Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

ND

5000 — 3000 kg — 2000 &g, also nur die Hälfte desjenigen beim Anheben des Gestelles
oon gewöhnlichen Kaps, mithin könnte auch die Stärke der Maschine um 500,, kleiner
zenommen werden, wenn man nicht auf den Fall Bedacht nehmen müßte, daß die Schacht—
'alle allenfalls den Dienst versagen würde.
Als älteste der Schachtfallen sind die hydraulischen Schachtkaps von Franz zu
nennen. Sie bestehen im wesentlichen für jedes Fördertrumm aus vier mit Stopfbüchsen
und Plunger versehenen Plungerröhren, die durch schmiedeeiserne Röhren miteinander ver—
»unden sind. Jeder Plunger ist mit einem Doppelhebel versehen, der seinen Drehpunkt im
Plunger selbst hat. Das eine Ende des Doppelhebels greift unter eine fest verlagerte
Achse, während das andere, auf dem Plunger ruhende Ende als Stützpunkt für den Boden
des Gestelles dient. Die Aufwärtsbewegung der Plunger und der Doppelhebel wird durch
einen mit Wasser gefüllten Akkumulator besorgt. Das heraufkommende Fördergestell dreht
zas vordere Ende des Hebels leicht nach oben, letzterer fällt sofort vermöge seines Üüber—
zewichtes wieder in die horizontale Stellung zurück, das Gestell setzt sich aaf und wird vom
Wasser getragen, weil die Verbindung des Akkumulators mit dem Plungerrohr durch einen
Hahn abgesperrt ist. Soll das Gestell niedergehen, so wird der Hahn geöffnet, worauf das
Gewicht des Gestelles den Plunger, bezw. das Wasser im Plungerrohre in den Akkumu—
lator zurückdrängt. Ist der Boden des Fördergerippes am Hebel vorbei, so bringt der
Akkumulator die Plunger mit den Hebeln wieder in die höchste Stellung und der Hahn
vird geschlossen. Diese ursprüngliche Konstruktion hat später Abänderungen in der Weise
erlitten (Bl. 73, Fig. 13), daß die Plungerrohre unter einem Winkel von 720 geneigt
gegen die Horizontale stehen und oben durch zwei flache Seitenwände verlängert sind, die
sich zu einer zweiten Führungsbüchse für die Plunger wieder vereinigen. Die Rohre sitzen
mit einem angegossenen Fuße auf tiefer verlagerten Trägern, während die obere Führungs—
hüchse mit einer angegossenen Flansche an dem vorderen Träger der Hängebank befestigt ist.
Während bei der früheren Konstruktion die gewöhnlichen Hängestützen als Reserve beibe—
salten wurden, wurden die neuern Kaps in der Art vervollständigt, daß sie ebenso leicht
»on Hand bewegt werden können, wie mit Wasserfüllung.
Die beweglichen Aufsatzkappen haben nämlich nur eine Vor- und Rückwärtsbewegung
zu machen, während die früheren Aufsatz-Doppelhebel auf- und abwärts gedreht werden
nüfssen. Da nun erstere sich in demselben Sinne bewegen, wie die gewöhnlichen Hänge—
tützen, so hatte es keine Schwierigkeit, diese Bewegung auch von Hand durch den Signal—⸗
Jeber ausführen zu lassen und die Plunger dabei in ihrer höchsten Lage festzustellen. Die
Vorrichtung zum Bewegen der Aufsatzkappen von Hand ist aus Fig. 3, Bl. 73 ersichtlich.
Auf der Rückseite der Hängebankträger aa sind die Wellen oo verlagert, die je zwei Hebel mm
tragen; von diesen aus gehen die Zugstangen nn nach den an der Rückseite der Auffatzrappen
 angebrachten Scharniren ss. Werden die Wellen oo gedreht, so gehen die Aufsatz—
kappen bb entsprechend vor und zurück. Der Handhebel p, mittelst dessen der Signalgeber
die eine Welle o dreht, ist nach unten zu einem zweiten Hebelarm verlängert, der einem
auf der gegenüber liegenden Welle o aufwärts stehenden Hebel q entspricht. Die Hebel—
enden von p und q sind durch die Zugstange - miteinander in Verbindung gebracht. Dreht
sich die eine Welle o, so muß sich auch die andere Welle o in entgegengesetztem Sinne drehen,
die sich gegenüberstehenden Aufsatzkappen der Schachtkaps müssen also vor- oder zurückgehen.
Die Plunger werden hierbei entweder durch entsprechend anzubringende Stützkeile oder durch
auf die Stoßringe gestellte Stützeu in ihrer höchsten Lage festgehalten.
Beim gewöhnlichen Betriebe der Kaps sind die Zugstangen un los gemacht; sie werden
aur dann, wenn durch Rohrbrüche u. s. w. der Handbetrieb vorübergehend erforderlich würde,
            
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