Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

hiesigen neuesten Schachtanlagen sind selbst bei Menschenförderung keine Fangvorrichtungen
nehr eingeführt worden, wogegen die größte Sorgfalt der Beschaffenheit des Seiles und
en Verbindungen desselben mit dem Fördergerippe geschenkt wird.
Für tonnlägige Schächte sind die Fangvorrichtungen wenig ausgebildet; wollte man
sie nach Art der in saigeren Schächten gebrauchten anbringen, so würden meist besondere
Fangbäume erforderlich sein. Wenn mehrere Wagen in einem Zuge in flachen Schächten
zefördert werden, so hat man wohl einen besonderen Wagen angehängt, der hinten mit einer
in eine Klaue endenden eisernen Stange versehen ist. Diese schleppt beim Aufziehen des
»eladenen Zuges nach und soll beim etwaigen Seilreißen den Niedergang des Zuges
jemmen. Beim Einhängen des leeren Zuges, wo der betreffende Wagen vorn läuft, wird
die Stange durch eine leichte Kette oder Schnur, die über eine Rolle bis vorn zum ersten
Wagen geht, an das Seil in der Art angeschlagen, daß beim Reißen des Seiles die Stange
niederfüllt und die Hemmung des Zuges bewirken soll. Auf einer westfälischen Grube ist
folgende Fangvorrichtung versucht worden: An dem Fördergestelle (Bl. 70, Fig. 6) sind die
in Scharnieren beweglichen Haken bh angebracht, die durch die Ketten KLXumit dem Förder—
eile in Verbindung stehen und von diesem angezogen werden; auf die Haken drücken die
Spiralfedern kk. Sobald das Seil reißt, bewirken die Federn ein Aufschlagen der Haken
auf die Schachteinstriche aa, an welchen das Fördergestell hängen bleiben soll. Die Haken
nüssen sehr stark sein. Nach einer anderen Vorrichtung hat man bei den Förderwagen an
den beiden Seitenwänden je einen eisernen einarmigen Hebel beweglich angebracht, die in
einer Klaue endigen und vor dem Wagen durch einen leichten hölzernen Querarm verbunden
ind. Dieses Verbindungsstück liegt während der Förderung auf dem Seil; sobald dieses
reißt, fallen die Hebel herunter und greifen in die Stege des Gestänges.

e. Ginrichtungen der Hüngebank und der Anschlageörter.

1. Hängebank.

aa. Die Schachttonne oder das Fördergefäß verläßt das Seil nicht. In
iesem Falle lenkt man die über der Schachtöffnung angelangte Tonne von dem Schachte
eitwärts und stürzt sie auf einer geneigten Ebene von Brettern um, oder läßt das Um—
türzen der zur Seite gezogenen Tonne durch die Maschine bewirken, indem man eine
Kette, die oben befestigt und von unveräuderlicher Länge ist, mit einem Haken in eine
Sse am Boden des Gefäßes hängt und nun das Maschinenseil nachläßt, sodaß die Tonne
nach der von der Kette abgekehrten Seite umstürzen muß. Auf den Freiberger Gruben
türzt man die parallelepipedischen Gefüße in Verbindung mit zwei Leitbäumen, indem man
der Tonne entweder besondere Sturzachsen giebt oder dazu den unteren Spurnagel benutzt;
nit diesem setzt sich die Tonne auf die vom Treibmeister gehandhabten beweglichen Klinken.
Indem sich die Tonne unten aufsetzt und das Förderseil nachgelassen wird, schlägt sie oben
nach einer Seite langsam um.
»b. Die Fördergefäße werden vom Seile gelöst. Bei Tonnen von geringerem
Inhalte schiebt man wohl nur Rollbrücken unter, auf die man das Gefäß aufsitzen läßt,
venn nicht auch hier dasselbe zur Seite gezogen und dann abgeschlagen wird. Wenn das
Befäß weiter transportirt werden soll, wird ein Gestell mit Rädern untergeschoben, auf das
ich die Tonne aufsetzt (Bl. 10, Fig. 2). Beim Fördern mit Wagen werden diese wohl auch seit⸗
värts gezogen und dann abgeschlagen; besser läßt man auch diese auf eine Rollbrücke aufsetzen.
cce. Die Förderung erfolgt mittelst Gestellen, die entweder, wie gewöhnlich,
an der Hängebank aufsitzen, oder schwebend gehalten werden. Man wendet hierbei Roll⸗
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.