Das Holz ist gewöhnlich 3 em stark und mit Eisenbeschlag versehen, wodurch nament—
lich die Kanten, Ränder und Ecken zu sichern sind; bei großer Länge des Wagens bringt
man zur größeren Stabilität in der Mitte von einer Langseite zur anderen eine Eisenstange
in. Eisenblech nimmt man 2 bis 3 mum stark; bei geringerer Dicke der Wände ist
mindestens oben ein stärkerer eiserner Rand erforderlich. Zuweilen giebt man den eisernen
Wagen hölzerne Böden, wodurch diese stabiler werden und der Verletzung beim Einfüllen
und Entleeren weniger ausgesetzt sind. Eiserne Wagen sind in der Regel leichter als
jölzerne, dagegen sind erstere beim Vorhandensein sauerer Wasser leicht angreifbar und
zegen Stöße empfindlicher, als hölzerne; diesem Nachteile wird teilweise durch Anbringung
des eben erwähnten hölzernen Bodens abaeholfen, auch lassen sich die Achsen besser daran
nefestigen.
Die Spurweite ist bedingt durch die Länge der Achsen bezw. die Kastenbreite,
das Verhalten der Lagerstätte, die Abmessungen der Baue, besonders der Schächte. Bei
zrößeren Wagen geht dieselbe nicht unter O,8 m. Je geringer die Spurweite und je näher
die Räder zusammenliegen, desto bequemer sind die Wagen — zumal in Kurven — zu
jandhaben, wogegen sie aber leichter durch Umkippen entgleisen und deshalb bei Pferde—
zrderung, noch mehr bei maschineller Förderung, ausreichende Dimensionen zu wählen sind.
Die Verbindung der Achsen bezw. ihrer Lager erfolgt entweder durch deren
Verschraubung am Boden des Wagens oder an zwei Gestellbäumen, die unterhalb des
Zastens liegen; solche Langbäume vermehren die Höhe und das Gewicht, dagegen gewähren
ie große Stabilität und bilden, wenn man sie an den Enden über den Wagenkasten hervor—
agen läßt, Puffer zur Aufnahme der Stöße bei der Fortbewegung ganzer Wagenzüge;
ruch gestatten sie das Anbringen kleinerer Räder unter den Wagenkasten. Die festen
Achsen, an denen sich also die Räder drehen, erhalten konische verstählte oder stählerne
Zapfen; die Achsenschenkel der drehbaren Achsen gehen in Lagern, die entweder nach
Art der Pfannen bei Haspeln konstruirt sind, oder indem ein Teil aus Hartguß besteht,
vährend der Deckel durch ein schmiedeeisernes. Band gebildet wird, oder man hat voll—⸗
tändige Lager, selbst mit Messingfutter. Auch hat man Lager konstruirt, die die Schmiere
Jalten. Bei den Rädern hat man deutsche und englische zu unterscheiden; jene laufen
nit ihrer ganzen Bahn auf dem Fördergeleise, das mit einer Spurlatte versehen ist, die
englischen Räder haben einen Spurkranz; außerdem hat man ausgekehlte Räder, die sowohl
iuf Kantenschienen als englische Räder, wie auch als deutsche Räder gebraucht werden können.
Als Material zu den Rädern diente früher ausschließlich Gußeisen, neuerdings
nimmt man vorwiegend Gußstahl. Diese letzteren Räder zeichnen sich durch ein erhebliches
Mindergewicht und eine bedeutend größere Haltbarkeit vor jenen aus. Die Räder sind
entweder Scheibenräder mit und ohne Oeffnungen oder Speichenräder. Bei Förderung
den die verlängerte Sehne BA mit der an B gezogenen Tangente BJ einschließt. Dieser ist gleich dem
halben Centriwinkel des Kreises von dem Radius der Kurve und des zu genannter Schne gehörigen
Bogens ALP.
Bei demselben Radius der Kurven, aber verschieden großer Entfernung der Achsen voneinander, ver⸗
chieden großen Rädern und hohen Spurkränzen verhalten sich die Sinus der Winkel, unter denen der
Wagen das Bestreben hat, über die Schienen zu springen, direkt wie die Längen der zugehörigen Schnen
Figur 4, während bei verschiedenen Radien der Kurven und gleichbleibender Entfernung der Achsen von—
einander, gleich hohen Rädern und gleich hohen Spurkränzen sich die Sinus der Winkel, unter dem der
Wagen das Bestreben hat, über die Schienen zu springen, umgekehrt verhalten, wie die zugehörigen Radien
Figur 5.
Die Spurweite des Wagens ist LN Figur 2, die Spurweite der Schiene ist KU; KM ⸗ LN
RX. — AN, d.h. die Schienen müssen in den Kurven um die Differenz der Höhe der Bogen, die zu
den Sehnen gehören, welche die Verbindung der Berührungspunkte der äußeren und der inneren Räder an
den Schienen bilden, weiter gelegt werden, als die Spurweite des Waagens beträgt.