Man hat auch durch seitlich befestigte Gummibänder die Einrichtung getroffen, daß die
Weichenstellung immer nach ein und derselben Seite angelegt erhalten wird. Wenn der
Wagenzug von der Seite des spitzen Winkels herkommt, so drücken die Spurkränze der
Räder die Weiche ab, die dann nach dem Passiren des Zuges durch die Gummibänder
vieder geschlossen wird. — Um zu vermeiden, daß der Pferdeführer, welcher bei den ge—
vöhnlichen Weichen die Weiche selbst umlegt, sich an dem Wechsel, wo gerade seine Auf—
nerksamkeit am meisten beansprucht wird, von dem Zuge entfernt und daß das Geleise zum
Umstellen der Weiche überhaupt betreten wird, ist an dem Hauptquerschlage der 2. Tief—⸗
»ausohle der Grube Reden an der Stelle, wo sich die Geleise der östlichen und westlichen
Brundstrecke des Flötzes Grubenwald abzweigen und ein starker Verkehr von Zügen statt—
jat, ein Stellwerk e (Bl. 6) angebracht worden. Dieses besteht aus 6 Stellhebeln mit
Bewichtsausgleichung. Es wird von einem besonderen Wärter bedient. Die Kraftüber—
ragung erfolgt durch Rollen und Seile in der in der Zeichnung angegebenen Weise. Der
Querschlag hat an der Uebergangsstelle nur ein Geleis, desgleichen die Grundstrecken an
hren Einmündungen in den Querschlag. Die Sperrung des Querschlages dauert bei der
Durchfahrt der einzelnen Züge zwar länger, als wenn zwei Geleise vorhanden sind, da
»eim Zusammentreffen zweier Züge an der Uebergangsstelle der eine Zug so lange halten
nuß, bis der andere durch ist; dieser Nachteil wird aber reichlich dadurch aufgehoben, daß
zeine Stockungen in der Förderung durch Entgleisungen vorkommen können.
An Gabelungen wendet man mit Vorteil Herzstücke von Hartguß an, an welche
die Schienen als Fortsetzung angelegt werden; ferner stehen Weichenplatten mit auf—
zegossenen Spurrändern in Gebrauch; um dieselben leichter transportiren zu können,
verden die Platten aus zwei Stücken gefertigt, die durch schwalbenschwanzfömige Ausschnitte
zusammengehalten werden. Diese Platten lassen sich durch einfaches Umdrehen des Modelles
leicht als Rechts- und Linksweichen anfertigen. Es werden auch Drehscheiben angewendet,
um leicht im Winkel ablenken zu können; dieselben ruhen auf einem mittleren Zapfen und
bewegen sich an dem Umfang auf Rollen, die im Unterbau eingebracht sind.
Allgemeines über Förderbahnen.
Bei starker Förderung ist es zweckmäßig, zwei Geleise nebeneinander zu legen,
wenigstens aber müssen beim Vorhandensein nur eines Geleises in angemessenen Entfernungen
Wechsel angebracht werden. Bei Förderung mittelst stationärer Maschinen und Seilen hat
man, da hier der Punkt der Begegnung genau bekannt ist, nur an dieser Stelle doppeltes
Beleise und sonst nur drei Schienen (Bl. 2, Fig. 9), ja selbst nur einfaches Geleise, in
welchem Falle aber die Führung der Seile schwierig und eine Weichenstellung notwendig
st; im ersteren Falle hat man nur eine geringe Ersparung an Streckenbreite und an
Anlagekosten des Schienenweges, die sich aber durch stärkere Abnutzung der Mittelschiene
wieder ausgleicht.
Eine regelmäßige und erfolgreiche Förderung ist von der guten Beschaffenheit der
Bahn abhängig. Hierzu ist in erster Linie gutes Material an Schienen, Schwellen und
Befestigungsmitteln, sowie Innehaltung der vorgeschriebenen Spurweite erforderlich, ferner
tommt hierzu eine geschickte Ausführung der zu durchfahrenden Kurven, indem hier vor⸗
‚üglich Gelegenheit zum Entgleisen und Festklemmen der Wagen gegeben ist.*)
*) Anmerkung. Hier sei das Auffahren der Kurven nach dem angenäherten Sehnenverfahren,
velches markscheiderische Angaben in der Grube hierfür fast ganz entbehrlich macht, kurz beschrieben. Zunächst
vird in der Mitte der Strecke, von welcher aus die Kurve unter einem bestimmten Radius r aufgefahren
verden soll, die Streichungslinie der Strecke oder die sog. MRurventangente durch Lote festgelegt (Bl. 7, Fig. 1)