Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

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schiedenen Winkeln zusammentreffenden Geleise miteinauder zu verbinden und den ankommenden
und wieder abfahrenden Lokomotiven eine andere Richtung zu geben.

3. Kchiebebühnen.

Die Schiebebühnen finden, da sie den geringsten Raum beanspruchen, sowie in der
Anlage nicht sehr teuer und im Betriebe leicht und bequem zu handhaben sind, mehr und
mehr Eingang auf den Gruben-Bahnhöfen. Sie nehmen meist je einen, seltener aleichzeitig
je zwei Eisenbahnwagen auf.

a. Versenkte und unversenkte Schiebebühnen.
Die ersten Schiebebühnen befanden sich versenkt unter dem Lade-Geleise in einer
»esonderen Grube und wurden mittelst Hebeln, die man in Hülsen oder entsprechenden
Höhlungen der Bühne einsteckte, durch die sich dagegen anstemmenden Arbeiter verschoben.
Jetzt erfolgt die Bewegung meist durch Winden, die auf der Bühne selbst angebracht sind
und deren von Hand betriebenes Vorgelege entweder unmittelbar auf die Achse der Lauf—
räder wirkt oder in eine auf dem Boden der Laufgrube befestigte Zahnstange eingreift.
Die Anwendung der versenkten Schiebebühnen hat vor allem den Nachteil, daß stets
nur das gerade von der Bühne bediente Geleise befahren werden kann, während die übrigen
ür den Betrieb gesperrt sind. Die Unterbrechung der Lade-Geleise führt zudem bei falscher
Stellung der Schiebebühne und Unaufmerksamkeit der Arbeiter leicht zu Entgleisungen. Da
zie Laufgrube der Schiebebühne überdies wegen des erforderlichen kräftigen Mauerwerks
meist ziemlich teuer herzustellen und im Winter nur schwer von Schnee und Schmutz frei—
zuhalten ist, so legt man jetzt die Schiebebühnen nur noch über dem durchgehenden Geleise
des Bahnhofes an. Bei dieser Anordnung sind besondere Vorrichtungen erforderlich, um die
zu verschiebenden Wagen auf die Höhe der Bühne zu bringen; als solche dienen Anlauf—⸗
eile oder in Scharnieren bewegliche, durch Gegengewicht oder Federn horizontal gehaltene
Anlaufschienen.

b. Schiebebühnen mit direktem Dampfbetrieb.
Die Bewegung der Schiebebühnen erfolgt durch kleine Dampfmaschinen, die auf der
Bühne selbst angebracht sind und von einem gleichfalls auf der Bühne befindlichen Kessel
nit dem zum Betriebe nötigen Dampf versorgt werden. Der Bewegungsmechanismus
hesteht meist in einer mit Umsteuerung versehenen Dampfwinde, deren Kraft durch eine
duppelung entweder unmittelbar auf die Achse der Laufräder oder auf die zum Heranholen
der Wagen dienende Winde-Trommel übertragen wird.

c. Schiebebühnen mit sogenauntem fenerlosem Betriebe.
In dem Bestreben, den Rangirbetrieb einfacher und billiger zu gestalten, hat man
n neuerer Zeit versucht, die Dampflokomobilen ganz zu beseitigen. Diese Versuche sind in
der Anwendung der nach dem Patent Lamm-Francq gebauten Heißwasser-Maschinen
für den Rangirdienst außerordentlich glücklich gewesen. Die Kessel dieser Art Maschinen
verden von einer besonderen Station aus mit heißem Wasser gefüllt, dessen Temperatur
»em höchsten Dampfdruck entspricht und aus welchem sich beim Offnen des Regulators der
zum Betriebe nötige Dampf infolge der Spannungs-Verminderung entwickelt. Zwei auf den
Eisenbahnschächten der Grube Altenwald schon eine Reihe von Jahren im Betrieb stehende
derartige Maschinen haben sich gut bewährt, und weiter sind solche auf Albertschacht der
Brube Serlo, Grube Friedrichsssthal und Dechen zur Verwendung gekommen.
            
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