Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

inklemmte. Die Enden dieser Querstangen sind mit einem leichten eisernen Beschlage ver—
ehen, welcher um die senkrecht an das Schachtholz angeschlagenen Leitstangen e greift.
Die Ausgleichung der Gewichte erfolgt bei doppelten Fahrkünsten am Harze teils
durch Gleichgewichtsbalancirer, teils durch Sicherheitsrollen zwischen den beiden Gestängen,
vodurch die Führung an dieser Stelle unterbrochen wird. Auf Grube Hostenbach sind in
8, 80 und 152 m Schachtteufe jedesmal zwei Sicherheitsrollen eingebaut (Bl. 1, Fig. 13).
Diese ruhen auf schmiedecisernen Trägern, haben 1m im Durchmesser und sind jede mit
‚zwei Ketten von 22 mm Stärke belegt. An den Enden dieser Ketten sind Stellschrauben
hefestigt, welche durch eiserne Querstücke mit dem Fahrkunstgestänge verbunden sind. Durch
iese Einrichtung werden die Schachtgestänge und Fahrbühnen gleichsam abgewogen und
rhalten die Hauptstangen. welche an den Plungerkolben des hydraulischen Balancirers
hefestigt sind, eine Unterstützung. Die schmiedeeisernen Querstücke wurden ebenfalls zur
Bestängeführung eingerichtet, und zwar ähnlich, wie solche unter den nachträglich eingebauten
Führungen, außerdem bilden sie eine Grenze für den Tiefgang des Gestänges, indem sie
vie die Fangköpfe sich mit jedem Hube bis auf etwa 10 em Entfernung dem Fangbalken a
iähern (Bl. 1, Fig. 14). Damit ein Rutschen am Schachtgestänge, also ein Verschieben der
Querstücke nicht stattfinden kann, sind an den betreffenden Stellen die Gestänge selbst mit
Wulsten verstärkt, wodurch also deren Stellung für immer fixirt bleibt.
Bei eintrümmigen Künsten muß man Contrebalancen anbringen, entweder Ketten über
Rollen mit Gewichtskasten oder Balancirer. Um bei etwaigen Brüchen Unglücksfälle zu
verhindern, hat man, wie bei Pumpengestängen, besondere Fanglager angebracht. Sie
»estehen aus übereinander gelegten Balken, auf welche die am Gestänge angebrachten Fang—
vöcke aufschlagen.
Die Verbindung der Gestänge mit der Maschine geschieht bei Holzgestängen wie
dei Pumpengestängen. Besteht das Gestänge aus zwei Winlelschienen, so werden diese oben
»urch eine kurze Welle verbunden, indem die Winkelschienen sich zu Augen erweitern, in
welche die Welle eingreift. Wenn das Gestänge aus 3 und 4 Stangen besteht, gibt man
im besten oben ein Stück mit 3 bezw. 4 Armen, in dessen Mitte die Zugstange eingreift
und an deren Ende die Stangen mittelst Mutterschrauben gehalten werden. Die Ver—
»indungsart des Gestänges mit dem Kolben des Plungerrohres auf Grube Hostenbach ist
»ben beschrieben (Bl. 1, Fig. 7).
Auf- und Abtreten der Arbeiter. Bei der doppelten Kunst mit doppelter Hub—
entfernung der Tritte erreicht nur das eine Gestänge mit seiner aufwärts gehenden Tritt—
»ühne die Hängebank, bezw. die Stelle zum Auf- und Abtreten, während das andere von
inem festen Tritte umgeben ist; auf diesem steht der Fahrende und tritt auf das andere
Bestänge über, wenn dessen oberste Bühne hinaufkommt; mit dieser wird der Fahrende in
»en Schacht gesenkt und trifft nach Vollendung des ersten Hubes die erste bewegliche Bühne
»es ersten Gestänges, auf die er übertritt; beim nächsten Hube geht er von hier auf die
zweite Bühne des zweiten Gestänges u. s. w. Ähnlich ist die Einrichtung für den Aus—
ahrenden. Bei der doppelten Kunst mit einfacher Hubentfernung der Tritte, welche gleich⸗
zeitig zum Ein- und Ausfahren benutzt wird, sind zwei Niveaux zum Auf- und Abtreten
erforderlich, den Tritten mit ungerader oder gerader Ziffer entsprechend; nur das eine Niveau
'ann wie beim vorhergehenden Falle eingerichtet sein, das andere muß man seitwärts be—
treten und verlassen, weil hier eine bewegliche Bühne kollidirt.
            
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