Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

Statt durch bewegliche Deckel kann man den Schacht auch durch ein als Schleuse
virkendes Gebäude abschließen. Das Aus- und Einschieben der Wagen erfolgt dann durch
ꝛeinen mit Thüren versehenen Gang. Eine solche Einrichtung ist auf dem Aspenschacht der
Brube Gerhard getroffen (Bl. 78, Fig. 5 u. 6). Die Seitenwände des Überbaues sind
benso wie die des Einganges 380 mm stark und aus Backsteinen errichtet. Die Wände
ind außen ausgefugt und innen mit Kalkmörtel verputzt. Zu dem Überbau führt ein 6, m
anger Eingang, in welchem drei wetterdichte Thüren angebracht sind. Die Thüren sind 1,20 m
»reit und 3,40 m hoch. In der Höhe sind dieselben zweiteilig. Der obere Theil wird nur
»eim Durchfahren mit den Förderkörben geöffnet. Die Fenster haben gußeiserne Rahmen.
Die Glasscheiben darin sind sorgfältig eingekittet. An sämmtlichen Fenstern sind Laden
ingebracht. Der Überbau und der Eingang zu demselben haben ein luft- und wasserdichtes
Holzcementdach; auf der Innenseite ist dies vergypst. Zum Einbauen der Förderkörbe
Jjenügt für den Überbau die Höhe von 6m. Die Entfernung von Hängebank bis zur
jöchsten Stelle des Seilschlupfes ist 7,20 m. Um daher zwischen Seilschlupf und Schachtdeckel
genügend freie Höhe zu erhalten, ist auf dem Dache ein 3 m hoher hölzener Aufbau her—
gestellt. Derselbe besteht aus 40 mm starken, durch Nut und Feder miteinander verbundenen
Fichenbrettern und ist mit den Eisenteilen des Seilscheibengerüstes und mit dem Dache des
Schachtüberbaues durch kräftige Rahmen aus Eichenholz dicht verbunden. In dem Dache
»es hölzernen Aufbaues sind zwei Offnungen gleich dem freien Querschnitt der Förderkörbe
ausgespart, die durch hölzerne Deckel dicht abgeschlossen sind. Das Dach des hölzernen
Aufbaues und die Deckel sind mit Dachpappe überzogen. Die Seitenwände sind außen mit
Hartfilz bekleidet, über welchen Zinkblech genagelt ist. Die Enden des Zinkbleches sind
aufgelötet. In dem Deckel sind Offnungen zum Durchgange der Förderseile ausgespart.
Damit bei seitlichen Bewegungen der Förderseile möglichst wenig Luft durch die Seilöffnungen
urchgehen kann, sind auf den Deckel dicht um die Seile hohe Gummischeiben gelegt, welche
die Seitenbewegungen der Seile mitmachen, aber am Hochheben durch das aufwärts gehende
Seil durch darüber befestigte Bügel verhindert werden. Die Deckel bleiben stets liegen und
verden nur, wenn der Maschinenwärter aus Versehen ungefähr 2 m über die Hängebank
'ahren sollte, angehoben.

. Sianal· und KRontrol Horrichtungen.

Um jederzeit eine Verständigung des Anschlägers am Füllorte mit dem Abnehmer auf
der Hängebank zu ermöglichen, ist es notwendia, von einem Punkte zum anderen signalisiren
zu können.
1) Bei mäßigen Tiefen erfolgt dies durch direkten Zuruf, wobei man zur Verstärkung
uuch Sprachrohre benutzt.
In den Schächten, in welchen das gemeinschaftliche Sprachrohr von verschiedenen
Sohlen aus in Anspruch genommen wird, stellt sich in der Regel der Übelstand heraus, daß
die Deutlichkeit der Sprache mit der Anzahl der Sohlen dadurch bedeutend abnimmt, daß
die Mundstücke auf den Anschlagörtern entweder gar nicht, oder doch sehr unvollkommen ab—
zeschlossen sind, wodurch die Schallwellen an Intensität verlieren. Es wurden daher schon
rüher Verschlüsse durch Stopfen, Deckel u. s. w. hergestellt, die entweder bald verloren gingen
oder doch aufzustecken vergessen wurden. Infolge dieser Umstände wurden auf Grube König
die selbstthätigen schmiedeeisernen Klappen mit Lederfutter mittelst starker Scharniere so an
die Mundstücke angebracht, daß die Benutzung der Mundstücke nicht behindert wird, jedoch
nach Beendigung der Unterredung von selbst wieder zufallen. Auf jedem Füllort sind zwei
Mundstücke angebracht; Bl. 79, Fig. 1, um nach oben, Fig. 2, um nach unten zu sprechen.
            
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