Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

forbwelle sitzende Zahnräder z und 21 eingreifen. Die Steuerung der Maschine, d. h. die
Regulirung der Geschwindigkeit und die Änderung der Drehrichtung, erfolgen durch den
Handhebel h, der den Regulirwiderstand und einen Umschalter bethätigt, die sich direkt bei
»em Motor befinden. Zum Bremsen dienen die Fußbremseskund die elektrisch wirkende
Bremseng, die in Thätigkeit tritt, sobald der Strom durch irgend einen Zufall unterbrochen
vird. Die Maschine ist ferner mit doppeltem Teufenzeiger Jl, mit Geschwindiakeitsmesser
ind Warnglocke wuausgerüstet.
Eine ebenfalls von der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft ausgeführte Fördermaschine
mit Gleichstrombetrieb zeigen Fig. 1J und 2, Bl. 94. Sie ist bestimmt, ein dreietagiges
Fördergestell mit 6 Wagen von je O,dnt, also eine Nutzlast von 31t bei einer mittleren
Seilgeschwindigkeit von 10 und einer maximalen Seilgeschwindigkeit von 16 m pro Sekunde
aus 700 m Teufe zu heben. Sie beansprucht hierfür maximal 760 effektive Pferdestärken.
Die Fördermaschine ist 50 mm von der Centrale entfernt; diese liefert außer für die Förder—
maschine noch Strom für eine 380-pferdige unterirdische Wasserhaltung zum Heben von
3 ebm Wasser pro Minute auf 450 m Höhe, sowie rund 100 effektive Pferdestärken für
kleinere Betriebseinrichtungen. Im ganzen werden maximal 1600, im Mittel 120 effektive
Pferdestärken in der Centrale erzeugt. Es sind dafür drei Dampfmaschinen von je 550 bis
300 effektiven Pferdestärken aufgestellt, von denen zwei bei normaler Beanspruchung den
nittleren und bei maximaler Beanspruchung den Marimalkraftbedarf liefern, während die
)ritte Maschine zur Reserve dient. Die Dampfmaschinen sind stehende Verbund-Receiver—
maschinen, die ihre Leistung bei J Atm. Admissionsspannung und 120 Minutenumdrehungen
ergeben. Die Umdrehungszahl der Maschinen wird durch direkt auf die Expansionssteuerung
ubeitende Centrifugalregulatoren derart beherrscht, daß sie auch bei den größten Belastungs⸗
chwankungen nur innerhalb 10/, variiert. Mit jeder Dampfmaschine ist eine als Innen—
»olmaschine gebaute Gleichstromdynamo direkt gekuppelt, die normal bei 300 Volt Betriebs—
pannung 400 Kilowatt leistet. Von den Dynamos führen isolirte Kupferkabel nach dem
Schaltbrett, das in übersichtlicher Weise die zur Regulirung, Schaltung und Messung
aötigen Apparate, sowie die Abzweigleitungen nach den einzelnen Verbrauchsstellen enthält.
Die zur Fördermaschine führenden Leitungen sind als eisenbandarmirte Bleikabel von je
325 qmm Kupferquerschnitt ausgeführt und in die Erde verlegt. Der maximale Eneraie—
erlust beträgt hierbei nicht ganz 194.
Die Seilkörbe der Fördermaschine haben 7m Durchmesser, die Seildicke beträgt
50 min. Zur Seilgewichtsausgleichung dienen Unterseile. Die erforderliche Motoren—
eistung beträgt bei der mittleren Seilgeschwindigkeit 480, bei der maximalen Seilgeschwindig—
eit 760 effektive Pferdestärken.
Der Antrieb der Seiltrommeln erfolgt auf beiden Seiten mittelst Zahnradvorgeleges.
Auf die Vorgelegewelle wirken zwei Gleichstrommotoren P und Pi (Bl. 94), deren jeder
hei rund 200 Minutenumdrehungen 40 effektive Pferdestärken entwickelt. Beide Motoren
ind mit Umsteuerapparaten und Regulatoren versehen, durch die der Wärter von seinem
Standort aus beide Motoren gleichzeitig in und außer Betrieb setzen, umsteuern und ihre
Beschwindigkeit reguliren kann. Mit der Vorgelegewelle ist der horizontal angeordnete
Teufenzeiger t verbunden. An der Außenseite der Seilkörbe befinden sich Bremsringe, gegen
welche sich die beiden mit Holz gefütterten Bremsbacken legen. Das Anziehen der letztern
erfolgt entweder von Hand oder mittelst komprimirter Luft, wie bei einer Dampfbremse.
Die komprimirte Luft von 6 Atm. Spannung wird einem Windkessel entnommen, der durch
einen mit Elektromotor betriebenen Kompressor gespeist wird. Der Elektromotor wird selbst⸗
hätig angelassen bezw. abgestellt, sobald der Druck im Windkessel 6 Atw. unter— bezw. über—
            
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