Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

12*

»on 40 Pferdekräften, mit 1/, und selbst , bei geringerer Stürke, wobei das Getriebe auf
er Schwungradwelle sitzt; jetzt findet für große Geschwindigkeiten nur direkte Übertragung
»er Bewegung auf die Seilkorbwelle statt.
Die Steuerung war früher allgemein Schiebersteuerung, neuerdings nimmt man
»ei Maschinen von über 40 Pferdekräften Ventilsteuerung, weil diese eine geringere Kraft
»eim Umsteuern erfordert, wenn auch die Ventile den Nachteil haben, daß sie zuweilen beim
Fintritt von Wasser hängen bleiben, was aber durch besondere Vorkehrungen zu beseitigen
st. Zur Umsctzung der Maschine bedient man sich jetzt wohl überall der von der Lokomotive
entlehnten Stevenson'schen und Gooch'schen Koulisse. Um das Schwungrad entbehrlich
zu machen, wendet man Zwillingsmaschinen, d. h. solche mit zwei Cylindern an. Auch
Maschinen mit oszillirenden Cylindern, durch die das Schwungrad gleichfalls entbehrlich
vird, kommen bei geringerer Kraft vor. Die Anwendung von lokomobilen Dampfmaschinen
st schon seit langer Zeit bekannt, die Maschinen werden bis zu 50 Pferdestärken hergestellt.
Bei größeren Schachtanlagen für bedeutende Tiefen stellt man entweder anfänglich nur
chwächere Maschinen zur Förderung auf und ist dann beim Verlegen der Förderung in
zrößere Tiefen genötigt, stärkere Maschinen aufzustellen, oder man giebt der Maschine die
erforderliche Kraft von vornherein und ist bei ihrer Benutzung aus flacherer Höhe zu großen
Brennmaterialaufwänden gezwungen. Um diese Übelstände zu vermeiden, ist vorgeschlagen
vorden, die Maschinen in solchen Dimensionen zu konstruiren, wie sie für die größeren
Tiesen ersorderlich sind, in den weiten Cylinder aber engere Büchsen einzusetzen, die gegen
ie Cylinderdeckel abgedichtet sind, und für die Büchsen die geeigneten Kolben vorrätig zu
jaben.
Die auf Bl. 87, Fig. 3 skizzirte Fördermaschine auf Camphausenschacht J ist für
eine Förderteufe von 700 mmberechnet und soll mit Rundseilen aus Gußstahldraht gleich⸗
eitig sechs Förderwagen zu je 500 kg Kohleninhalt und 300 Kg Eigengewicht mit einer
Beschwindigkeit von 10 m pro Sekunde fördern. Das Gewicht des Fördergestelles beträgt
2500 kg. Zur Ausgleichung des Seilübergewichtes (siehe unten), das im ungünstigsten Falle
nit 7000 kg an einem Seilkorbradius von 411 wirkt, wurde in einem zu diesem Zwecke
zesonders abgeteuften Schächtchen ein an der Seilkorbachse wirkendes Gegengewicht eingebaut,
das die vollständige Ausgleichung des veränderlichen Seilgewichtes bei jedem Stande der
Maschine ermöglicht. Obgleich bei vollständiger Seilausgleichung nur eine konstante Nutz—
last von 3000 Kg zu heben ist, wurde die Maschine doch so stark gebaut, daß sie im Not—
'alle die angenommene Förderung auch ohne jede Seilausgleichung leisten kann. Sie erhielt
daher zwei Dampfcylinder von je 1,20 m Durchmesser und 2 meKolbenhub mit einer Nutzeistung
 von 1000 Pferdekräften bei 5 Atm. Dampfspannung. Die großen Dimensionen
»er Dampfcylinder bedingten die Anwendung einer besonderen Exrpansionsvorrichtung, die
»ariabel ift und alle Expansionsgrade von Null bis zur vollen Cylinderfüllung zu geben
gestattet (siehe unten). Die Seilkörbe sind cylindrisch, haben 8S m Durchmesser und 3,40 m
Breite. Um die Umsteuerung der schweren Maschine zu erleichtern, ist ein besonderer Hülfs—
teuerapparat eingeschaltet.
Die Gestalt der Seilkörbe ist für Bandseile in den sog. Bobinen von selbst
jegeben (Bl. 88, Fig. 1 und 2); für runde Seile hat man in früherer Zeit nur cylin—
drische Seilkörbe (Bl. 88, Fig. 3—55) benutzt, später wendete man viel konische Seil—
förbe (Bl. 88, Fig. 6) und Spiralkörbe (Bl. 88, Fig. 7) an, um wie bei den Bobinen
das Seilgewicht auszugleichen. Konische Seilkörbe bilden zwei, mit einer der Grundflächen
zusammenstoßende abgestumpfte Kegel, bei denen das im Schacht aufgehende Seil auf dem
kleinsten Durchmesser auf-, das niedergehende Seil von dem größten Durchmesser abgewickelt
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.