezw. der andern Seite zu arbeiten hat, so wird in diesem Falle die Drosselklappe im
Antersatze des hydraulischen Balancirers dazu benutzt, um als Bremse zu dienen. Sobald
die Maschine neun Doppelhübe gemacht hat, also 18 Mann sich auf der Fahrkunst befinden,
entwickelt sich Übergewicht; von diesem Momente an wird, da mit jedem Doppelhube zwei
Mann bis zur vollen Besetzung der Fahrbühnen weiter hinzutreten, der Gang der Maschine
aach und nach beschleunigt, weshalb der Maschinist nunmehr durch Verengung des Wasser—
durchganges im Untersatze des hydraulischen Balancirers die Maschine in gemäßigter Ge—
chwindigkeit zu erhalten sucht, indem er mittelst des Handrades die Schraube und durch
diese die Kurbel dreht, bis die Drosselklappe in beinahe senkrechte Stellung gebracht und
dem Wasser im hydraulischen Balancirer nur noch die Minimalöffnung belassen ist. Eine
zänzliche Schließung der Klappe würde selbstredend Stillstand der Fahrkunst zur Folge
haben, weshalb — da dieser Zustand durch die Klappe nicht bewirkt werden soll — solche
uur bis zur Minimalöffnung verschließbar sein darf. Sollte der Fall eintreten, daß an
der Klappe ein Fehler entstände oder daß solche nicht ausreichte, um den gewünschten
schleichenden Gang zu vermitteln, so muß der Maschinist durch Anwendung von Gegen—
dampf die nötige Gegenwirkung eintreten lassen.
VI. Leistungen.
Wenn L die Tiefe des Schachtes, bezw. die Länge der Fahrkunst und a die Höhe
des Hubes ist, so ist im allgemeinen die Zahl der notwendigen Bühnen