uind wird durch die Reibung gedreht. Mit dem Lösen des Keiles e wird zugleich der
Arretirungshebel g, der mit einer Nase versehen ist, aus einer Aussparung des Wippers
zehoben. Die Nase legt sich auf den Ring des Wippers und wird dort durch das Gegen—
gewicht hfestgehalten, dasselbe wirkt anf die Welle k durch den Hebel i drehend. Sobald
der Wipper eine Umdrehung gemacht hat, zieht das Gegengewicht den Hebel g herum, die
Nase fällt in die Aussparung und der Keil e wird zugleich wieder unter den Wipper
zeschoben. Letzterer hebt sich dabei von den rotirenden Rollen ab und befindet sich wieder
in der anfänglichen Ruhelage.
Um das mit fest eingebauten Wippern verbundene Entleeren der Wagen an einer
Stelle bezw. das Bewegen der zu beladenen Wagen zu dieser Stelle zu vermeiden, wendet
nan fahrbare Wipper an (Bl. 95, Fig. 1 u. 2). Dabei sind dieselben auf Gestellen ange—
racht, die mit vier Rädern auf zwei Schienen über den zu beladenen Wagen geschoben
verden.
Früher hielt man es für einfacher, mit den kleinen und leicht beweglichen Gruben—
vagen zu rangiren, als mit den großen und schweren Eisenbahnwagen. Die Verladung
zeschah dementsprechend, meist ohne jede Sonderung, mittelst Grubenwagen von einer Rampe
aus, die unmittelbar an die Schachthängebank als Futtermauer angebaut und so lang war,
daß 70 bis 100 Eisenbahnachsen an derselben Platz finden und ohne weiteres Rangiren
yon derselben aus beladen werden konnten. Die Grubenwagen waren hierbei zur bequemeren
Berladnng entweder mit beweglichen Kopf- oder Seitenwänden versehen oder als Kippwagen
ingerichtet. Bei größerer Förderung waren, der vermehrten Zahl der Geleise entsprechend,
zwei oder drei, meist aus eisernen oder hölzernen Böcken hergestellte und durch Brücken
niteinander verbundene Ladebühnen vorhanden.
Diese Rampen-Verladung erfordert eine große Anzahl Förderwagen und viele Be—
dienungs-Mannschaften, ist deshalb für größere Bergwerke wirtschaftlich nicht vorteilhaft
ind findet sich wohl nur auf kleinen Bergwerken.
Mit der zunehmenden Sonderung der Kohlen in verschiedenen Korngrößen und der
Sinführung felbstthätiger Lade-Einrichtungen mittelst Lesebändern, bei welchen fast jede
Kohlensorte ihr besonderes Geleise besitzt, trat das Bedürfnis nach Vorrichtungen zum
Verschieben der Wagen auf den Geleisen mehr hervor.
l. Rangirbetrieb mittelst bewegter Motare.
Die ersten Rangirvorrichtungen beim Bergwerksbetriebe waren Weichen und Dreh⸗
cheiben. Die Bewegung der Wagen auf den Verbindungsgeleisen erfolgte hierbei von
Hand, durch Zugtiere und später durch leichtgebaute Tender-Lokomotiven; erst in den
1860er Jahren wurden Schiebebühnen auf Berawerken eingeführt.
1. Weichen.
Die Anwendung der Weichen hat beim Rangirbetrieb nur den Vorteil, daß auf ihnen
rasch ganze Züge ausgewechselt werden können, dagegen erfordern sie große Geleislängen und
piel Raum. Außerdem sind die Betriebskosten, mag das Verschieben der Wagen von Hand
zurch Zugtiere oder durch Lokomotiven erfolgen, im allgemeinen viel größer als beim Ran—
ziren mittelst Schiebebühnen.
2. Drehscheiben.
Die Drehscheiben kommen auf Bergwerken ziemlich selten vor; sie dienen hier weniger
zum eigentlichen Rangiren, als vielmehr dazu, die am Kopfende der Bahnhöfe unter ver—