Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

Bei direkter Bewegung der Gestänge hat man Kataraktpausen für den Übertritt
aötig, welche nur bei Dampfmaschinen anzubringen sind; abgesehen von der stoßweise statt⸗—
findenden Bewegung und der unter Umständen damit verbundenen Gefahr hat man hier stets
Vernichtung der lebendigen Kraft. Nimmt man Kataraktpausen von nur 3 Sekunden an,
o bleiben für einen Auf- und Niedergang, entsprechend den obigen Zahlen, nur 7,5 — 3
— 4,5 Sekunden übrig, sodaß sich die Geschwindigkeit auf mæ6 em in der Sekunde
erhöht. Hiernach ist die Krummzapfenbewegung der direkten vorzuziehen.

II. Gestünge.
Im Anfange nahm man beschlagenes Fichtenholz von 18 em Breite und 16 em
Stärke, aus zwei je 10 em breiten, 16 em starken, mit einander verschraubten Stücken
estehend; die Bekleidung der Wechsel erfolgte durch eiserne Schienen. Später verwendete
man Drahtseile, welche der ganzen Länge nach von zwei mit den Kernseiten aufeinander
gekämmten, leichteren hölzernen Stangen umfaßt sind; in den Hölzern befinden sich Nuten
ür die Seile. Diese Konstruktion ist insofern mißlich, als sich die Beschaffenheit der ohnehin
getheerten Drahtseile nicht beständig untersuchen läßt. Man hat auch zwei parallele
Drahtseile als Gestänge angewendet; dieselben sind 20 em von einander entfernt, haben
»ben 36 Drähte und von 100 zu 100 meje 4 Drähte weniger. Die schmiedeeisernen Tritte
ind Griffe sind mit den Seilen durch Umwickeln von Draht verbunden. Eiserne Gestänge
ind runde Eisenstangen, deren Querschnitt nach der Teufe zu abnimmt. Die Stangenenden
ind verschraubt oder durch Gabelungen vereinigt, indem eine Gabel am unteren Ende
der oberen Stange den Kopf der folgenden Stange umfaßt; die dadurch entstehende Ver—
ickung trägt den mit zwei Querstücken versehenen Rahmen aus Flacheisen für den Tritt.
Auf Grube Hostenbach, wo seit 1872 eine doppeltrümmige Fahrkunst nach dem
System von Abel Warocqus in Betrieb steht, beginnt der Aufhängepunkt des Gestänges
m der hydraulischen Balance (siche unten) selbst und wird die Verbindung mit den Druck—
olben durch Fig. 7, Bl. 1 verdeutlicht. A ist ein in den Kolbenboden genau eingepaßtes
Bußstück, welches durch Schrauben mit demselben verbunden ist. Die 100 mm dicken, ab—
zedrehten Hauptstangen sind durch Keile mit den Gußstücken verbunden. Am unteren Ende
ind die Hauptstangen flach ausgeschmiedet und mit den Fangköpfen der Fahrkunst verbunden.
Die Fangköpfe selbst sind aus zwei 12 mm starken Eisenblechen zusammengenietet, unten
geradlinig und nach obenhin die Ecken stark abgeschweift, sodaß in deren Mitte die Haupt—
tangen und seitlich die eigentlichen Schachtgestänge der Fahrkunst zusammengeschraubt sind
Fig. 8, Bl. 1). Letztere bestehen aus je zwei Eisenstangen von bestem Rundeisen. Die
einzelnen Stücke sind 8 m lang und finden sich in vier verschiedenen Stärken eingebaut.
Die ersten 60 m haben einen Durchmesser von 54 mm, die darauf folgenden 48 mm einen
olchen von 46 mm, die weiteren 56 m einen Durchmesser von 38 mm und die letzten 46 m
sind 30 mm stark. Die Enden der Gestänge stellen 80 mm lange Schrauben dar, welche
n 160 mm hohen Muttern derart eingeschraubt sind, daß die Enden der Gewinde in der
Mitte der Schraubenmuttern sich berühren (Fig. 9, Bl. 1). Um jede Lösung zu verhindern,
sind 10, 9, 8 und 7 mm starke, genau eingepaßte Stifte so angebracht, daß sie die Enden
der Stangen, welche halbkreisförmig ausgefeilt sind, durchsetzen.
Winkelschienen werden in der Art benutzt, daß man deren zwei oder vier miteinander
derbindet, welche Befestigung gleichzeitig zur Unterlage der Tritte dient. Wo keine fressenden
Wasser vorhanden sind, dürfte Eisen wohl den Vorzug verdienen, zumal es hier nur absolute
Festigkeit zu leisten hat. Auseinander gerückte Stangen sind am zweckmäßigsten, und bei
            
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