2) die Periode der Normalgeschwindigkeit der Maschine mit nahe zu konstanten Arbeits—
eistungen des Dampfes;
3) die Periode des Auslaufes mit ganz geringen positiven, sogar negativen Leistungen
des Dampfes.
Da es unmöglich ist, den Expansionsgrad diesen drei Perioden durch einen Mechanis—
mus anzupassen, ist es viel einfacher und natürlicher, dem Maschinenwärter als einziges
Mittel zur Regelung der Ganggeschwindigkeit eben nur die Veränderung der Expansion zu
geben. Das Bestreben des Wärters, mit der richtigen Geschwindigkeit zu fördern, bringt
hn dann von selber dazu, den jeweilig vorteilhaftesten Expansionsgrad zur Anwendung zu
»ringen. Die Schlepppentilsteuerung nach dem Patente von Ehrhardt u. Sehmer besitzt
ine derartige Anordnung und hat im Betriebe vollständig zufriedenstellende Resultate er—
zeben. Die Dampfpyerteilung erfolgt in gewöhnlicher Weise durch je ein Dampfeinlaßventil P
Bl. 90, Fig. 2 u. 3) und ein Auslaßventil A an jedem Cylinderende, die beliebig ange—
rdnet sein können. Die Bewegung dieser Steuerventile geschieht gleichfalls in gewöhnlicher
Weise durch Kreisexcenter und Steuerkoulisse. Es sind aber zu jeder Steuerkoulisse 2 Erx—
enter nötig, die mit starken Voreilungswinkeln angeordnet sind, sodaß die Koulisse große
Mittelpunktsbewegungen macht. Das Umsteuern oder Heben und Senken des Koulissen—
zleitbackens geschieht in gebräuchlicher Weise mit Steuerhebel von Hand durch den Maschinen—
värter. Voreilungswinkel und Hub der Steuerexcenter bedingen die Größe der Mittel—
»unktsbewegung der Kounlisse. Der Hebedaumen der Einlaßventile hat in dem Schlitze der
Bentilspindelköpfe y toten Gang, entsprechend der Größe der Mittelpunktsbewegung der
Steuerkoulisse. Steht demnach der Handsteuerhebel, also auch die Koulissengleitbacke, in der
Mittellage, so werden die Einlaßventile nicht mehr gebffnet, es kommen vielmehr die Hebe—
— EF
ehr geringes Anheben dieser Ventile bewirkt. Bei dieser Steuerhebelstellung arbeitet die
Maschine mit Nullfüllung. Sowie der Steuerhebel aus seiner Mittellage herausrückt, heben
ich mit Beginn des Kolbenhubes die Einlaßventile von ihren Sitzen ab und schließen sich
rüh wieder, d. h. die Maschine arbeitet mit sehr kleinen Cylinderfüllungen, solange der
Ausschlag des Steuerhebels aus seiner Mittellage nur klein ist. Mit der Größe dieses
Ausschlages wachsen auch die Cylinderfüllungen bis zu 750/,, die bei Zwillingsmaschinen
inter allen Umständen ausreichen. Die Auslaßventile werden durch dieselben Mechanismen
zewegt, wie die Einlaßventile, würden daher auch dieselben Bewegungen machen, wie letztere,
wenn nicht besonders vorgesehen wäre, daß —
hjaben die Hebedaumen hb der Auslaßventile in den Ventilspindelköpfen nicht so viel toten
Bang, wie die der Einlaßventile; es ist im Gegenteil dieser tote Gang nur so groß, daß
auch in der Mittelstellung des Steuerhebels die Auslaßventile sich heben und senken, oder
nit andern Worten: Während die Einlaßventile keine oder nur ganz wenig lineare Vor⸗
ilung haben, sind die Auslaßventile auf ganz beträchtliche lineare Voreilungen eingestellt,
odaß sie jedesmal schon vor Beginn des Kolbenrückganges sich öffnen und auch jedesmal
änger geöffnet bleiben, als das korrespondirende Einlaßventil. Es würde dieses jedoch
mmer den Mißstand haben, daß bei kleinen Ausschlägen des Steuerhebels aus seiner Mittel—
jage, in welchen Fällen also die Einlaßventile sich sehr früh schließen, die Auslaßventile
war etwas später, aber immer noch viel zu früh sich wieder schließen würden. Um dieses
zu verhindern, ist die Steuerung mit einer Einrichtung versehen, die den Niedergang der
Finlaßventile verspätet, der sog. Verschleppung. Seitlich von den eigentlichen Hebel—
daumen, durch welche die Steuerventile gehoben und gesenkt werden, sitzt auf derselben Achse
lose drehbar ein Hebel g mit Daumenende, das unter eine seitlich vorspringende Nase a