Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

Steuerhebel, Dampfabsperrventil und Bremshebel sind so angeordnet, daß der Wärter
sie bedienen kann, ohne seinen Standort zu verlassen.

5. Schachtförderung mit elektrischem Antrieb.
Zum Betriebe großer Schachtfördermaschinen hat bis jetzt elektrische Kraft noch ver—
hältnismäßig wenig Anwendung gefunden, obgleich die bei dieser Betriebsweise trotz der
doppelten Umsetzung von mechanischer Arbeit in elektrische Energie und von elektrischer Energie
in mechanische Arbeit zu erzielenden Vorteile und Betriebsersparnisse anerkannt werden müssen.
Die im Laufe der letzten Jahre mit elektrischen Förderhaspeln gemachten günstigen Erfah—
rungen lassen jedoch den berechtigten Schluß zu, daß man in Zukunft auch bei den Schachtördermaschinen
 den elektrischen Antrieb mehr und mehr anwenden wird, zumal man heute
in der Lage ist, Elektromotoren von den bei der Schachtförderung erforderlichen Leistungen
nit geringer Umlaufszahl zu bauen. So bietet z. B. der Bau eines größeren, mit 50 bis
30 Minutenumdrehungen laufenden Elektromotors keine Schwierigkeiten mehr; ein solcher
Motor gestattet aber den direkten Zusammenbau mit der Seilkorbwelle, also die Vermeidung
eglicher Zahnradübersetzung. Bei den bis jetzt ausgeführten Fördermaschinen mit elektrischem
Antrieb hat allerdings in den meisten Fällen Zahnradübersetzung Anwendung gefunden, jedoch
haben sich hierbei irgend welche Unzuträglichkeiten nicht ergeben. Der Hauptvorzug elektrisch
betriebener Fördermaschinen liegt in ihrer Okonomie, da man in der Lage ist, in der Strom—
erzeugerstelle vollkommene Expansions-Dampfmaschinen zu verwenden, während unsere jetzigen
Dampffördermaschinen trotz des neuerdings zur Anwendung gelangten Verbundsystems einen
hohen Dampfverbrauch haben. In Bezug auf Manövrirfähigkeit und Betriebssicherheit ist
die elektrisch betriebbne Fördermaschine unsern modernen Fördermaschinen vollständig gleich—
vertig, wenn nicht gar überlegen. Bei der Anlage einer elektrisch betriebenen Fördermaschine
st man nicht an die Nähe der Kesselanlage gebunden, und sie gestattet auch vor allem eine
interirdische Aufstellung an jedem gewünschten Betriebspunkte, wodurch sich, namentlich bei
Bruben mit wenigen, weit auseinander liegenden Flötzen, bedeutende Ersparnisse in den
dosten des Querschlagsbetriebes erzielen lassen.
Da bei Fördermaschinen eine Anderung der Geschwindigkeit erforderlich ist, so eignen
ich für ihren Antrieb vorzugsweise Gleichstrommotoren, da diese es ermöglichen, die Um—
)rehungszahl des Motors beliebig und ohne Arbeitsverlust, unabhängig von der Geschwindig—
eit der Primärdynamo zu ändern, während dies bei Drehstrommotoren nicht so einfach zu
erzielen ist, weshalb man bei Drehstrombetrieb zweckmäßig eine besondere Dynamo verwendet,
nit deren Umlaufszahl diejenige des Motors sich entsprechend ändert.
Indirekt wirkende elektrische Fördermaschine. Die Figuren 1 und 2, Bl. 93
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naschine. Bei dieser Anlage war nicht nur die Frage des Nutzeffektes maßgebend, sondern
die Verhältnisse liegen derart, daß die Hauptförderung durch einen Stollen betrieben wird.
Der bisherige Stollenbau ist nun erschöpft und es wurde zum weiteren Aufschluß am Ende
des Stollens ein blinder Schacht abgeteuft. Nun entstand die Frage, ob es zweckmäßiger
ei, den Schacht bis zu Tage durchzutreiben und durch eine Dampffördermaschine die Förderung
aus den Tiefbausohlen auf die Stollensohle zu heben oder am Ende des Stollens über dem
olinden Schacht eine elektrisch betriebene Fördermaschine aufzustellen. Mit Rücksicht auf die
zu erzielenden Ersparnisse durch geringeren Dampfverbrauch und Wegfall der Kosten des
Schachtabteufens von Tage her entschied man sich für die elektrische Anlage.
Der Gleichstrommotor Eeist durch Stahlblattkuppelung Knmit der Vorgelegewelle v
»erbunden. Auf letzterer sitzen zwei Stirnradgetriebe t und ti, die in zwei auf der Seil—
            
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