Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

nur bei unvorsichtigem Aufsetzen wird der Schlag durch die Federwirkung gemildert. Um
zu verhüten, daß Menschen oder Material durch den Rost in den Schacht stürzen können,
ist an den Hauptträgern A ein starkes Drahtgeflecht Gbefestigt.
Auf Wilhelmschacht IIJ der Grube König ist folgende sehr einfache elastische Aufsatzvorrichtung
 für die Förderkörbe cingebaut (Bl. 75, Fig. 3 u. 4). Für jedes Fördertrumm
werden auf der Fördersohle zwei Bündel Blattfedern BB auf entsprechenden Holz- oder
Fisen-Trägern verlagert. An den Enden tragen die Federn senkrecht stehende scharnierartige
Stützen 88, die bis über die Anschlagbühne hervorragen und den Stoß des Förderkorbes
auf die Blattfedern übertragen. Die senkrechten Stützen sind wegen der Gefäßträger aus
⸗Eisen gegabelt. Am Kopfe jeder Stütze befindet sich ein mittelst Bolzen b drehbar
angebrachter Aufsatzhebel A. An den Stellen, wo die -Träger den Stützen als Führung
dienen, sind dieselben wegen der Abnutzung mit auswechselbaren eisernen Führungslaschen
persehen. Soll von einer tieferen Sohle gefördert werden, so werden die Aufsatzhebel AA
in die punktirte Stellung zurückgelegt und die Hängestützen bezw. Schachtfallen zurückgezogen.
Die Federn werden so stark genommen, daß der leere Förderkorb einige Kilogramm Über—
gewicht behält; es werden auf diese Weise ca. 1600 kg beim Aufsetzen der Förderkörbe
durch die Federn aufgenommen. Der Maschine kommt die Einrichtung beim Anhub, be—
onders bei ungünstiger Kurbelstellung, auch zu statten.
Als eine weitere Einrichtung auf der Anschlagsohle sind die Rosenkranz'schen
hydraulischen Schachtfallen zu erwähnen, die den Zweck haben, das Hängeseil vor
Ingangsetzung der Fördermaschine wegzunehmen, um das schädliche Seilanreißen zu ver—
neiden. Hierbei sind senkrecht stehende Kaps angebracht, die auf Plungerkolben ruhen, welche
hr Druckwasser von irgend einem höher stehenden Wasserkasten bekommen. Sobald das
bere Gestell sich auf die Kaps an der Hängebank aufgesetzt hat, das untere also frei hängt,
verden die hydraulischen Kaps durch Offnen eines Hahnes in der Druckwasserleitung unter
den Boden des unteren Gestelles gedrückt. Nach erfolgtem Wagenwechsel sperrt man durch
entgegengesetzte Drehung des Hahnes das Druckwasser ab, wobei gleichzeitig das gebrauchte
Wasser abfließt und das Gestell sich senkt. Letzteres hängt sich allmählich ins Seil und
jebt infolge seines Übergewichtes das obere Gestell von den Kaps ab, worauf die Förderung
nit gespanntem Seil beginnen kann.
Auf vielen Gruben bemitzt man sowohl auf den Hängebänken, wie an den Füllörtern
zur Erleichterung der Abnehmer und Anschläger die Schwerkraft der Fördergefäße, indem
nan die Schienengeleise in schiefen Ebenen endigen läßt, die ermöglichen, daß ohne Zuthun
der Arbeiter auf der Hängebank die vollen Wagen vom Schachte weg, die leeren demselben
ulaufen, während an dem Füllorte das Umgekehrte stattfindet.

3. Förderung mit Etagenkörben.
Die Förderung mit Etagenkörben bedingt verschiedene Einrichtungen auf der Hänge—
hank und am Füllorte.
aa. Für alle Etagen wird dieselbe Sohle zum Anschlagen benutzt. Hierbei
nuß entsprechendes Heben und Senken beider Gestelle stattfinden und eine angemessene Ver—
tiefung der Schachtsohle vorhanden sein. Das jedesmalige Aufsetzen wird durch Kaps oder
ihnliche Vorrichtungen vermittelt. Beim Vorhandensein von drei Etagen wird über Tage
zuerst von der unteren abgezogen, während unter Tage die obere beladen wird; dann folgt
oben und unten die mittlere, endlich über Tage die obere, unter Tage die untere. Diese
Manipulation setzt große Pünklichkeit der Maschinenwartung und genaue Übereinstimmung
der Seile voraus, die sich mitunter nicht gut erhalten läßt. Um auf die Kaps aufsetzen
            
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