V. Maschinelle Vorrichtungent.
a) Bei Krummzapfenbewegung.
. Doppelte Fahrkunst.
Wenn der Motor ein Wasserrad ist, so kann derselbe stehen:
4a. in der Richtung des beide Tritte trennenden Raumes, in welchem Falle mittelst der
um 1800 verwendeten Krummzapfen jederseits ein halbes Kreuz bewegt wird;
ob. in der Richtung der Verbindungslinie beider Gestänge; dann erfolgt die Bewegung
nittelst eines ganzen und eines halben Kreuzes, oder auch wohl zweier aanzer Kreuze,
in deren zugewendeten Armen die Gestänge hängen.
Wenn der Motor eine Dampfmaschine ist, so setzt die Kolbenstange für größere
Hübe mittelst Vorgelege ein Zahnrad in Bewegung, welches als Kurbelscheibe dient, und
hon diesen aus führt eine Pleuelstange zu den Kreuzen.
2. Einfache Fahrkunst.
Bei einfachen Fahrkünsten und Auwendung von Dampfmaschinen als Motor geht das
Kreuz in einen Balancirer über; den vom Gestänge abgewendeten Arm des Balancirers
zelastet man mit Gegengewichten. Da in diesem Falle der Endpunkt des Balancirers
Bogen beschreibt, so muß man geeignete Vorkehrungen treffen, die geradlinige Richtung der
Bestänge zu erhalten; dies geschieht am besten mittelst Aufhängen durch Parallelogramme.
Den Kreuzen und Balancirern giebt man Fanghörner, um bei einem etwaigen Bruche in
denselben die Gestänge aufzufangen. Notwendig ist es, eine Bremsvorrichtung an den
Motoren anzubringen, mit Rücksicht auf die Veränderlichkeit der Last, inbesondere beim
Finfahren, wo das eigene Gewicht der Mannschaft — sofern nicht gleichzeitig ausgefahren
vird — sehr bald zur Überwindung der Bewegungshindernisse genügt und die motorische
Kraft gunz abgestellt werden kann. Schraubenbremsen sind hierzu am besten, die man an
zie Triebwelle legen kann, während man außerdem für plötzliche Unfälle noch eine mit dem
Fuße auszulösende Backenbremse am Schwungrade anbringt; außerdem hat man bei den
Dampfmaschinen als Mittel zur Regulirung die Stellung des Dampfzulassungsventiles, sowie
das Steuern mit der Hand.
b) Bei direkter Bewegung.
Bei direkter Übertragung der Bewegung vom Motor auf das Gestänge werden nur
Dampfmaschinen angewendet. Für doppelte Fahrkünste ist hierbei insbesondere notwendig,
zaß die beiden Gestänge ihre alternirende Bewegung übereinstimmend zurücklegen und daß
zehörige Bremsvorrichtungen angebracht werden.
Bei der auf Bl. 2 stizzirten Fahrkunst der Grube Hostenbach bedient man sich
ꝛiner doppeltwirkenden Hochdruckmaschine ohne Expansion und Kondensation. Die Dampf⸗
erteilung geschieht durch Ventile; die beiden Dampfcylinder a (Fig. 1u. 3) haben jeder
»eine Höhe von 4,50 mm und einen lichten Durchmesser von 0,45 m. Diese Cylinder stehen
auf einem Untersatze von 0,28 m Höhe und sind auf schmiedeeiserne Balken solide ver—
inkert. Die Balken ruhen mit ihren Enden dirckt auf den Fundamentmauern, welch letztere
edoch mit den Umfassungsmauern des Maschinengebäudes nicht in Verbindung stehen, sondern
solirt aufgeführt sind. Die Kolbenstangen der Dampfcylinder sind an ihrem oberen Ende
nit einem aus bestem Schmiedeeisen gearbeiteten Querhaupte b befestigt, welches in seiner
Mitte mit einem der beiden Druckkolben des hydraulischen Balancirers verbunden ist. Das
ffnen und Schließen der Ventile besorgt der Maschinift durch 4 Hebel mit der Hand;