Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

chreitet und bedarf daher keinerlei Wartung. Auf diese Weise ist selbst ein lange andauerndes,
zeliebig starkes Bremsen möglich. Vorbeschriebene Anlage bietet mindestens dieselbe Sicherheit
vie eine Dampffördermaschine, vor der sie die Vorzüge wesentlich vereinfachter Bedienung,
eichterer Manövrirfähigkeit und vor allem bedeutend höherer Okonomie voraus hat.
Blatt 93, Fig. 3 bis 5 zeigen elektrisch betriebene Fördermaschinen nach Ausführungen
zer Maschinenfabrik C. Hoppe und der Firma Siemens u. Halske in Berlin. Fig. 3
zeigt eine größere Fördermaschine für eine Zugkraft bis 3000 kKg bei einer Seilgeschwindig—
eit bis 15 m. Der feitlich angebaute Drehstrommotor Enarbeitet mit Zahnradübersetzung
zuf die Seilkorbwelle. Sowohl die schnelllaufende Vorgelegewelle als auch die Seilkorb⸗
velle besitzen je eine elektrisch thätige Bremse. Der von der Seilkorbwelle aus mittelst
conischer Zahnräder angetriebene Teufenzeiger t zeigt die augenblickliche Stellung der Förder⸗
örbe im Schacht an. Ein Spindelapparates setzt vor Ende des Aufzuges eine Signalglocke
in Thätigkeit, schaltet bei allenfallsigem Übertreiben zunächst den Strom aus und rückt darauf
die Bremse selbstthätig ein. Die Bremse ist mit dem Anlaßapparat derart verbunden, daß
) der Motor nie eingeschaltet werden kann, bevor die Bremse gelöst ist, 2) die Widerstände
»es Anlaßapparates stets nur allmählich ausgeschaltet werden und 3) die Gesammtsteuerung,
d. h. das Bremsen, Steuerung für Rechts- und Linksgang, sowie das Ein- und Ausschalten
der Widerstände durch Bewegung eines einzigen Steuerhebels bewirkt wird, die Bedienung
der Maschine also keine besondere Aufmerksamkeit erfordert, da die richtige Reihenfolge der
Handhabung stets gesichert ist.
Bei der Fördermaschine Fig. 4 und 5, Bl. 93 erfolgt die Übertragung der Arbeit
»on der Welle des Motors auf die Seilkorbwelle mittelst doppelten Zahnradvorgeleges. Die
Maschine besitzt eine elektrisch bethätigte Bremse unmittelbar auf der Seilkorbwelle und eine
von Hand zu bedienende Bremse auf der Vorgelegewelle; die Sicherheitsapparate sind die—
elben wie bei der oben beschriebenen Maschine. Diese Fördermaschinen werden mit Gleich—
trom⸗ und Drehstrombetrieb für Seilzüge von 560 bis 1000 kKg und für Seilgeschwindig—
eiten von 3 bis 10 mm pro Sekunde gebaut.
Direkt wirkende elektrische Fördermaschinen. Bei größeren Fördermaschinen
ist es möglich, den Elektromotor mit so geringer Umdrehungszahl zu bauen, daß er direkt
auf die Seilkorbwelle gesetzt werden kann. Eine solche Fördermaschine wurde schon vor
mehreren Jahren von der Thomson-Houston-Elektric-Company in New-York gebaut,
ei der zwei an beiden Enden der Seilkorbwelle aufgestellte Elektromotoren angewandt sind,
»eren jeder bis zu 500 effektiven Pferdestärken entwickeln kann. Die Anlage ist bestimmt,
ine Last von 4500 Kg aus einer Tiefe von 750 mm in einer Minute aufzuholen. Die
Beschwindigkeit ist regulirbar. Die Bremsen sind sehr kräftig gebaut und ober- und unter—
salb der Trommelwelle durch Zugstangen verbunden, so daß sich alle Teile parallel zueinander
hewegen und der Angriff in den Bremsschuhen gleichmäßig stattfindet. Zeiger, die ihre
Bewegung durch Schraubenräder von der Trommelwelle aus erhalten, geben auf einem
Zifferblatt die Stellung der Förderkörbe im Schachte an.

6. Schachtförderuug mittelst komprimirter und verdüunter Luft.
Die Versuche zur Anwendung komprimirter Luft für die Schachtförderung sind im
hiesigen Reviere zuerst auf Grube Sulzbach-Altenwald beim Abteufen von der ersten zur
zweiten Tiefbausohle gemacht worden. Der Lufthaspel war am Füllorte des Schachtes in
der J. Tiefbausohle aufgestellt worden und bestand in einer Zwillingsmaschine, die neben
der Förderung auch die Wasserhaltung zu besorgen hatte.
Verdünnte Luft wurde von Blanchet zu Epinac in Frankreich in der Weise
            
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