Da der Apparat keine Federn oder sonstige Zwischenstücke, die sich lockern oder abnützen,
hesitzt, so giebt er jederzeit die Geschwindigkeit ruhig und sicher an.
Fast überall finden sich Signalschellen, welche läuten, wenn das Fördergefäß sich
der Hängebank nähert, was ebenfalls meist durch Verbindung einer Schraube ohne Ende
nit der Krummzapfenwelle bewirkt wird, die den Schlitten hin und her zieht und so im
hestimmten Momente eine Glocke in Bewequng setzt.
æ. Beilscheiben und deren Gerüste.
Die Seilscheiben müssen für Drahtseile stets von großem Durchmesser sein; man
hat sie bis zu 5,80 m Durchmesser. Sie werden in der Regel aus Gußeisen gefertigt, bei
geringerem Durchmesser aus einem Stücke, sonst aus mehreren Teilen zusammengesetzt. Man
stellt sie aus gußeisernen Kränzen und Naben mit eingegossenen schmiedeeisernen Armen her.
Die Kränze haben eine ausgedrehte Nute für das Seil, die mitunter mit Holz oder Seil—⸗
zurten sowie Guttapercha ausgelegt ist; empfehlenswert ist es, die Nute recht weit zit machen
ind sorgfältig ausdrehen zu lassen, damit das Seil einerseits möglichst geringe Reibung zu
erleiden und andererseits einen großen Spielraum habe, also nicht leicht herausspringen kann.
Eine Ausfütterung mit Holz ist auf Bl. 84, Fig. 4 dargestellt. Die Seilscheibe
jat in der Spur eine Nut von schwalbenschwanzförmigem Querschnitt, in welche die Holz⸗
segmente passen. In dem einen Spurkranz befindet sich eine seitliche Offnung o, durch welche
zie Holzstücke eingebracht und dann längs der Nut weiter geschoben werden. Die Offnung
vird schließlich durch ein Holzstück ausgefüllt und dann ein Blechdeckel vorgeschraubt. Das
Auswechseln des Futters geht dabei rasch von statten, vorausgesetzt, daß Nut und Segmente
genau gearbeitet sind, sodaß letztere sich nicht klemmen. Ein großer Spielraum darf jedoch
ruch nicht vorhanden sein, da sonst die Segmente keine feste Lage haben.
Bl. 84, Fig. 5—7 ist eine Lederausfütterung skizzirt, für welche der Drahtseil⸗
abrik Georg Heckel zu St. Johann Musterschutz gewährt ist. Nebeneinander gelegte
Lederprofile P, deren äußere Gestalt sich der Seilscheibenrille anpaßt und deren innerer
Ausschnitt sich nach dem Seildurchmesser richtet, werden mit einer Drahtlitze D zusammen—
zefaßt und in die Rille der Scheibe eingelegt. Die beiden Enden der Litze werden durch
chräge Löcher im Scheibenkranz nach den Armen Ar und Az geführt. Durch letztere sind
ie bei Sm und 8, in mit Osen und Gewinde versehene Schrauben eingesteckt, an welchen die
Litzenenden befestigt werden.
Die Höhe der Seilscheiben muß so gewählt werden, daß man das Heben und
Senken des Fördergefäßes vornehmen kann, ohne Gefahr zu laufen, dieses über die Seil—
cheiben zu treiben. Früher wurde eine Höhe, die dem anderthalbfachen des Seilumschlages
uuf dem Seilkorbe entsprach, verlangt, in neuerer Zeit ist man von dieser Bemessung abge—
zangen. Die Geschicklichkeit der Maschinenwärter und die Konstruktion der Maschine gestatten
ine geringere Höhe, wenn es möglich ist, das Fördergefäß im Moment festzuhalten.
Um bei Unaufmerksamkeiten des Maschinenwärters oder bei einem Fehler des Steuer⸗
nechanismus der Maschine das Überwinden des Förderkorbes über die Seilscheiben zu
berhindern, werden Vorkehrungen zwischen dem Zugseile und dem Fördergestelle angebracht,
die gestatten, daß sich bei großer Annäherung des Gestelles an die Seilscheiben das Zugseil
öst. Um nun das Herabfallen des losen Gestelles zu verhüten, müssen Fangvorrichtungen
aran angebracht und die Leitungen über die Hängebank verlängert sein, wenn man nicht
unter der Stelle, wo die Auslösung erfolgt, Kaps einbauen will.
Derartige Aushängeglieder sind Bl. 76, Fig. 254 und Bl. 77, Fig. Lu.2 stizzirt.
Diese und ähnliche Vorrichtungen haben den Mangel, daß in den Schacht fallende Gegen⸗