Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

heben und Schließen der Ventile bewirken, bezw. die Maschine in Bewegung gesetzt, jeder
Hrad von Expansion erreicht wird und die Maschine wieder zur Ruhe kommt.
Schließlich finde hier die Koepe'sche Foerdermethode Erwähnung. Die Maschine m
„Bl. 89, Fig. 5) wird in den Schachtturm verlegt und greift direkt an die Seilscheibe s an.
Diese hat, um ein Rutschen des einfach übergelegten Bandseiles zu verhüten, einen größeren
Durchmesser, als die Entfernung der Schachtmitten beträgt. Das Seil wird über zwei
Leitscheiben t und tiin den Schacht geführt.
Da das Verlagern der Maschine in solcher Höhe nicht ohne Bedenken ist, so kann die
Einrichtung in anderer Weise getroffen werden, wie auf Bl. 89 (Fig. 6 u. 7) stizzirt ist,
ndem man eine wie gewöhnlich aufgestellte Fördermaschine benutzt und an Stelle der Seil⸗
örbe ein mit einer Seilnut versehenes Schwungrad setzt. Die von den Seilscheiben ss,
jerabkommenden Seile II sind einfach um das als Treibscheibe dienende Schwungrad 8
geschlungen und bilden mit den Gerippen gse, sowie mit dem Unterseile h ein Seil
ohne Ende.
Die über die Scheiben rx! gelegten Fangseile ff!sind mit ihren Enden an je einem
Gerippe befestigt. Die Achsen der Seilscheiben ruhen auf Pufferfedern. Reißt das Förder—
reil, so legt sich die Last in die Fangseile, gleichzeitig werden aber die Seilscheiben unter
Nachgeben der Federn gegen feste hölzerne Bremsbacken gepreßt und stehen nach einigen
Amgängen still.
Die Vorteile einer derartigen Einrichtung sind folgende:
Ein Übertreiben über die Seilscheiben kann nicht vorkommen, weil in diesem Falle das
Seil in der Treibscheibennut zum Gleiten kommen wird, a4umal der untere Korb sich
nzwischen aufgesetzt hat.
2) Aus demselben Grunde braucht man die Seilscheiben nicht so hoch zu legen wie bei
der gewöhnlichen Einrichtung und kann daher auch die Seilscheibengerüste entsprechend
aiedriger und billiger herstellen.
3) Der Seilverschleiß ist ein geringer, da das Seil nur einer einmaligen Biegung und
zeringerer Reibung unterworfen ist.
1) Die Anlage ist einfach und beansprucht wenig Raum.
Ein wesentlicher Nachteil dürfte der sein, daß bei einem Seilbruche beide Körbe fallen,
venn sie nicht gefangen werden.
In neuerer Zeit sucht man —D0
zeringeren Dampfverbrauches auch bei der Fördermaschine zur Anwendung zu bringen. Die
erste Verbundfördermaschine wurde 1884 auf Skalleyschacht Jder Grube Dudweiler
uufgestellt; seit dieser Zeit sind eine Reihe solcher Förderanlagen im hiesigen Reviere gefolgt.
die auf Bl. 92 dargestelle Maschine auf Josephaschacht der Grube Gerhard ist
zum Heben einer Nutzlast von 3000 kg aus maximal 500 m Teufe berechnet. Sie hat
inen Hochdruckcylinder von 900, einen Niederdruckchlinder von 1300 mm Durchmesser und
1800 wm Hub. Die Seilkorbwelle hat 520 mm Schaftdicke und trägt zwei cylindrische
Seilkörbe von 6mn Durchmesser und 1,50 m lichter Breite, was zur Aufnahme von 550 m
Seil von 50 mm Dicke genügt. An der Innenseite jedes Seilkorbes sitzt ein I-Eisenring,
auf welchen eine kräftige Dampfbackenbremse wirkt, die zugleich als Handbremse vom Wärter—
tande aus in Thätigkeit gesetzt werden kann. An der Maschine befindet sich ein doppelter
Teufenzeiger, der beim Zuchoch⸗treiben des Förderkorbes die Dampfbremse selbstthätig ein⸗
virft. Eine Warnglocke gibt vor der letzten Umdrehung der Maschine Signal. Die Steue—
rung der Maschine ist eine durch Gooch'sche Koulisse bethätigte Ventilsteuerung. Der zwischen
doch⸗- und Niederdruckcylinder liegende Receiver ist unter dem Flur angeordnet.
            
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