Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

und in dieser Lage (in der Figur punktirt) durch das Gewicht e erhalten, wodurch die
ffnungen vollständig geschlossen werden, sodaß der Förderkorb sich auf die Thüre aufsetzen
kann. Wird hierbei ein Wagen auf das falsche Fördertrumm gestoßen, so läuft er auf die
Thür und kann nicht in den Schacht fallen. Soll von der betreffenden Sohle nicht gefördert
verden, so werden die Thüren gehoben und befinden sich in der Lage der Figuren 1 und 3,
nn welcher sie durch das Gewicht é erhalten werden, wodurch der Zugang aus dem Füllort
ium Schachte abgeschlossen wird.
Gewöhnlich ist bei den selbstthätigen Schachtverschlüssen die Einrichtung so, daß der
aufgehende Förderkorb die Sicherheitsthüren hebt. Dies hat jedoch den Nachteil, daß in
dem Moment, in welchem die Thüren gefaßt werden, stets ein Stoß ausgeübt wird, der
ich auf das Förderseil überträgt. Um diesen Stoß zu vermeiden und das Förderseil von
»em Gewichte der Sicherheitsthüren zu entlasten, hat man auf Grube Reden den auf
Bl. 76, Fig. 4226 dargestellten Verschluß angewendet. Die Schachtthüren sind möglichst
eicht aus Bandeisen hergestellt, haben durch Osen ihre Führung an zwei Rundeisenstangen
ind sind durch je zwei Drahtseile mit den oberhalb derselben befindlichen Hebeln verbunden.
Die hinteren Enden eines solchen Hebelpaares sind durch cin Winkeleisen, vereinigt, das
gleichzeitig als Gegengewicht dient. Von dem Winkeleisen gehen zwei Drahtseile über Rollen
reitlich in den Schacht, an deren unteren Enden ein mit zwei Klauen versehenes Gewicht
Jängt. Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Beim Heraufkommen des beladenen
Förderkorbes faßt letzterer unter die Klauen des Laufgewichtes, das seitlich mit je zwei
Habeln in einer Leitung geführt wird; hierdurch bekommt das Winkeleisen, welches schwerer
ils beide Thüren ist, das Übergewicht und infolge dessen werden die Thüren auf beiden
Seiten des Fördertrummes durch die Hebel und die Seile gehoben. Beim Niedergehen des
Forbes überwiegt das Laufgewicht zusammen mit dem Eigengewichte der Sicherheitsthüren
und die Thüren schließen von selbst den Schacht ab. Unterhalb der Hebel sind auf beiden
Seiten des Fördertrummes noch Klauenhebel angebracht, auf deren hinterem Arme sich das
Winkeleisen beim Niedergange auflegt, was zur Folge hat, daß die vorderen Arme desselben
sich heben, mit ihren Klauen unter die Hsen der Sicherheitsthüren fassen und letztere stützen:
obald sich das Winkeleisen hebt, fallen dieselben vorne nieder.
Eine andere Einrichtung an den Eisenbahnschächten der Grube Altenwald hat noch
gebenbei den Vorzug, daß dieselbe geräuschlos funktionirt (Bl. 77, Fig. 1u. 2). Wenn beim
Aufsteigen des Fördergerippes der obere Ring, an dem ein abgerundeter Nocken befestigt ist,
die Hängebank passirt hat, trifft dieser Nocken einen nach oben abgerundeten gepolsterten
Aufschlagehebel und hebt denselben ebenso wie die damit verbundenen Schachtthüren, bis eine
alinke in ein Excentrik einfällt, etwpa ein Meter hoch. Die Thüren sind von jetzt ab von
»er Bewegung des Gerippes unabhängig, weil der Nocken an dem Aufschlagehebel vorbei⸗
zleiten kann. Im Niedergange trifft der untere Ring des Gerippes einen nunmehr in den
Schacht hineinragenden doppelarmigen, nach unten abgebogenen Hebelarm und drückt ihn
zus dem Schachte heraus. Hierdurch wird der zweite Hebelarm gehoben und die Ver—
bindungsstange zwischen ihm und der Klinke löst diese aus den Exeentriks. Zwischen allen
Teilen findet Gewichtsausgleichung statt; außerdem ist ein Lufteylinder mit Kolben und
Regulirhahn eingeschaltet, der das zu rasche und geräuschvolle Niederfallen der Thüren ver—
jütet. Bei dem Niedergange dreht sich das Excentrik nach vorne, wobei die Klinke, die
Verbindungsstange und der untere Ausrückhebel mit dem hinteren Arme um die 100 mm
zetragende Excentrizität gehoben, mithin das vordere, nach unten gerundete Ende des Hebel—
armes aus dem Schachte gezogen wird, diesen also für den heraufkommenden Förderkorb
rei macht.
            
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