Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

VII. Abschnitt.

Fahrung.

Unter Fahrung versteht man die Art und Weise, wie sich Menschen in den Gruben—
zauen fortbewegen, sei es mit Hülfe der eigenen Muskelkraft oder der Maschinenkraft. Über
die Fahrung in Strecken und Abbauen ist etwas besonderes nicht zu erwähnen und wird
deshalb hier lediglich von der Fahrung in Schächten die Rede sein. Diese geschieht auf
Stiegen oder Treppen, auf Rutschbahnen oder Rollen, auf Fahrten, Fahrkünsten sowie
am Seile.
Eahrung ohne Maschinenkraft.

J. Treppen.

Treppen finden sich nur in tonnlägigen Schächten; es werden entweder Stufen in das
Gestein gehauen, oder sie werden von Holz mit entsprechenden Wangen hergestellt. Dabei
ollte seitwärts ein Geländer, aus einer Stange oder einem Seile bestehend, niemals fehlen,
veil ohnehin das Fahren auf den Treppen, namentlich abwärts, ermüdend ist. Beim
Salzbergbau findet man in saigeren Schächten Wendeltreppen, welche jedoch unbequem sind
und außerdem bei der dauernben Bewegung im Kreise Schwindel erzeugen.

II. Rutschen Gl. 1, Fig. 1).
Die Rutschen finden sich fast ausschließlich in den flachen Schächten beim Salzberg—
p»au Süddeutschlands. Sie können nur zum Einfahren benutzt werden, gewähren aber
Bewinn an Zeit und Kraft und erfordern auch geringere Anlage- und Unterhaltungskosten
als gewöhnliche Fahreinrichtungen. Man legt die Rutschen gewöhnlich in Verbindung mit
schmalen Stiegen an, welche zum Ausfahren benutzt werden. Die Rutschen erhalten einen
»der zwei Gleitbäume, auf denen man sitzt und haben eine Neigung von 30 bis 50 Grad,
welche sich unten verflacht, um die Geschwindigkeit des Fahrenden zu hemmen, was derselbe
uuch erreicht, indem er sich hinten überlegt. Um seine Bewegung zu reguliren, erfaßt der
Fahrende ein seitwärts am Stoße befindliches Seil von ca. 3 em Stärke, welches oben
und unten befestigt, aber nicht straf gespannt ist; a ist der Sitz oder Rutschbaum; —X
ind die Räume für die Füße, e ist das Führun asseil und d die Treppe zum Ausfahren

III. Fahrten (Bl. 1, Fig. 2 4).
Die alte Konstruktion der Fahrten bestand in einem Fahrtschenkel, durch welchen
runde Sprossen gesteckt wurden. Bei guten Konstruktionen hat man zwei Fahrt—
chenkel von 65 bis 80 mm Breite; die Sprossen sind nicht rund, sondern höher als
dick und auch wohl in der Mitte noch verstärkt, weil sie sich hier am leichtesten abtreten;
man macht sie 20 bis 26 mmm dick, an den Enden 52 mm, in der Mitte 78 mm hoch.
Das Einsetzen der Sprossen erfolgt so, daß man sie leicht auswechseln kann, indem man
das Zapfenloch in dem einen Schenkel so hoch auskehlt, daß die auszuwechselnde Sprosse
            
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