Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

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Drahtseilbahnen.

Drahtseilbahnen sind hängende Schienenwege, bei denen die Schienen durch Drahtseile
oder Rundeisen ersetzt sind. Sie eignen sich für bergiges Land, wo die Herstellung von
Fahrstraßen oder Schienenwegen unmöglich und kostspielig ist. Mit den Drahtseilbahnen
ann man auf die bequemste Weise über Thäler, Flüsse u. s. w. kommen, sie gestatten auch
ein abwechselndes Steigen und Fallen, nur darf dieses nicht mehr als 2/0 bis ,ß betragen.
Sie werden in zwei Systemen ausgeführt, nämlich 1) mit einem Seil ohne Ende, das
zugleich als Leit- und Treibseil und 2) mit einem Leitseile, das als Schiene dient, während
ein besonderes Treibseil die Gefäße fortbewegt. Nach dem letzteren werden von Adolf
Bleichert zu Leipzig-Gohlis und Pohlig zu Köln Bahnen ausgeführt.
Drahtseilbahnen mit einem Seil ohne Ende. Das Seil ohne Ende geht von
der Umtriebsmaschine über Rollen, die an den beiden Enden von Böcken angebracht sind,
und ist am anderen Ende der Bahn um eine bewegliche Scheibe geschlungen. Diese ruht
auf einem Gestellwögen, von dessen hinterem Ende eine Kette oder ein Seil über eine
tehende Rolle läuft und einen Gewichtskasten trägt, so daß damit die Spannung des Seiles
rreicht wird. Unter dem Seile hängt der Förderkasten an einem gebogenen Haken, der
in seinem oberen Ende den mit zwei Rollen versehenen Schlitten trägt. Derselbe ist innen
mit Holz ausgefüttert und hat eine Hohlkehle, mit der er auf dem Seile ruht. Kommt
der Schlitten an die Tragerollen der Böcke, so setzen sich die abgeschrägten Flächen auf die
zdränze der Tragerolle, der Schlitten wird durch die Drehung der Rollen über dieselben
sinweggeschoben und auf der anderen Seite wieder auf das Seil gesetzt. An den End—
punkten verschwindet das Seil unter der Bahn, einerseits um zu der tiefer stehenden Seil—
cheibe der Umtriebsmaschine, andererseits um zur Spannscheibe hinabzugehen, jedoch erst
»ann, nachdem der Förderkasten mit den am Schlitteu befestigten Rädern auf einer besonderen
Bahn von Hochkant-Eisen abgesetzt ist. Auf dieser wird er mit der Hand bis zur Ent—
»ezw. Beladestelle fortgeschoben, nach geschehener Abfertigung in der gebogenen Bahn weiter
jebracht und am Ende derselben auf das von unten wieder heraufkommende Seil gesetzt.
Drahtseilbahnen mit Treibseil und Leitseil. Diese Bahnen haben in letzter
zeit eine sehr häufige Anwendung gefunden. Der Förderkasten läuft mit zwei Rädern auf
einem Leit- oder Tragseile und wird durch ein Treib- oder Zugseil fortbewegt. Das Leit—⸗
eil ist bisweilen durch eine fortlaufende eiserne Rundstange ersetzt.
Die Befestigung des Treibseiles an den Förderkasten erfolgt bei annähernd horizon—
'aler und schwach geneigter Bahn durch Friktionskuppelung, bei stark geneigter Bahn durch
Muffenkuppelung. An der Endstation wird der Apparat von selbst gelöst und der Förder—
kasten auf hochkantig gestellten Flachschienen mit der Hand fortbewegt.

Drahtseilbahnen mit elektrischem Betriebe.

Die Bahn besteht aus gleich langen Stücken von Stahldraht, deren Enden in Trag—
ofosten befestigt sind. Die Drahtstücke stehen abwechselnd mit dem positiven und negativen
Pole der Dynamomaschine in Verbindung und tragen einen Zug, der an seinen Enden je
eine, unter sich und mit dem Stahldrahte leitend verbundene Rolle trägt. Befindet sich die
ꝛine dieser Rollen auf dem positiven, die andere auf dem negativen Drahtstücke, so wird
der elektrische Strom zu der einen Rolle ein- und zu der andern austreten.
            
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